Chefinnen in Verwaltungen: Northeim schneidet sehr gut ab

Viel Frauenpower in den Rathäusern im Landkreis Northeim

Sabine Michalek
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Sabine Michalek, Bürgermeisterin in Einbeck.

Keine einzige Oberbürgermeisterin auf den zwölf OB-Posten, gerade mal drei Landrätinnen in den 37 niedersächsischen Kreisen, lediglich 54 Bürgermeisterinnen in insgesamt 406 Städten, Samtgemeinden und Gemeinden: Die Zahl der Frauen in kommunalen Spitzenämtern hält sich in engen Grenzen.

Hannover / Northeim – Dabei hebt sich allerdings der Landkreis Northeim positiv ab – nicht nur mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD). Auch in vier Gemeinden führen Frauen die Geschicke: Bürgermeisterin Franziska Schwarz (SPD) in Bad Gandersheim sowie ihre parteilosen Kolleginnen Heike Müller-Otte in Moringen, Susanne Glombitza in Nörten-Hardenberg und Sabine Michalek in Einbeck. Bis auf Michalek, deren Amtszeit noch bis 2026 läuft, treten alle Amtsinhaberinnen bei der Kommunalwahl am 12. September wieder an.

Landesweit sind zumindest einige Verbesserungen des Frauenanteils in Sichtweite. Bei den Oberbürgermeister-Wahlen in Göttingen und Wolfsburg treten die männlichen SPD-Amtsinhaber nicht mehr an. Die Genossen schicken in beiden Städten Frauen mit guten Aussichten ins Rennen.

Ähnliches gilt im Landkreis Göttingen, wo Landrat Bernhard Reuter (SPD) nicht wieder kandidiert, sowie in den Kreisen Peine, Wesermarsch und Lüchow-Dannenberg und in der Region Hannover, wo die bisherigen männlichen Landräte beziehungsweise der Regionspräsident ebenfalls ausscheiden. Mehreren der weiblichen Nachfolge-Kandidatinnen werden bei den Wahlen am 12. September durchaus Chancen gegen ihre männliche Konkurrenz eingeräumt.

Besonders mau sieht es bei den Mandatsträgerinnen in den niedersächsischen Stadt- und Gemeinderäten sowie Kreistagen aus.

Als Gründe für die Männerdominanz in den Kommunalparlamenten werden immer wieder die familienunfreundlichen Sitzungszeiten oft am späten Nachmittag oder in den Abendstunden genannt.

Und: Auch „Kungelrunden beim Bier danach“ schrecken offenbar viele Frauen ab, sich ehrenamtlich für die Belange ihrer Heimatorte zu engagieren.

Nur rund ein Viertel der Mitglieder von Kreistagen, Stadt- und Gemeinderäten in Niedersachsen sind derzeit weiblich. Das ergibt sich aus Erhebungen von Landeswahlleiterin Ulrike Sachs sowie des niedersächsischen Landesamts für Statistik (LSN).

Bei den Wahlen zu den Stadt- und Gemeindeparlamenten vor fünf Jahren errangen Frauen niedersachsenweit 3645 der insgesamt 15 503 Sitze – ein Anteil von 23,5 Prozent. Mit 36 Prozent erzielten die Grünen bei ihren Mandaten zwar die höchste Quote, blieben aber landesweit hinter ihrem selbst gesteckten Ziel einer vollständigen Parität deutlich zurück. Den schlechtesten Wert erreichte die AfD mit weniger als neun Prozent. Die CDU landete bei gut 21 Prozent, die SPD bei knapp 29 Prozent. Die FDP kam auf 16,5 Prozent, die freien Wählergemeinschaften auf knapp 19 Prozent.

In den Kreisen und kreisfreien Städte lag die landesweite Quote mit 26,5 Prozent etwas höher. Hier haben relativ hohe Frauenanteile vor allem bei Grünen und SPD den Gesamtwert nach oben gedrückt. (Peter Mlodoch)

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