Prognose bei 34 Schülern

Zu wenig Kinder: Stadt Northeim will Edesheimer Grundschule schließen

Steht vor dem Aus: Die Grundschule in Edesheim. Es wäre nach der Kardinal-Bertram-Schule am Standort Northeim die zweite Grundschule, die die Stadt Northeim schließt. Archivfoto: nh

Edesheim. Wegen sinkender Schülerzahlen zeichnet sich die Schließung der Edesheimer Grundschule ab. Voraussichtlich zum Beginn des nächsten Schuljahres sollen die Schüler in die Grundschule Am Sultmer in Northeim umziehen. Das erklärte der allgemeine Vertreter des Northeimer Bürgermeisters, Jörg Dodenhöft, in der Sitzung des Ortsrates.

Als Grund für die Schließungspläne bezeichnete er, dass im dritten Jahr in Folge die Schülerzahlen deutlich unter dem Grenzwert lägen. Er hatte zunächst bei 54 Schülern gelegen, dann hatte der Stadtrat ihn sogar auf 50 abgesenkt. Im laufenden Schuljahr habe es aber nur noch 38 Anmeldungen gegeben. Für das kommende Schuljahr läge die Prognose sogar nur bei 34.

Derzeit nur 40 Kinder

Die Edesheimer Schule firmiert bereits seit Februar 2013 als Außenstelle der Grundschule am Sultmer. Wegen der geringen Schülerzahlen von rund 40 werden die Kinder in Kombiklassen unterrichtet, einmal die Klassen 1 und 2 zusammen sowie einmal die Klassen 3 und 4. „Das funktioniert super gut“, sagt die Ex-Vorsitzende des Schulfördervereins, Sandra Schmidt.

Zum Einzugsgebiet gehören Edesheim, Hohnstedt und seit 2011 auch Stöckheim und Hollenstedt. Und da liegt nach Auffassung von Schmidt der Hase im Pfeffer. „Die Eltern aus Hollenstedt und Stöckheim schicken ihre Kinder lieber in die Schule Am Sultmer, weil es dort ein Ganztagesangebot gibt. Bei uns wird nur halbtags unterrichtet. Wenn die Hollenstedter und Stöckheimer ihre Kinder nach Edesheim schicken würden, hätten wir das Problem der Schließung nicht.“ Sie schätzt, dass 40 Kinder zu dieser Gruppe gehören.

Ortsbürgermeister Peter Mahrt (Wählergemeinschaft Edesheim) sagte, dass sich Edesheim mit einer Schließung nicht zufrieden geben werde. Er bezweifelte, dass die Schule am Sultmer die Kapazitäten besitze, um alle Schüler aufzunehmen. Dodenhöft antwortet, dass sei ihm neu. Er riet dazu, erst einmal das Verfahren abzuwarten.

Für Edesheim mit seinen rund 800 Einwohnern wäre die Schließung ein herber Schlag. „Die Schule ist ein Punkt beim Wettbewerb mit anderen Ortschaften“, sagte der Ortsbürgermeister. Dabei geht es nicht nur um den Wohnort nahen Unterricht, sondern auch um weitere Fragen: Was passiert mit dem Gebäude, dass die Stadt unter großen Kostenaufwand in den vergangenen Jahren auf den neuesten Stand der Brandschutztechnik gebracht hat, und was mit der Turnhalle.

Kampf aufnehmen

Die in der Sitzung neu gebildete Arbeitsgruppe Schule des Ortsrats und der Ortsrat selbst werden viel zu tun haben. Auch die Sandra Schmidt vom Förderverein wird den Kampf aufnehmen. „Wir werden wie schon bei unserem 50jährigen Schuljubiläum weiter Unterschriften für den Erhalt der Schule sammeln.“ Mahrt kündigte Gespräche zu diesem Thema an. „Zuletzt stirbt die Hoffnung.“ (zhp)

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