Wohnmobile kommen langsam wieder in den Landkreis Northeim

Reisemobilisten sind attraktiv für Tourismus

Zwischenstopp am Kurpark: Familie Rohde aus Benzheim bei Darmstadt nutzt den Wohnmobilhafen in Hardegsen für einen Aufenthalt.
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Zwischenstopp am Kurpark: Familie Rohde aus Benzheim bei Darmstadt nutzt den Wohnmobilhafen in Hardegsen für einen Aufenthalt.

Seit der Corona-Platzsperre vom 16. März bis 14. Mai verbessern sich die Übernachtungszahlen bei den Wohnmobilisten nur langsam.

Landkreis Northeim – „Im Juli waren wir erstmals wieder auf Vorjahresniveau. Auch der August entwickelt sich positiv, das heißt, ähnlich wie 2019. Eine deutliche Steigerung ist aber nicht zu erwarten“, heißt es auf HNA-Nachfrage unter anderem aus Uslar und Hardegsen.

Es fehlen die ausländischen Camper, die in den Vorjahren einen großen Anteil während der Hauptsaison ausmachten. Wohnmobile aus Skandinavien gibt es aktuell gar nicht, Besucher aus Holland, Österreich und der Schweiz buchen erst während der vergangenen zwei Wochen wieder. Inzwischen werden jedoch die öffentlichen Stellplätze der Region in der Regel wieder wie im Vorjahr von deutschen Campern angefahren. Ein direkter Vergleich ist aber schwierig, da sie auf den gebührenfreien Plätzen nicht erfasst werden.

Helvi Ritter Von der Northeim Touristik

Wohnmobilisten sind eine wachsende und interessante Zielgruppe, so Helvi Ritter, Geschäftsführerin der Northeim Touristik. Für die Wohnmobilfans sei oftmals schon der Weg das Ziel. Sie erkunden Städte und Regionen als Tagesgäste, und zwar nicht nur bei stadtgeschichtlichen Entdeckungstouren, sondern sie suchen auch kulinarische, Einkaufs- und Freizeiterlebnisse, schildert Ritter den Unternehmungsgeist der Wohnmobilisten.

Oftmals hätten die Gäste mit Wohnmobil ihr Fahrrad dabei. Deshalb sei es aus touristischer Sicht unverzichtbar, attraktive Wohnmobilstellplätze und gute Rad- und Wanderwege in und um Northeim vorzuhalten beziehungsweise auszuweisen, so Ritter.

In Northeim gebe es „eigentlich“ genügend Stellplätze. Allerdings seien die Rückmeldungen der Besucher nicht nur positiv. Insbesondere störten an den öffentlichen Plätzen In der Fluth und Am Nordhafen die Lärmbelästigungen. Dies führe dazu, dass Gäste oft nur zur Durchreise bleiben beziehungsweise sich nach attraktiveren Plätzen erkundigen. Deshalb wünscht sich Ritter mindestens einen weiteren ruhigen Platz in Innenstadtnähe.

In den vergangenen Jahren gab es dazu immer mal wieder Besichtigungen möglicher Standorte, so Ritter. Eine Realisierung erfolgte jedoch nicht. „Wir könnten uns vorstellen, dass im Zuge des Projektes Schuhwallhalle dort ein Wohnmobilstellplatz installiert werden kann“.

Seitens der Stadtverwaltung wird auf Anfrage mitgeteilt, dass die Schaffung weiterer Wohnmobilstellplätze im Innenstadtbereich zurzeit geprüft werde. Als konkrete Standorte kommen der ehemaliger Brauereiparkplatz und die Bereiche zum Rhumekanal im Baumschulenweg und rund um das Hallenbad infrage.

Welche offiziellen Stellplätze es im Landkreis neben denen auf Campingplätzen gibt, ist hier zusammengefasst:

Northeim

In Northeim gibt es zurzeit zwei Wohnmobilstellplätze, einen zentrumsnahen auf dem Parkplatz In der Fluth ohne Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und einen Stellplatz auf dem Parkplatz Am Nordhafen mit einer Entsorgungsmöglichkeit, einer Frischwasser- und zwei Stromsäulen. Auf beiden Plätzen können bis zu zehn Wohnmobile abgestellt werden.

In der Fluth können die Fahrzeuge gebührenfrei für 24 Stunden abgestellt werden. Am Freizeitsee wird für Strom und Frischwasser ein „geringes Entgelt“ erhoben, heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt.

Die Einleitung des Abwassers könne kostenfrei erfolgen. Der Stellplatz kostet laut Internetportal Promobil in der Hauptsaison sechs Euro pro Nacht, für Strom fallen demnach 0,50 Euro/kWh und für Wasser 0,50 Euro/100 Liter an.

