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Weniger Blinklicht über Lichtenborn

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Von: Niko Mönkemeyer

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Zwei Männer stehen vor einer Windkraftanlage und halten gemeinsam eine Lampe in der Hand.
Auf dem Heiligenberg bei Lichtenborn: Frank Ahrens und Jan-Christoph Friedrichs halten eine der Leuchten, die im Signalfeuer der Windkraftanlage verbaut sind. © Niko Mönkemeyer

Die Betreiber haben auf dem Heiligenberg bei Hardegsen ihre Windkraftanlage mit neuer Technik ausgestattet

Lichtenborn – Die Zeiten, in denen das neue, 2018 in Betrieb genommene Windrad auf dem Heiligenberg bei Lichtenborn aus Gründen der Flugsicherheit die ganze Nacht hindurch mit einem Blinklicht auf sich aufmerksam gemacht hat, sind vorbei.

Die beiden Betreiber, Frank Ahrens aus Lichtenborn und Dr. Jan-Christoph Friederichs aus Sievershausen (Einbeck), haben die Anlage jetzt mit einer sogenannten „bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung“ (BNK) ausstatten lassen. Das bedeutet: Das rote Blinklicht schaltet sich bei Dunkelheit automatisch nur dann selbst an, wenn sich ein Flugzeug im Umkreis von zehn Kilometern befindet. Laut Auswertung der entsprechenden aktuellen Daten wird die Zeit, in denen die Positionsleuchte blinkt, auf diese Weise um bis zu 75 Prozent reduziert.

„Wir haben die entsprechende Auflage des Gesetzgebers zunächst als einen weiteren Stein empfunden, den man der Windkraft nachträglich in den Weg gelegt hat“, blickt Friedrichs zurück.

Zum einen habe der ursprünglich bereits für Ende Juli 2020 festgelegte Stichtag die Windkraftbetreiber unter Druck gesetzt. Und zum anderen hätten zunächst nur sehr teure technische Möglichkeiten für die Erfüllung der Auflage zur Verfügung gestanden.

Die Ausstattung des Windrades mit einer Radaranlage hätte zusätzliche Kosten von rund einer halben Million Euro bedeutet, so Friedrichs. „Und das auch nur unter der Voraussetzung, dass es möglich gewesen wäre, unser Windrad mit einem weiteren in Volpriehausen zusammenzuschalten, sodass wir uns die Kosten mit dem dortigen Betreiber hätten teilen können.“

Zur Erleichterung von Ahrens und Friedrichs wurde nicht nur der Stichtag für die Umsetzung der Auflage auf Ende 2023 verschoben. Auch hinsichtlich der technischen Möglichkeiten gab es eine Entwicklung, weil die Flugsicherung ihren Widerstand gegen eine Transponderlösung in dieser Frage inzwischen aufgegeben hat. Das bedeutet, dass Windräder damit den Transpondercode von Flugzeugen empfangen können, den diese ständig von sich geben und mit dessen Hilfe sie eindeutig zu identifizieren sind.

„Das ist zum Glück technisch viel einfacher und natürlich auch kostengünstiger“, sagt Friedrichs und nennt einen „niedrigen fünfstelligen Betrag“ als Kosten für die entsprechende Ausstattung des Lichtenborner Windrades, das inzwischen auch hinsichtlich seiner Laufgeräusche so läuft, wie sich das die beiden Betreiber wünschen.

Bereits 2018 hatten sich fünf Monate nach der Inbetriebnahme einige Einwohner von Lichtenborn über eine Lärmbelästigung beklagt und gefordert, alle technischen Möglichkeiten zu nutzen, um den Schall, der bei bestimmten Windrichtungen und Böen ins Dorf gelenkt wird, zu reduzieren (wir berichteten).

„Da war der Hersteller in der Pflicht“, sagt Frank Ahrens und betont, dass diese Probleme nach einer entsprechenden Nachrüstung erledigt seien.

Ebenso wie Friedrichs kann er sich vorstellen, das Windrad künftig auch mit einer Anlage auszustatten, die anfliegende Rotmilane erkennt und für ein Abschalten des Rotors sorgt.

„Technisch ist das schon alles möglich“, sagt Ahrens und fügt schmunzelnd hinzu: „Aber ein Zulassung dafür gibt es bislang noch nicht.“ (Niko Mönkemeyer)

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