Tiere waren bislang nur auf Durchreise

Der Wolf ist in Südniedersachsen noch nicht heimisch

Northeim. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde im Landkreis Northeim mehrfach ein Wolf gesichtet. Jetzt ist klar: Das Tier war nur auf der Durchreise.

Bis heute ist in ganz Südniedersachsen kein Wolf heimisch geworden.

Insgesamt gibt es laut Bettina Dörr, Pressesprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), aktuell 15 Wolfsrudel, zwei Wolfspaare und drei residente Einzeltiere in Niedersachsen. Damit kommt man auf 100 bis 150 Wölfe im Bundesland. Zum Vergleich: Mitte 2015 waren es laut NLWKN noch rund 60 Tiere.

In Südniedersachsen hat sich allerdings noch keines der Tiere niedergelassen. Schwerpunkt sei der Nordosten Niedersachsens. Eine weitere große Anzahl gibt es weit im Osten Deutschlands.

Mit der gestiegenen Anzahl von Wölfen hat sich auch die Zahl der Unfälle mit ihnen gesteigert. So gab es im Norden seit Jahresbeginn zehn tote Wölfe, zuletzt am Mittwochabend in Salzgitter. Laut Dörr lässt sich dies auf die Jahreszeit zurückführen.

Die Jungwölfe lösen sich von den Elterntieren, sind „im Rausch der Hormone, risikofreudiger und noch nicht so erfahren im Umgang mit Verkehr“, erklärt Dörr. Seit dem Jahr 2000 sind in Niedersachsen 38 Wölfe ums Leben gekommen. 29 von ihnen starben bei Verkehrsunfällen, vier wurden illegal getötet.

Letzte Sichtung im Sommer

Den letzten Wolfsnachweis in Südniedersachsen gab es laut Landesjägerschaft Niedersachsen am 10. Juli 2017 in Lödingsen im Kreis Göttingen. Dort hatte eine Person ein Foto von dem Tier anfertigen können, was letztlich zum zweifelsfreien Nachweis des Wolfes geführt hatte. Seitdem gab es keine weiteren Sichtungen in Südniedersachsen, wie Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft, der HNA bestätigt.

Rubriklistenbild: © dpa/Julian Stratenschulte

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