Skandinavier fehlen auf den Campingplätzen

Campingplätze im Landkreis Northeim noch lange nicht ausgebucht - Wohnmobilplätze sind gefragt

Bei Dauercampern und Durchreisenden beliebt: der Campingplatz Schönhagen.
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Bei Dauercampern und Durchreisenden beliebt: der Campingplatz Schönhagen. (Archivfoto)

Die Campingplätze im Landkreis Northeim können nicht von dem coronabedingten Trend, Urlaub in Deutschland zu machen, profitieren. Anders sieht es bei den Wohnmobilplätzen aus, da verzeichnen die Städte und Gemeinden ein verstärktes Interesse, auch wenn die Zahlen von 2019 in der Regel noch nicht ganz erreicht werden.

Landkreis Northeim – „Aktuell haben wir rund 50 Prozent weniger Buchungen als vor Corona“, berichtet Runa Baumanns, Betreiberin des Northeimer Campingplatzes am Sultmer. Es fehle der Durchgangsverkehr von Skandinaviern und Holländern, die vor Corona den Campingplatz in Autobahnnähe als Zwischenstation bei ihrer Reise in den Süden genutzt hätten. Nachgefragt würden immer mehr Dauerstellplätze, aber die seien aktuell alle ausgebucht. Erfreulich sei, dass die Gastronomie am Campingplatz wieder so gut angelaufen sei, zeigt sich Baumanns versöhnlich. Das helfe enorm.

Der Northeimer Campingplatz verfügt über 100 Stellplätze für Wohnwagen, 10 für Wohnmobile und 15 Dauerstellplätze. Außerdem gibt es drei Naturhäuser zu mieten.

Campingplatz Düderode

Ähnlich stellt sich die Situation auch auf dem Campingplatz Düderode am Waldschwimmbad dar. Pächter Jens Schoon hat zwar einige Anfragen von Durchgangsreisenden. Auch alle 28 Dauerstellplätze sind belegt. Allerdings fehlen auch hier die Skandinavier, die für eine bessere Auslastung sorgen. Zudem habe er – anders als in den Vorjahren – überhaupt keine Anfrage von Campern, die längere Zeit in Düderode verweilen möchten. Und auf dem Zeltplatz sei es auch leer. Zelten scheine prinzipiell aus der Mode gekommen zu sein, glaubt er.

Northeimer Nordhafen

Beim gebührenpflichtigen Wohnmobilstellplatz am Northeimer Nordhafen, direkt zwischen Autobahn und Kiessee gelegen, kann hingegen eine leichte Steigerung an Übernachtungen ausgemacht werden. So habe es in der 25. bis 28. Kalenderwoche 2019 179 Übernachtungen, 2020 213 Übernachtungen und in diesem Jahr 216 Übernachtungen gegeben, teilt die Stadt Northeim mit.

Zehn Stellplätze stehen am Northeimer Freizeitsee für Wohnmobilisten zur Verfügung. Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sind vorhanden, Strom und Frischwasser gegen Entgelt verfügbar, Einleitung von Abwasser ist kostenlos. Eine Übernachtung kostet 6 Euro, drei Tage 15 Euro und eine Woche 30 Euro.

Zehn weitere Wohnmobilstellplätze gibt es In der Fluth in Northeim. Da hier keine Gebühren erhoben werden, liegen laut Stadtverwaltung auch keine Daten über Übernachtungszahlen vor.

Wohnmobilplatz Hardegsen

Beim Wohnmobilplatz in Hardegsen steigen die Übernachtungszahlen laut Stadt wieder. Allein für Juli werden über 170 Übernachtungen erwartet. Allerdings liegt man damit noch hinter den Vorjahren 200 (2018), 236 (2019) und 240 (2020) zurück.

Auch in Hardegsen merke man, dass die Übernachtungen mit internationalen Gästen nur langsam wieder anlaufen.

Stolz ist man darauf, dass der Wohnmobilhafen bei mobilisten.de auf Platz 7 unter den Top 50 der beliebtesten Wohnmobilplätze geführt würde.

