Ein idealer Winter für Schädlinge

Verfrühte Blüte: Dietmar Denecke an einer Mimose (Acacia dealbata), die infolge des milden Wetters einige Wochen früher blüht als üblich. Foto:  Weiss

Northeim. Weil die starken Fröste bisher ausgeblieben sind, droht in diesem Jahr auf Äcker und in Gärten eine Schädlingsplage.

Der milde Winter macht der Landwirtschaft Sorge. „Durch die fehlenden Minusgrade haben wir keine Unterstützung bei der Schädlingsbekämpfung“, sagte der Leiter der Landwirtschaftskammerbezirksstelle Northeim, Dr. Karsten Möller, auf Anfrage der HNA.

Vor allem Mäuse seien ein Thema - aber auch Blattläuse, die Viren auf Pflanzen übertragen können. Außerdem gebe es bereits Anzeichen, dass im Getreide wie im vergangenen Jahr wieder Gelbrost auftritt. Neue, aggressive Rassen dieses Pilzes, die aus dem Himalaya stammen, würden sich hierzulande ausbreiten.

„Es ist atemberaubend, was eine Gelbrost-Epidemie für einen Schaden erzeugen kann“, sagte Möller. Gegen die Viren und den Pilz müsste gespritzt werden.

Aber ein plötzlicher stärkerer Frost wäre für die Landwirte auch kein Segen. Bei einem Temperatursturz käme es zu Auswinterungsschäden, erklärte Möller. Vor allem der Raps sei dann gefährdet, denn bei einem so milden Winter wie diesem mache dieser keine Winterruhe - das heißt, er stellt das Wachstum nicht völlig ein.

Aber auch an den Gärten gehen die milden Temperaturen nicht spurlos vorbei. Der Northeimer Gärtner Dietmar Denecke hält eine Schneckenplage für wahrscheinlich, die „noch massiver“ als im vergangenen Jahr ausfallen könnte. Auch der Blattläuse könnten sich auf Gartenpflanzen stärker ausbreiten als sonst.

„Die Pflanzen sind irritiert“, sagte der Gärtner. Obstbäumen würden sich zwar noch zurückhalten, aber Forsythien würden beispielsweise bereits beginnen zu blühen. Das sei aber unproblematisch. Bei stärkerem Frost würden zwar die Blüten zerstört, die Pflanzen würden aber keinen Schaden nehmen.

Gartenbesitzern rät er, Ruhe zu bewahren. Bis die Arbeit an Sträuchern und Büschen beginne, sei noch Zeit. Beispielsweise sollten Rosen noch keinesfalls abgedeckt werden. Gehe die Beschattung verloren, könnten sich durch die Sonneneinstrahlung Triebe entwickeln, die dann bei Frost kaputt frieren. (ows)

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