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Wohngeldstellen im Kreis Northeim arbeiten am Anschlag

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Von: Axel Gödecke

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Wohngeldantrag
Künftig sollen 2 Millionen Haushalte mit 4,5 Millionen Menschen Wohngeld erhalten. © Robert Michael/dpa

Der Bezieherkreis von Wohngeld wird sich zum Jahreswechsel deutlich erweitern. Antragsteller auch aus dem Landkreis Northeim werden mit langen Wartezeiten zu rechnen haben.

Northeim – Wer im Landkreis Northeim Wohngeld beantragt, der braucht jetzt schon Geduld und finanzielle Reserven, denn die Wohngeldstellen in der Kreisverwaltung und bei der Stadt Einbeck sind wegen Personalnot stark belastet. Weil der Bund das Wohngeld ab 2023 anhebt und den Bezieherkreis ausweitet, rechnet der Landkreis mit einem Anstieg der Fallzahlen um 40 Prozent.

Bereits jetzt sei das Antragsaufkommen angestiegen, betont Kreis-Pressesprecherin Saskia Binnewies. In diesem Jahr seien bislang rund 2700 Anträge gestellt worden, von denen 600 noch in Bearbeitung seien. Die aktuell fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreis-Wohngeldstelle seien bestrebt, diese schnell zu bearbeiten. Dennoch könne es zu Bearbeitungszeiten von mehreren Monaten kommen. Diese Zeiten könnten sich noch deutlich verlängern, wenn zum Jahreswechsel die Antragszahlen sprunghaft in die Höhe gehen. Täglich würden bereits jetzt vermehrt Anträge telefonisch und persönlich angefordert und es gebe deutlich mehr Anfragen.

Bereits mit der Bekanntgabe der Bundesregierung zu den Änderungen und der Ausweitung des Berechtigtenkreises bis auf das Dreifache der bisherigen Leistungsbezieher habe der Kreis weitere fünf Stellen für den Wohngeldbereich ausgeschrieben, bislang mit wenig Erfolg. Es werde eine erneute Ausschreibung geben.

Leider macht sich auch hier der Fachkräftemangel bemerkbar. Grundvoraussetzung für die Sachbearbeitung sei die Ausbildung zur oder zum Verwaltungsfachangestellten. Infrage kämen auch Bürokaufleute oder Rechtsanwalts- und Notargehilfen.

Auch die aktuell mit nur einem Mitarbeiter besetzte Wohngeldstelle der Stadt Einbeck arbeitet am Anschlag. Im Jahresdurchschnitt würden bislang 450 Fälle bearbeitet. Doch auch in Einbeck geht man von einem Ansturm zum Jahreswechsel aus. Laut Florian Schröder, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, erweitere die Stadt angesichts der Reform, deren Eckdaten noch nicht ganz feststünden, den Wohngeldbereich um 1,5 zusätzliche Personalstellen mit zwei Verwaltungsfachangestellten. Ob dies ausreiche, bleibe abzuwarten.

Die Bearbeitungszeit für Anträge hänge davon ab, ob alle Unterlagen eingereicht sind. Sei dies der Fall, dauere die Bearbeitung nur wenige Tage. Relativ häufig müssten allerdings Unterlagen nachgefordert werden, so Schröder.

Wohngeldreform zum 1. Januar 2023

Für den 1. Januar 2023 hat der Bund das „Wohngeld Plus“ angekündigt. Eine Verdoppelung ist geplant, und es wird der Empfängerkreis um 600 000 Haushalte auf dann zwei Millionen steigen. Zudem wird eine Heizkostenpauschale pro Kopf eingeführt. Zuständig ist die Wohngeldstelle beim Landkreis (Ansprechpartner übers Internet unter zu.hna.de/wohngeld). Für Personen, die in Einbeck ihren Wohnsitz haben, ist die Stadt Einbeck zuständig, Tel. 0 55 61/91 64 13. (Axel Gödecke)

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