Hardegsen

Der Wohnmobilhafen liegt ruhig an der sogenannten „Steinbreite“ in unmittelbarer Nähe des Kurparks, der Burg Hardeg und des Burgbades, nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt. 15 Stellplätze stehen hier zur Verfügung. Die Ausstattung entspräche dem Niveau von Fünf-Sterne--Premium-Plätzen, so der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Olaf Müller.

Pro Nacht zahlen die Camper neun Euro Stellplatzgebühr plus 2,50 Euro für Dusche/WC pro Person, falls gewünscht. Für weitere Übernachtungen gibt es gestaffelte Vergünstigungen.

Strom wird separat verbrauchsabhängig mit einem Euro für acht Stunden abgerechnet.

Moringen

In Moringen gibt es derzeit zwei Wohnmobilstellplätze, teilt die Stadtverwaltung mit. Diese würden unverändert frequentiert. Einen kostenfreien Wohnmobilstellplatz gibt es in der Kernstadt auf dem Domänenhof für insgesamt drei Wohnmobile ohne Ver- und Entsorgung sowie einen Stellplatz in der Ortschaft Fredelsloh für insgesamt sechs Fahrzeuge.

Der Stellplatz in Fredelsloh, der erst in diesem Jahr in Betrieb genommen wurde, kostet pro Übernachtung fünf Euro, außerdem wird hier die Strom- und Wasserversorgung gegen Gebühr angeboten. Die Entsorgung von Grauwasser ist kostenfrei.

Nörten-Hardenberg

Der Wohnmobilstellplatz am Hallenbad in Nörten-Hardenberg verfügt über sieben Stromanschlüsse und eine Wasserentnahmestelle.

Es sind aber auch schon einmal über 20 Wohnmobile gleichzeitig auf dem Stellplatz gewesen, berichtet Jürgen Werner vom Hallenbad Nörten-Hardenberg, der auch für die Stellplätze zuständig ist.

Während der Öffnungszeiten des Hallenbades können die öffentlichen Toiletten des Hallenbades genutzt werden.

Im Übernachtungspreis von fünf Euro ist der Eintritt für eine Person in das Hallenbad enthalten. Dort kann auch geduscht werden. Für die Entnahme von Wasser und Strom wird je ein Euro für acht Stunden berechnet. Die Müllentsorgung ist kostenfrei. Außerdem haben Vodafonekunden einen kostenfreien Zugang zum Wlan-Hotspot, für die anderen ist die erste halbe Stunde kostenfrei.

Kalefeld

In der Gemeinde Kalefeld gibt es keine explizit ausgewiesenen Wohnmobilstellplätze, informiert Bürgermeister Jens Meyer. Plätze stehen im Rahmen der Verfügbarkeit jedoch auf dem Campingplatz am Freibad in Düderode zur Verfügung. Ebenso gibt es Strom- und Wasseranschlüsse auf Nachfrage, so Meyer.

Katlenburg-Lindau

Die Gemeinde Katlenburg-Lindau verfügt zwar über einen großen gewerblichen Anbieter von Wohnmobilen, jedoch über keine Stellplätze in der Gemeinde. Dies soll sich jedoch nach Auskunft von Bürgermeister Uwe Ahrens möglichst ändern. Nach einem Beschluss des Ortsrats vom Juni soll ein Antrag im Rahmen des Dorfregions-Programms gestellt werden, um Ideen für Stellplätze vor der Ruine des Kuhstalls auf dem Gelände der Burg Katlenburg zu entwickeln.

Uslar

Es gibt in Uslar insgesamt 20 Wohnmobilstellplätze am Reisemobilpark am Badeland. Die Übernachtung pro Wohnmobil und Tag kostet sechs Euro. An den vier Stromsäulen kann für einen Euro für sechs Stunden Strom bezogen werden. Frischwasser kostet einen Euro pro 10 Minuten, teilt Claudia Filpe von der Solling-Vogler-Region im Weserbergland mit. Die Nutzung des Toilettenhauses kostet 0,50 Euro.

Duschmöglichkeiten bestehen für 2,50 Euro in der Woche im Badeland sowie am Wochenende zu den Öffnungszeiten des Badelandes für vier Euro. Der Reisemobilpark am Badeland ist ein ausgezeichneter Stellplatz bei top-platz.de.

Familie Niedermeyer, Lindenhof, bietet ebenfalls einen Platz an, ergänzt die Tourismusmanagerin.

(Rosemarie Gerhardy)

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