Nach zwei Jahren

Mit Kühen gegen Verbuschung der Rhume-Aue: Modellprojekt zieht  positive Bilanz

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Kühe auf einer Weide an der Rhume bei Wachenhausen.

Wachenhausen. Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand: Was andernorts oft zu Konflikten führt, wird an der Rhume zwischen Katlenburg und Rhumspringe erfolgreich umgesetzt.

Bei der Abschlussveranstaltung des Projektes „Grüne Flächenbewirtschaftung in der Rhumeaue“, das mit 150.000 Euro aus dem europäischen Förderprogramm ELER bezuschusst wurde, zogen die Beteiligten in Gieboldehausen ein positives Fazit.

Im Januar 2017 wurde das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beauftragte und über 1000 Hektar umfassende Projekt gestartet, um das Naturschutzgebiet „Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal“ naturschutzfachlich zu entwickeln.

Dort, wo sich die Rhume nach der Renaturierung und dem Anschluss von einst begradigten Altarmen mittlerweile wieder in einer Auenlandschaft durch die Lande schlängelt, sollen angrenzende Flächen künftig naturnah bewirtschaftet werden.

Zwanzig Personen arbeiten am "Runden Tisch"

Neben dem NLWKN mit im Boot: die Landvolkverbände in Northeim und Göttingen, die Landkreise Northeim und Göttingen, Kommunen und Umweltverbände. Zusammen arbeiteten 20 Personen in einem vom Reinhäuser Ingenieurbüro Geries moderierten „Runden Tisch“ und entwickelten Konzepte.

Im Mittelpunkt stand dabei, die über Jahrhunderte entlang der Rhume durch Bewirtschaftung entstandene Auenlandschaft wieder zu nutzen, aber auch naturschutzfachlich zu entwickeln. Denn das Weidevieh ist fast aus der Region verschwunden, Grünland wurde zu Ackerland oder die Nutzung aufgegeben, viele Flächen verbuschten.

Als Gegenmaßnahmen wurden vegetations- und bodenkundliche Gutachten erstellt, Pachtverträge für Brachflächen geschlossen, Material zur Öffentlichkeitsarbeit erstellt und erste Grünlandkomplexe bei Wachenhausen wieder mit Schafen und Kühen beweidet. Weitere sollen folgen.

Umdenken beim Land

Was war der Anlass für das Projekt? Beim Land Niedersachsen hat ein Umdenken stattgefunden: Ufernahe Flächen an geschützten Flussauen sollen nicht mehr nur sich selbst überlassen werden, weil sie verbuschen. Mit dem Start des Rhume-Projekts vor zwei Jahren hieß es: Schutz durch naturnahe Nutzung. Entstehen sollen „halboffenen Weidelandschaften“ und ein Mosaik aus genutzten und ungenutzten Flächen. 

Dafür wurde am Runden Tisch ein Konzept entwickelt. Die Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie der Flussentwicklung werden dabei mit den Weidetierhaltern abgestimmt. Mit am Runden Tisch sitzen auch die beiden Wachenhäuser Ralf Schwarz und Roy Wallowsky, die jetzt auf rhumenahen Flächen bei Wachenhausen Rinder halten.

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