Neue Attraktionen für Besucher des Wieters

Barfußpfad im Mittelwald Northeim

Menschen im Wald am Informationsstand
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Präsentierten die zahlreichen Neuerungen im Northeimer Mittelwald in Anwesenheit von den ersten Gästeführung-Besuchern seit Beginn der Corona-Pandemie (von links): Helvi Ritter (Northeim Touristik), Bürgermeister Simon Hartmann, Jonas Fürchtenicht (Leiter Stadtforstamt Moringen), Ingrid Müller (Naturschutzbeauftragte), Helmut Schröder (Gästeführer Northeim Touristik) und Norman Peckmann (Unternehmen Gonu). Fotos: Jan Trieselmann

Im Northeimer Mittelwald gibt es viele Neuheiten.

Die Neugestaltung mehrerer Bereiche des Northeimer Mittelwaldes sind nun abgeschlossen und wurden von Vertretern der Projektgruppe Mittelwald, Förster Jonas Fürchtenicht sowie Bürgermeister Simon Hartmann vorgestellt.

„Neue Arbeiten im Mittelwald vorzunehmen, passt in das Jahr 2020“, sagt Hartmann. „Durch Corona konzentrieren sich die Menschen wieder mehr auf die eigene Umgebung, weshalb der Mittelwald noch mehr zu einem beliebten Anlaufpunkt geworden ist.“

Bei den Neuerungen im Wald handelt es sich um Ausschilderungen für einen kurzen und langen Rundweg sowie einen sogenannten Barfußpfad. Außerdem gibt es nun zahlreiche grafisch neu gestaltete Schautafeln und Wegweiser sowie überarbeitete Informations-Prospekte für die Waldbesucher.

Auf dem Barfußpfad können Besucher den Boden naturgetreu spüren.

Der ausgeschilderte Barfußpfad bildet dabei einen Teilabschnitt des kurzen Rundweges. Spaziergänger haben dort die Möglichkeit, den Waldboden durch direkten Hautkontakt bewusst zu spüren und wahrzunehmen. Die Idee dafür stammt laut Bürgermeister von Gästeführer Helmut Schröder.

Ebenfalls auf dem kurzen Rundweg befinden sich zwei kleine Pavillons, an denen je vier Schautafeln angebracht sind. Die stellen umfangreiche Informationen über den Northeimer Mittelwald bereit, zum Beispiel über dessen Pflanzenwelt.

Weitere neue Beschilderungen machen die 17 im Mittelwald vorkommenden Bäume des Jahres kenntlich. Des Weiteren wurde das Logo des Waldes farblich überarbeitet, das nun außerdem mehrere Bäume auf den Wanderwegen ziert. Das Motiv blieb jedoch nach wie vor die Türkenbundlilie. „Diese Pflanze ist besonders selten, taucht aber in unserem Mittelwald erstaunlich oft auf“, sagt Ingrid Müller, Gästeführerin der Northeim Touristik und Naturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim.

Erste Ideensammlungen für Erneuerungen im Wald habe es seit 2016 gegeben, wie Helvi Ritter von Northeim Touristik berichtet. Damals sei die Projektgruppe Mittelwald im Wettbewerb „Stadt. Wald. Mensch“ um den Preis für Nachhaltigkeit im Reiseland Niedersachsen angetreten.

Dort habe man zwar nicht gewonnen, wie Ritter sagt. „Aber wir hätten es zu schade gefunden, all die Ideen fallen zu lassen.“ Einige davon habe man in den vergangenen Jahren nun schrittweise umgesetzt.

Weitere Neuerungen seien im Moment nicht geplant. „Wenn, dann sollte als Nächstes wahrscheinlich erst einmal der Weg zum Parkplatz Keimsdorn besser kenntlich gemacht werden“, sagt Ingrid Müller. Dieser sei vor allem im Internet noch nicht deutlich genug dargestellt.

Für das Umsetzen der jetzigen Neuerungen danke sie im Namen der Projektgruppe insbesondere Norman Peckmann von dem Unternehmen Gonu für die grafischen Umsetzungen der Schautafeln, Wegweiser und Prospekte. Auch das Sägewerk Kiel habe sich bei dem Errichten der Pavillons große Mühe gegeben.

Im Anschluss an die Vorstellung der Neuerungen fand direkt die erste Gästeführung seit Beginn der Corona-Pandemie statt. Zuvor pflanzte Förster Jonas Fürchtenicht allerdings noch gemeinsam mit Bürgermeister Simon Hartmann einen Bergahorn.

Damit wollte er die menschliche Unterstützung bei der Naturverjüngung symbolisieren, also dem natürlichen Nachwachsen von Pflanzen und Bäumen, sagt Fürchtenicht. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich die Arbeit der Projektgruppe. Die sei für den Mittelwald von hoher Bedeutung, denn dadurch, dass sie für seine Pflege und Bewirtschaftung sorgt, könne sein Charakter erhalten bleiben. Trotzdem verwies der Förster auf das zunehmende Baumsterben. „In den letzten zwei Jahren haben wir 30 Prozent der Buchen verloren.“

Pflanzten einen Bergahorn: Förster Jonas Fürchtenicht und Bürgermeister Simon Hartmann.

Schuld daran sei neben Borkenkäferbefall vor allem die Trockenheit, durch die viele Bäume früher absterben würden als erwartet. Das habe zur Folge, dass sich deren Baumkronen ausdünnen und sie letztendlich gefällt werden müssen.

Normalerweise sei es in einem Mittelwald zwar üblich, Bäume zu entnehmen. „Aber nur, wenn sie reif dafür sind und sowieso bald absterben würden“, sagt Fürchtenicht. Danach wäre möglich, dass sich die Natur selbst verjüngt.

Da derzeit viele Bäume zu früh absterben, sei der Boden aber noch nicht bereit, das dadurch neu eintretende Sonnenlicht für eine Naturverjüngung zu nutzen. Das wiederum verstärke das Problem des Baumsterbens nur noch mehr.

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