Hygieneregeln noch nicht bekannt

Verschobener Saisonstart: Freibäder rüsten sich für die Öffnung

zje12301.06.2019Freibad Northeimer Ortsteil Sudheim SüdniedersachsenKopfsprung ins Kühle Nass
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Spaß im Freibad, so wie hier in Sudheim, soll auch in diesem Sommer trotz Corona möglich sein, allerdings mit strengen Auflagen. Die Betreiber warten jetzt auf Vorgaben, dann könnte die Saison ab Ende Mai starten.

Northeim – Noch vor einer Woche sah es so aus, als würde die Freibad-Saison 2020 dem Coronavirus zum Opfer fallen. Doch jetzt kam grünes Licht vom Land: Ab 25. Mai kann es mit Auflagen wieder losgehen.

So sieht es der Stufenplan vor, den Ministerpräsident Stephan Weil am Montag vorstellte. Die Kommunen im Kreis Northeim zeigen sich freudig überrascht und wollen die umfangreichen Vorbereitungen starten.

Die Stadt Northeim und die Stadtwerke Northeim (SWN) als Betreiber der Bäder in Northeim und Sudheim begrüßen die Ankündigung der Landesregierung, betont Bürgermeister Simon Hartmann. Die praktische Umsetzung stelle die Betreiber aber vor große logistische und organisatorische Herausforderungen, da bislang von einem Saisonstart frühestens im Juli ausgegangen wurde.

SWN und Stadt Northeim hoffen nun, dass schnell die Vorschriften zu den Hygienemaßnahmen veröffentlicht werden. So benötige man zum Beispiel die maximale Anzahl der Badegäste pro Quadratmeter Liegefläche und Wasserfläche. Habe man die Daten, könne Ende Mai/ Anfang Juni der Betrieb anlaufen. Immer unter der Voraussetzung, dass auch Hygienerichtlinien für Freibäder vorliegen. Auch sei zu klären, ob, und in welcher Form die Kioske aufmachen können.

Als Arbeitgeber seien die Stadtwerke, die seit diesem Jahr mit der Betriebsführung beider Bäder beauftragt sind, für den Schutz der Mitarbeiter verantwortlich, fährt Hartmann fort. Wie dieser im Falle eines Rettungseinsatzes, möglicherweise mit Mund-zu-Mund-Beatmung, gewährleistet werden kann, müsse auch zur rechtlichen Absicherung der Mitarbeiter vom Ministerium vorgegeben werden. Die SWN würden in den kommenden Wochen beide Freibäder betriebsfähig herrichten, heißt es. Dabei sei aber auch zu berücksichtigen, dass die Northeimer Bäder organisatorisch Teil der Stadtwerke und diese wiederum als kritische Infrastruktur anzusehen seien.

SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper: „Damit haben wir insbesondere für unsere technischen Mitarbeiter sicherzustellen, dass diese sich nicht gegenseitig anstecken und somit viele unsere Mitarbeiter gleichzeitig in Quarantäne müssten.“ Deshalb seien bei allen Tätigkeiten in den Freibädern die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen dringend einzuhalten, was dazu führen werde, dass die sogenannte „Auswinterung“ mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als in anderen Jahren.

Waldschwimmbad Düdereode

Eigentlich sollte das Waldschwimmbad in Düderode am 9. Mai eröffnet werden, doch das ist aufgrund der aktuellen Lage definitiv vom Tisch. Nun hat das Land den 25. Mai in Aussicht gestellt. „Aber bislang wurden uns die Bedingungen noch nicht mitgeteilt, sodass es noch keine Vorgaben zur Umsetzung gibt“, erklärt Gemeindebürgermeister Jens Meyer. Wann und wie das Bad eröffnet werden kann, hänge nun von den neuen Vorgaben ab. 

