Einstimmiges Votum des Preisgerichts

Münsterplatz mit viel Pflaster und viel Grün

So soll der Northeimer Münsterplatz aussehen: Die Grafik zeigt den mit Naturstein gepflasterten Platz mit Wasserspiel und Aufenthalts-Inseln unter den Baumbereichen, die nicht befestigt sind.  
Grafik: landschaftsarchitekten GTP Lübeck/nh
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So soll der Northeimer Münsterplatz aussehen: Die Grafik zeigt den mit Naturstein gepflasterten Platz mit Wasserspiel und Aufenthalts-Inseln unter den Baumbereichen, die nicht befestigt sind. Grafik: landschaftsarchitekten GTP Lübeck/nh

Der Northeimer Münsterplatz soll bis Dezember 2022 ein neues Gesicht bekommen. Der Sieger eines Gestaltungswettbewerbs steht fest. Das einstimmige Votum fiel auf ein Lübecker Planungsbüro.

Northeim - Der Platz soll durchgehend mit sandfarbenem Naturstein gepflastert werden, allerdings unter zahlreichen Bäumen auch schattige, unbefestigte Aufenthaltsinseln sowie ein begehbares, illuminiertes Wasserspiel erhalten. Das sind die Hauptelemente des Siegerentwurfs.

Am Donnerstag hatte das 16-köpfige Preisgericht (davon waren neun stimmberechtigt) ganztägig in der Northeimer Stadthalle getagt, um am frühen Abend schließlich aus insgesamt elf präsentierten Wettbewerbsbeiträgen von Landschaftsarchitekten aus ganz Deutschland den Sieger und drei Platzierte zu küren.

Letztlich fiel das Votum einstimmig auf den Entwurf des Planungsbüros „Landschaftsarchitekten Trüper, Gonsdesen und Partner“ (TGP) aus Lübeck.

Dieser, so Northeimer Bürgermeister Simon Hartmann bei der Presse-Präsentation, habe vor allem dadurch überzeugt, dass der Platz eine hohe Aufenthaltsqualität für Northeimer und Besucher biete – auch durch vorgesehene Möglichkeiten für Außengastronomie sowohl entlang der Straße Am Münster als auch auf dem Platz. Zudem habe die Jury beeindruckt, wie schön sich der Platz nach der Umgestaltung insbesondere von der Seite des City-Centers und der Kreis-Sparkasse aus nach innen öffnet. Auch die Nutzungsvorschläge für den Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen, für die der Platz nach der Pflasterung noch besser genutzt werden soll, hätten überzeugt.

Simon Hartmann

Als Besonderheiten gibt es neben der weiter von der Kastanie dominierten Platzmitte ein begehbares Wasserspiel, dessen Düsen im Pflaster versenkt sind und so auch mit Ständen überstellt können. Als Verbeugung vor der Historie soll es durch Verwendung von dunklerem Natursteinpflaster und eingelassenen Lichtpunkten die Andeutung des Grundrisses der Münsterkirche geben, die 1733 unfertig abgerissenen wurde. Um die Bauminseln herum sehen die Planer geschwungene Sitzgelegenheiten vor.

Platzumbau für maximal 1,5 Millionen Euro 

Als Kostenrahmen für die Platzneugestaltung hatte die Stadt in der Wettbewerbsausschreibung maximal 1,5 Millionen Euro netto vorgegeben, woran sich die eingereichten Arbeiten zu orientieren hatten. Der Bau wird durch Zuschüsse aus dem Stadtsanierungsprogramm gefördert. Wie hoch sie Förderung ist, steht noch nicht genau fest, eventuell Zwei-Drittel. Das Lübecker Planungsbüro soll jetzt die Detailplanung vornehmen. Der Umbau wird europaweit ausgeschrieben.

Der Entwurf des Lübecker Landschaftsarchitektenbüros Tümper, Gondesen und Partner hat nicht nur den mit 11 600 Euro dotierten ersten Preis im Münsterplatz Gestaltungswettbewerb der Stadt Northeim gewonnen. Der Entwurf soll jetzt auch realisiert werden unter Federführung des Lübecker Büros.

Als Fertigstellungstermin hat die Stadt laut Bürgermeister Simon Hartmann Dezember 2022 im Visier: „Wir wollen den Weihnachtsmarkt 2022 dann dort möglichst schon eröffnen.“

Die Jury

Stimmberechtigt in der Jury, die über die Wettbewerbsbeiträge in der Northeimer Stadthalle urteilte, waren neun Mitglieder. Als Fachpreisrichter waren dies Prof. Dr. Ing. Stefan Bochnig (Landschaftsarchitekt, Hannover), Jens Bendfeldt (Landschaftsarchitekt, Kiel), Dr. Constanze Petrow (Landschaftsarchitektin, Geisenheim), Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Rohler (Landschaftsarchitekt, Kassel) und Christine Frenz-Roemer (Landschaftsarchitektin, Bremen). Als Sachpreisrichter waren Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) sowie die Northeimer Ratsmitglieder Helga Jäger (CDU), Rene Leitner (SPD) und Eckhard Ilsemann (FDP) stimmberechtigt.

Die Arbeiten wurden zunächst anonym beurteilt und in einer Finalrunde mit drei Arbeiten dann mit Nennung der Büronamen.

Die nächstplatzierten Entwürfe

Den zweiten, mit 8700 Euro dotierten, Preis sicherte sich das Planungsbüro Anke Deeken aus Bremen, dessen Planung den Münsterplatz strukturell in zwei Platzbereiche (ein großer mit Nebeldüsen und langer Sandsteinsitzbank im Oststeil, einer im Westen als „Blütenhain“ mit wassergebundener Decke und Loungemöbeln sowie mit einem dritten, kleineren Gestaltungsbereich mit gestuften Sitzflächen am Museum.

Der mit 5300 Euro dotierte Platz drei ging an das Büro Planorama aus Berlin, das mit einer Planung aufwartete, die von der Pflasterung her einen Platz-im-Platz sowie ein Fontänenfeld an der Westseite vorsieht.

Außerdem vergab die Jury noch einen mit 2900 Euro dotierten Anerkennungspreis für eine weitere Arbeit. Die im Detail schon etwas mehr ausgearbeitete Planung des Siegerentwurfs aus Lübeck soll demnächst im Stadtsanierungsausschuss vorgestellt und beraten werden, dann wird sich der Stadtrat damit beschäftigen.

Barrierefreier Platz

Mit dem Umbau des dann barrierefreien Platzes, so die Stadtverwaltung, soll im nächsten Jahr gestartet werden. Der Platzumbau soll laut Bürgermeister Hartmann in mehreren Abschnitten und so vorgenommen werden, dass der Kundenverkehr in den Geschäften am Münster möglichst wenig gestört wird.

Die gewählte Natursteinpflasterung (die Planer schlagen einen sandfarbenen Granitstein vor) sollte nach Auffassung des Planungsbüros auch beispielgebend sein für eine eventuelle weitere Umgestaltung der restlichen Fußgängerzone.

Von Axel Gödecke

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