1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

Im Landkreis Northeim gibt es jetzt 83 Mitfahrerbänke

Erstellt:

Von: Olaf Weiss

Kommentare

Vertreter der beteiligten Städte und Gemeinden und des Amtes für regionale Landesförderung bei der Einweihung der Mitfahrerbank in Fredelsloh. Von dort gibt es unter anderem Mitfahrgelegenheiten nach Moringen.
Vertreter der beteiligten Städte und Gemeinden und des Amtes für regionale Landesförderung bei der Einweihung der Mitfahrerbank in Fredelsloh. Von dort gibt es unter anderem Mitfahrgelegenheiten nach Moringen. © Landkreis-Pressedienst Northeim

Daumen raus halten war gestern. Wer heute mitgenommen werden will, setzt sich auf eine Bank. 83 solcher Mitfahrerbänke gibt es nach Auskunft der Kreisverwaltung nun im Landkreis Northeim. Zu erkennen sind sie an einem Schild, das eine Hand mit ausgestrecktem Daumen zeigt.

Northeim – Wer mitgenommen werden möchten, setzt sich auf eine dieser Bänke, markiert auf einem Schild, in welche Richtung es gehen soll, und wartet, bis ein Autofahrer anhält. Die Organisatoren empfehlen allerdings nur Erwachsenen, eine Mitfahrerbank zu nutzen. Bevor die gemeinsame Fahrt beginnt, müssen sich Fahrer und Mitfahrer noch über das genau Ziel und das Verhalten zu Abstand und Hygiene einigen. Dann kann es losgehen.

Sieben Städten und Gemeinden (Bad Gandersheim, Bodenfelde, Hardegsen, Katlenburg-Lindau, Moringen, Nörten-Hardenberg und Uslar) haben sich zusammengeschlossen und das Kooperationsprojekt „Mitfahrbänke“ gestartet. Sie haben Kriterien, Standorte sowie das Aussehen der Bänke abgestimmt.

Die Bänke stehen an viel befahrenen Straßen. „Das Projekt unterstützt die Mobilität im ländlichen Raum und soll den Busverkehr ergänzen“, erklärt Torsten Bauer, Bürgermeister der Stadt Uslar. Deshalb seien sie teilweise an Bushaltestellen und Bahnhöfen aufgebaut. Außerdem stärkten die Mitfahrbänke das soziale Miteinander und sorgten nebenbei für eine Schonung des Klimas.

So wie diese Mitfahrerbank am Bahnhof Hardegsen, auf der Ursula Schrader wartet, sind viele der Bänke so aufgestellt, dass sie eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben.
So wie diese Mitfahrerbank am Bahnhof Hardegsen, auf der Ursula Schrader wartet, sind viele der Bänke so aufgestellt, dass sie eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben. © Roland Schrader

Aufgrund der Kooperation der Städte und Gemeinden gibt es laut Mitteilung zu fast jeder Bank eine Gegenbank. Die Projektgruppe hat jetzt die Mitfahrbänke stellvertretend in Fredelsloh eingeweiht. Unmittelbar vor der Einweihung hatten die Anwesenden miterlebt, wie eine erste Person mitgenommen wurde. „Das wirkt fast wie bestellt, zeigt aber, dass wir genau den richtigen Nerv getroffen haben“, betonte Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte.

Die Bildung von Fahrgemeinschaften erfolgt freiwillig und auf eigene Gefahr. Es werden also keine Gebühren erhoben. Im seltenen Falle eines Unfalls sind die Mitfahrer über die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers abgesichert. Personen können sich aber auf Wunsch bei den Kommunen registrieren lassen und erhalten eine Visitenkarte, die sie beim Mitfahren vorzeigen können.

Das Projekt hat laut Kreisverwaltung 75 000 Euro gekostet. 60 Prozent davon kommt aus dem EU-Programm Leader, 10 Prozent hat der Landkreis finanziert. Die übrigen Kosten haben die Städte und Gemeinden übernommen.

„Eine Arbeitsgruppe aus der Dorfregion „Wir 5 im Rhumetal“ hat die Idee der Mitfahrbänke erstmals ins Spiel gebracht und schnell gemerkt, dass diese über die Gemeindegrenzen gedacht werden muss“, berichtet Harald Möhle aus Katlenburg-Lindau, „Weitere Kommunen können gerne dem Netz an Mitfahrbänken beitreten und weitere Bänke aufstellen“, sagt Uwe Ahrens, Bürgermeister von Katlenburg-Lindau und stellvertretender Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region Harzweserland, die das Kreisgebiet Northeim umfasst.

Eine Übersicht der Bänke gibt es im Internet unter harzweserland.de/mitfahrerbank

(Olaf Weiss)

Auch interessant

Kommentare