Man sei im Waldschwimmbad gut vorbereitet, könnte somit bei einer neuen Erlasslage schnell das Bad in Betrieb nehmen. „Doch zunächst müssen die Feinheiten für die Öffnung bekannt sein“, erklärt Meyer, denn als Gemeinde müsse man abgesichert sein, dass man alle neuen Anforderungen erfüllt. Rund 30 000 Besucher haben im vergangenen Sommer das Schwimmbad in Düderode besucht. 

Flaakebad Moringen

Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Flaakebad in diesem Sommer noch geöffnet werden würde, was die neuesten Pläne der Landesregierung zu Lockerungsmaßnahmen nunmehr bestätigen. „Dass es der 25. Mai wie jetzt vom Land vorangekündigt werden könnte, damit hatte ich nicht gerechnet“, so Müller-Otte. 

Die Vorbereitungen für die Saison laufen. Derzeit werden noch Ausgleichsmaßnahmen am Beckenrad ausgeführt. Der Förderverein betreibt schon jetzt regelmäßig die Grünpflege. Wenn es seitens des Landes ermöglicht werde, die Saison zu beginnen, „dann machen wir auch schnellstmöglich auf.“ Man müsse jedoch gucken, was dann zu verantworten sei und welche Maßnahmen notwendig sein werden. 

Vorstellbar ist für die Bürgermeisterin, dass gegebenenfalls das Bad beispielsweise morgens stundenweise für Senioren und nachmittags für Familien geöffnet werde. Dann zudem die Personenzahl auf maximal vielleicht 25 Personen gleichzeitig im Schwimmbecken begrenzt werde. Da gebe es viele verschiedene Denkmodelle der Ausgestaltung, so Müller-Otte, die noch abzustimmen sind. Am 18. Mai werde sich der Stadtrat mit den Öffnungszeiten und den Eintrittspreisen auseinandersetzen. 

Freibad Volpriehausen

Das Freibad im Uslarer Ortsteil Volpriehausen, das seit 2010 von der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer betrieben wird, wird in diesem Jahr nicht geöffnet. Das liegt zum einen an der Coronavirus-Pandemie, in deren Folge noch keinerlei Saisonvorbereitung stattfinden konnte. Der andere Grund ist der Beginn der Baustelle direkt vor der Tür des Freibads mit dem Neubau der Bundesstraße 241. 

Freibad Bodenfelde

In Bodenfelde ist die Freibad-Saison ungewiss. Zum jetzigen Zeitpunkt sei nur klar, dass der traditionelle Öffnungstermin am Muttertag definitiv ausfällt. Man werde die Lage im Auge behalten und auf mögliche Änderungen bei den Verordnugnen reagieren, sagte Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski. Das gemeindeeigene Bad wird seit vielen Jahren von einem Förderverein maßgeblich unterstützt. 

Burgbad Hardegsen

Das Hardegser Burgbad soll möglichst zum 25. Mai mit einem eingeschränkten Betrieb öffnen. Das teilte Bürgermeister Michael Kaiser auf Anfrage mit. Derzeit sei man aber noch dabei, zu klären, welche Voraussetzungen für einen öffentlichen Badbetrieb erfüllt werden müssen. Kaiser: „Nur wenn sich diese vollumfänglich erfüllen lassen und die Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können, wird eine Öffnung des Bades möglich sein.“ 

Zu den Einschränkungen werden laut Kaiser vermutlich eine begrenzte Besucherzahl, gegebenenfalls eingeschränkte Besuchszeiten, Nutzungsbeschränkungen im Bad wie zum Beispiel die Sperrung von Teilbereichen sowie eine enger getaktete Reinigung zählen. Bislang sei mit der Gesundheitsbehörde des Landkreises Northeim Kontakt aufgenommen worden, so Kaiser. Das Badkonzept für das Burgbad wird mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Außerdem wird die Stadt Informationen von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen einholen. Zudem soll die Badeordnung um einen „Pandemie-Paragrafen“ ergänzt werden, der dem Bürgermeister gestattet, Abweichungen von der Badeordnung aufgrund eines Infektionsgeschehens oder von Pandemielagen vorzunehmen.

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