Endlich wieder Matschsuppe

Waldkindergarten Oldershausen bei Northeim startet mit viel Freude nach der Corona-Pause

Kinder des Waldkindergartens bei Oldershausen sitzen und stehen in Mindestabständen verteilt an einer Sammelstelle im Wald
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Freuen sich, dass sie nach der Corona-Pause endlich wieder im Wald spielen können: die Kinder des Waldkindergartens bei Oldershausen.

Die Freude steht den Kindern des Waldkindergartens ins Gesicht geschrieben: Endlich dürfen sie nach der langen Corona-Zwangspause wieder mit ihren Freunden spielen, werkeln und den Wald erkunden.

„Die vielen Wochen ohne Waldkindergarten hat die Kinder schon verändert“, stellt Gruppenleiter Eike Kretzschmar fest. Sie gehen so liebenswürdig miteinander um, berichtet er. Die Gemeinschaft unter den „Waldwichteln“ sei richtig gut, freut er sich.

Eike Kretzschmar, Gruppenleiter der Waldwichtel im Waldkindergarten Oldenrode

16 Hektar Wald und Feldmark stehen der Gruppe bei Oldershausen zur Verfügung. Die Kinder verbringen das ganze Jahr draußen, bei Wind und Wetter. Nur bei Gewitter oder anderen Unwetterlagen finden sie Unterschlupf im benachbarten Dorfgemeinschaftshaus oder in der Turnhalle in Düderode. Sie unterhalten auch einen regen Austausch mit den Kindern der Kita Spatzennest in Düderode, denen der Waldkindergarten zugeordnet ist.

„Unsere Kinder sind seltener krank“, stellen die Eltern fest, denn sie seien einfach abgehärtet und im Wald würden sich Krankheiten nicht so schnell übertragen. So machen sie sich auch wegen Corona wenig Sorgen. Und Eike Kretschmar sowie Silke Hilt, die die Kinder betreuen, erinnern immer an die Abstandsregeln. „Doofes Corona“, schimpft dann auch mal ein Kind. Aber in Kleingruppen verteilen sich die Kinder schnell im Wald. Mit Säge, Feile, Schaufel und Schubkarre ziehen sie zum Matschloch, zu ihrem Boot oder unter die Baumgruppe, unter deren Fuß Fallholz liegt und beginnen, fleißig zu werkeln. Dabei sind die Werkzeuge durchaus scharf, aber die Kinder wissen mit ihnen umzugehen. „Vertrauen zwischen allen und auch offen mit Gefahren umzugehen ist wichtig“, erklärt Kretzschmar. „Es gibt nur sehr wenige, aber sehr konsequente Regeln“, betont er.

Großes Interesse an der Natur

Das Interesse an der Natur ist bei den Kindern sehr groß, sie haben keine Berührungsängste, was Insekten anbelangt, alles wird genau untersucht. Den Umgang mit den ungeliebten Zecken haben sie ebenfalls gelernt und schon ein geübtes Auge, die kleinen Spinnentiere rechtzeitig zu erkennen.

Gespielt wird mit Waldspielzeug. „Ich liebe Tannenzapfenweitwurf“, verrät ein Junge, während sich zwei andere Kinder zum Matschsuppekochen verabreden. Zur Pause ertönt ein großer Gong, dann laufen die „Waldwichtel“ zügig zu den zwei Bauwagen und dem hölzernen Wichtelstübchen. Gegessen wird nur, was aus der Brotdose kommt. Das ist eine der wichtigen Regeln, um die Kinder vor eventuellen Vergiftungen zu schützen. Waldkunde und den Respekt vor der Natur zu lernen, gehört zum Programm des Waldkindergartens.

Das Konzept findet seit Corona besondere Beachtung. So haben sich schon Interessierte aus einem Nachbarlandkreis den Kindergarten angeguckt, um auch einen zu realisieren.

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