Kritik

Windkraft: Bürgerinitiative kündigt Aktionen gegen geplante Anlagen an

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Windräder sind heutzutage meist um die 200 Meter hoch.

Moringen. Die Bürgerinitiative (BI) gegen Windkraftanlagen auf der Weper ist mit dem Ergebnis eines nichtöffentlichen Gespräches mit Vertretern der Stadtratsfraktionen und Bürgermeisterin Heike Müller-Otte alles andere als zufrieden.

„Wir werden mit weiteren Aktionen auf die negativen Auswirkungen der geplanten Anlagen für die Stadt Moringen und ihre Bewohner aufmerksam machen“, kündigte BI-Sprecher Burkhard Carstens an.

Ein Streitpunkt ist die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes mit der Ausweisung von Windvorranggebieten. Für die Bürgermeisterin ist es das Mittel der Wahl. „Damit können wir den Bau von Windkraftanlagen steuern“, sagt sie mit Blick auf eine befürchtete „Verspargelung“ der Landschaft. Wiederholt hatte sie auch schon zuvor darauf hingewiesen, dass die Stadt aufgrund der Gesetzeslage gezwungen sei, „substantiell“ Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen.

Die BI wirft der Stadt dagegen vor, die Sorgen der Bürger nicht ernst zu nehmen und mit einer Verzögerungstaktik zu arbeiten. Sie befürchten unter anderem eine Landschaftsverschandelung, Lärmstress, Verschattung und die Gefährdung durch Infraschall, die von den bis zu sechs geplanten Anlagen auf der Weper ausgehen würden.

Für zweischneidig hält die BI das Argument der Ausweisung von Windvorrangflächen. Es dürfe zeitlich auch schon vor der Ausweisung von Windvorrangflächen gebaut werden, wenn die gesetzlichen Auflagen erfüllt werden, und dann dürfen die Anlagen sogar bis auf 400 Meter an die Ortslagen heranrücken. „Wir bezweifeln, dass die Änderung des Flächennutzungplans die Lösung ist“, sagt Burkhard Carstens.

Die BI plant eine weitere öffentliche Info-Veranstaltung, zu der auch Verwaltung und Rat eingeladen werden sollen, eine Plakat-Aktion „Heike, verschandele nicht die Landschaft“ und Unterschriftensammlungen gegen die Anlagen. Die Info-Veranstaltung soll noch vor der Ratssitzung im September stattfinden.

Angst vor Lärm

Im Punkt Lärm sieht die BI einen Ansatzpunkt gegen die Anlagen. „Wir werden Lärmmessungen veranlassen, um für den Fall eines Baus Belege zu haben, in welchem Umfang die Belastung für die Stadt steigt“, sagt Carstens. Die BI befürchtet, dass die Stadt unter einer Dauerbelastung in der Lautstärke eines laufenden Geschirrspülers leiden wird. „Dann kann nachts niemand mehr bei offenem Fenster schlafen.“ (zhp)

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