Ein Wohnmobil für Hühner

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Glückliche Hühner: Irmgard und Jörge Penk mit dem zutraulichen Federvieh sind vor dem Hühnermobil zu sehen. Im Hintergrund schauen die Vertragspartner zu.

Grossenrode. In der Feldmark zwischen Großenrode und Thüdinghausen werden Eier von besonders glücklichen Hühnern gelegt. Den Unterschied zu anderen Produktionsstätten macht die Unterbringung aus: Die gefiederten Zweibeiner leben und schlafen nämlich in einer Art Wohnmobil.

„Das ist eine Tierhaltung, wie sie im Buche steht“, verkündete Landwirt Jörge Penk gestern bei einem Pressetermin. Er und seine Frau Irmgard, beides studierte Landwirte, haben sich auf Bio-Produkte spezialisiert,

„Mit der Anschaffung des Hühnermobils haben wir einen Schritt nach vorn gemacht und in die Zukunft investiert“, sagt der Selbstvermarkter. Der Hühnerstall fürs Federvieh ist, wie der Name schon verrät, mobil. Das hat den Vorteil, dass die 800 Hühner, die darin Platz finden, zur nächsten Weide gebracht werden können, wenn die vorige nach etwa zwei Wochen abgegrast ist.

Ständig frisches Grün allein reicht den Hühnern allerdings nicht, um die schmackhaften und durch ein besonders kräftiges Eigelb auffallenden Eier in die mit Streu versehenen Boxen zu legen. Dazu bedarf es auch eines speziellen Biofutters, das die Hühner ständig vorfinden. Gesteuert wird die Technik des isolierten Hühnermobils übrigens mit Strom, der über eine auf dem Dach installierte Photovoltaik-Anlage erzeugt wird.

Derartige innovative Hühnerställe gibt es bislang nur 13 in Niedersachsen. Weltweit einmalig dürfte nach Ansicht von Mobil-Hersteller Iris Weiland allerdings das Großenroder Kooperationsmodell sein. Die Biobauern Irmgard und Jörge Penk haben sich mit dem Nörtener Burghotel sowie der Rewe-Gippert OHG in Moringen und Bovenden sowie dem Edeka-Markt Rose (Neukauf) in Nörten drei Partner ins Boot geholt.

Die Konstellation sieht so aus, dass sich die drei Partner finanziell zu gleichen Teilen an der Anschaffung des 120 000 Euro teuren Mobils beteiligt haben. „Diese Kredite zahlen wir jetzt in Naturalien zurück“, erläutert Penk.

Die Partner, die zuvor schon mit Kartoffeln und Gemüse von den Großenroder Bio-Bauern beliefert wurden, schwärmen übereinstimmend von den „tollen Eiern aus artgerechter Tierhaltung“.

Im Nörtener Burghotel und im Northeimer Hotel Freigeist werde auf Spitzenqualität besonders hoher Wert gelegt, sagte Ina ten Doornkaat, Leiterin des Gräflichen Landsitzes. Da seien diese Eier optimal. Und die Marktbetreiber tragen dem Trend zu Bio-Produkten Rechnung, zumal die Eier direkt vor der Haustür produziert würden. „Besser geht es nicht!“ (ajo)

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