Stellplätze in Moringen und Fredelsloh

Der Wohnmobilstellplatz in Moringen ist auf dem Domänenhof im Zentrum verortet und kostenlos. Genutzt wird er vor allem in den Sommermonaten als Zwischenübernachtungsmöglichkeit. Zumindest in den Sommerferien sei der Platz beinahe täglich mit mindestens einem Fahrzeug belegt, berichtet Bürgermeisterin Heike Müller-Otte.

Seit Ende 2019 ist ein Stellplatz für Wohnmobile am Schützenhaus in Fredelsloh am Hainberg entstanden. Auf geschottertem Untergrund werden sechs Plätze für Wohnmobile mit einer Gesamtlänge von bis zu zehn Metern angeboten. Die Kosten je Übernachtung betragen 5 Euro zuzüglich Strom- und Frischwasserkosten.

„Die Rückmeldungen für den Platz, das Ambiente und die einfache, unkomplizierte Abwicklung sind sehr positiv. Der Stellplatz war bis auf die coronabedingten Verbotszeiten in diesem und letzten Jahr immer gut belegt“, berichtet Müller-Otte. Insgesamt wurden 2020, rund 220 Übernachtungen registriert und 2021 trotz des langen Lockdowns bereits 120 Übernachtungen.

Campingplatz Schönhagen

Am Campingplatz Schönhagen mit rund 55 Touristen-Stellplätzen und 100 Dauerstellplätzen ist die Nachfrage seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown gut bis befriedigend, berichten Ralf und Susanne Schneider als Campingplatzbetreiber. Die Verweildauer der Camper betrage im Durchschnitt aber bisher nur zwei bis drei Tage. Die Frage, ob es inzwischen mehr Wohnmobile als vor Corona gibt, ist aus Sicht von Ralf und Susanne Schneider schwer zu beantworten. Sie denken aber, dass es eher nicht so ist. Es gebe viele, die das mit dem Wohnmobil erst mal nur für eine Nacht ausprobierten. Eindeutig ist es bei den Dauerstellplätzen: Die Nachfrage danach ist gestiegen, so Schneiders.

Camping in Bodenfelde

Der Campingplatz in Bodenfelde neben dem Freibad hat nach den Worten der Platzwartin Petra Störmer zu kämpfen, was die Nachfrage betrifft. Der Campingplatz, der vom Campingverein Bodenfelde bewirtschaftet wird, liege nicht an der Weser oder an bekannten Radwegen, sagt Störmer. Die Verweildauer der Camper auf dem Platz in Bodenfelde ist unterschiedlich und reicht von einer Nacht bis ein bis zwei Wochen. Es gibt eine Zunahme von Wohnmobilen, bestätigt die Platzwartin. Sie hat aber auch eine Zunahme bei Wohnwagen registriert. Dauerstellplätze würden zurzeit nicht verstärkt nachgefragt. Der Campingplatz in Bodenfelde hat 30 Plätze und für Durchgangscamper aber immer Platzreserven, wenn alles belegt ist.

In Bodenfelde selbst gibt es keine anderen Wohnmobilstellplätze, aber in direkter Nachbarschaft in Lippoldsberg sowie in Uslar.

Wohnmobilplätze in Uslar

Der Wohnmobilplatz in Uslar (20 Plätze) wird laut Touristik-Information seit der Corona-Zwangspause dieses Jahr ganz gut angenommen. Allerdings erreicht man noch nicht die Zahlen aus dem Vorjahr, als man sozusagen überrannt wurde, weil die Wohnmobilisten nicht ins Ausland durften.

Campingplatz Delliehausen

Das Bergseecamp in Delliehausen wird nach längerer Schließung schon vor Corona zurzeit wieder aktiviert als naturnaher Campingplatz. Die Reparaturen und Neuinstallationen der Technik schreiten voran, berichtet Harald Giesecke. Die Anlage ist aber noch nicht wieder angemeldet.  (fsd/rom)

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