Zu viel Regenwasser im Northeimer Klärwerk

Die Northeimer Kläranlage. Archivfoto: Jellinek/nh

Northeim. Die Stadt Northeim musste im vorigen Jahr über 30 000 Euro Strafe zahlen, weil sie aus ihrem Klärwerk zu viel Wasser in die Rhume geleitet hat. An fast 60 Tagen war die laut Wasserrecht genehmigte Einleitungsmenge deutlich überschritten worden. Das soll sich ändern. Deshalb hat der Betriebsausschuss des Eigenbetriebs Abwasser ein Fremdwasserbeseitigungskonzept beschlossen.

Grund dafür, dass das Klärwerk deutlich mehr Abwasser erreicht, als vorgesehen, sind laut Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung zum einen, dass zu viele Straßenzüge noch keine Regenwasserkanalisation haben und deswegen das Regenwasser mit in das Abwassernetz fließt. Zum anderen gebe es aber auch zu viele brüchige Rohre im Stadtgebiet, so dass Grundwasser in die Kanalisation drückt. Und es es gebe auch viele Hausgrundstücke, die verbotenerweise das Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation leiteten.

Das nun beschlossene Konzept ist ein Langfristprogramm, das es innerhalb von 20 bis 40 Jahren abzuarbeiten gelte, heißt es in der Beschlussvorlage. Es sei auch nötig, um die Kläranlage vor Überlastung und übermäßiger Verschlammung zu schützen, denn das Regenwasser führe auch Schlamm mit sich.

Folgend Schritte sind laut Konzept nötig:

• Schaffung einer eigenen Regenwasserkanalisation in folgenden Straßenzügen, die so etwas noch nicht haben:

Rhumestraße, Am Mönchsgraben, Rückingsanger, Albrecht-Dürer-Straße, Hangweg, Johann-Strauß-Straße, Paul-Linke-Straße, Brahmsstraße, Suadicanistraße, Ernst-August-Straße und Christoph-Friese-Straße. Werden die Regenwasserkanäle gebaut, können laut Satzung der Stadt auch Kosten auf die Anlieger zukommen.

• Sanierung der unterirdischen Drossel-Staubauwerke in den Straßen Mühlenstraße, Häuserstraße und Gardekürassierstraße. Diese sind notwendig, weil die Innenstadt auch nicht über eigenen Regenwasserkanäle verfügt und bei Stark-regen, das abfließende Wasser erst einmal zurückgestaut werden muss, um die Schmutzwasserkanalisation nicht zu überlasten.

• Beseitigung von fehlangeschlossenen Grundstücken an die Schmutzwasserkanalisation und

• Sanierung der öffentlichen und privaten Kanalnetze nach dem Prinzip des „dichten Kanals“, also mit Prüfung auf Undichtigkeiten in den Rohrleitungen.

Die Stadt wird dem Landkreis jährlich Bericht erstatten darüber, was von dem Konzept abgearbeitet ist. (goe)

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