Vier Dörfer sagen Adieu zu Pastor Dr. Claas Cordemann

Kindheitstraum erfüllt: Pastor durfte Mähdrescher mitfahren.

Ellierode. Tränen standen Hettensens Ortsbürgermeister Rainer Glahe in den Augen, als er sich vom Pastor der Kirchengemeinde Ellierode-Hettensen, Dr. Claas Cordemann, verabschiedete.

Wehmut lag in der Luft des Abschiedsgottsdienstes mit mehr als 300 Gästen in der überfüllten Ellieröder St.-Johannis-Kirche. „Du warst ein toller Pastor, der nicht nur auf die Menschen zugegangen ist, sondern es geschafft hat, die Dir Anvertrauten mitzunehmen und zu gewinnen“, sagte Glahe. Mit einem eigens auf den Pastor abgestimmten Lied verabschiedete sich der Kirchenchor zusammen mit dem Kirchenvorstand und Helfern beim Pastor und überreichten Sonnenblumen und ein Präsent.

Auch Vereine aus den vier Dörfern Ellierode, Hettensen, Lichtenborn und Asche, Teamer und Kollegen sagten mit Geschenken „Adieu“. Und auch Pfarrer Andreas Körner lobte die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Pastor in der Ökumene und überreichte einen Rucksack voll mit heimischen Produkten. Ein Glas mit selbst gemachter Erdbeermarmelade übergab Hardegsens Pastor Bernd Ranke in Erinnerung an die traditionellen Frühstückskonferenzen und gemeinsamen Konfirmanden-Freizeiten.

Einen Erinnerungs-Esel hatte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser dabei, als er sich von dem „unkonventionellen und sehr nahbaren Pastor“ verabschiedete. Kaiser lobte das Engagement und die weit über den Ort bekannte Predigtreihe „Stolpersteine“, die der Geistliche initiiert hatte.

Die Superintendentin des Kirchenkreises, Stephanie von Lingen, lobte den Einsatz Cordemanns für die Gemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche in den vergangenen knapp sieben Jahren. Viele Früchte der Arbeit seien zu sehen wie das neue Kirchendach, das schöne Pfarrhaus und die neuen Kirchenfußböden. Außerdem sei das Fundraising für die Orgelsanierung vorbildlich. „Sie werden hier eine Lücke hinterlassen“, sagte sie und dankte Pastor i. R. Hartmut Gericke-Steinkühler und den Prädikanten, die das Leitungsteam vor Ort unterstützen wollen. Für die neue ganze Stelle im Pfarrverbund Ellierode-Hettensen-Hevensen-Lutterhausen gäbe es bereits Bewerber.

Gerührt und mit Tränen ringend sprach der Pastor zu seinen Gästen. „Ich bin von Herzen dankbar für diese schönen fast sieben Jahre, die Gott uns - Annika, Mathis und mir - hier mit Euch geschenkt hat“, sagte er. „Die Chemie stimmte hier. Ellierode, Hettensen, Asche und Lichtenborn ist für uns zu einem echten Stück Heimat geworden“. Vor wenigen Tagen wurde ihm vom Kirchenvorstand und Martin Klinge ein Kindheitstraum erfüllt: Einmal auf einem Mähdrescher mitzufahren. „Gerstenernte. Das war echt cool“, sagte er, während er einen Spielzeugmähdrescher zeigte. Zum Schluss bat er: „Lebt weiter hier fröhlich im Glauben. Bleibt Eurer Kirche treu und unterstützt die, die sich hier besonders engagieren“.

Von Roland Schrader

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