Rettungsverband Niedersachsen-Süd hat Übernahmeangebot zurückgenommen

Der Verkauf des Jugendfreizeitheims Silberborn ist geplatzt

Das ehemalige Jugendfreizeitheim in Silberborn.
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Das ehemalige Jugendfreizeitheim in Silberborn.

Wie der Allgemeine Rettungsverband Niedersachsen-Süd am Mittwoch mitteilte, hat er sein Kaufangebot für das ehemalige Jugendfreizeitheim Silberborn zurückgenommen. Der Kreistag hatte der Offerte im Juli mehrheitlich zugestimmt.

Northeim – Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen, insbesondere der Folgen der Corona-Pandemie, und daraus folgender neuen Prognose zur Wirtschaftlichkeit habe der Vorstand einstimmig beschlossen, das Übernahmeangebot zurückzunehmen, teilte der Rettungsverband zur Begründung mit. Er bedauere das, sehe aber keine andere Möglichkeit. Damit ist der Verkauf des Jugendfreizeitheims geplatzt.

Die Kreisverwaltung bestätigte am Mittwoch, dass die Rücknahme des Angebots eingegangen sei. Es sei für den Rettungsverband auch juristisch möglich, von dem Angebot zurückzutreten. Der Verkauf sei noch nicht notariell beurkundet worden.

Der Northeimer Kreistag hatte im Juli mehrheitlich beschlossen, das Heim zum symbolischen Preis von einem Euro an den Rettungsverband zu verkaufen. Es hatte außerdem noch einen weiteren Bewerber gegeben: das Evangelische Ferienwerk Kurhessen. Auch dieser Verein wollte nur einen Euro zahlen. Er forderte aber darüber hinaus vom Landkreis auch noch einen jährlichen Zuschuss von bis zu 80.000 Euro.

Im Gegensatz zum Ferienwerk, das kein eigenes Geld investieren wollte, hatte der Rettungsverband angekündigt, zunächst 200.000 Euro in das Heim zu stecken. Weitere 185.000 Euro sollten im Laufe der ersten drei Jahre fließen. Mit dem Geld wollte er unter anderem den Brandschutz verbessern und für mehr Barrierefreiheit sorgen.

Er wollte dort Schulungen anbieten – etwa im Bereich Erste Hilfe oder für die eigenen vier Rettungshunde-Staffeln. Schulklassen, Sportvereine und anderen interessierten Gruppen sollten das Heim weiter nutzen können.

Der Kreistag hatte beschlossen, das Heim, das seit Langem einen hohen Zuschussbedarf hatte und modernisiert werden müsste, zum Jahresende 2018 zu schließen. Ein per Bürgerbegehren durchgesetzter Bürgerentscheid dagegen, der Ende Januar 2019 stattfand, sorgte nur für einen kurzen Aufschub.

Zwar fiel der Bürgerentscheid deutlich für den Erhalt des Heims aus, aber die Beteiligung war zu gering. Um den Erhalt zu erreichen, hätten 20 Prozent der Wahlberechtigten dafür stimmen müssen. Es sprachen sich mit 22189 Bürgern genau 506 zu wenig für den Erhalt aus, 3646 hatten für die Schließung gestimmt. ows

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