Raum für Trauer:

Zentrum Lutom begleitet trauernde Kinder und Jugendliche

Stolz auf das Zentrum: Trauerbegleiterinnen Ellen Rehkopf (von links) und Angelika Köhler, Pastor Bernd Ranke, Leiterinnen Annette Hartmann und Susanna Lenkewitz, Landrat Michael Wickmann und Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser.

Northeim. Wie sieht ein Ort aus, an dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Abschied von den Menschen nehmen können, die ihnen am meisten am Herzen liegen? Wie eine gemütlich eingerichtete Wohnung, sagten sich die Gründer des Zentrums „Lutom - Liebe und Tränen ohne Mauern.“

Das neue Zentrum des ambulanten Hospizdienstes Leine-Solling, das sich im zweiten Stock der Teichstraße 18 befindet, gibt Hilfe bei der Trauerbewältigung.

Vor rund 40 Menschen drückten Landrat Michael Wickmann, Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser und Pastor Bernd Ranke ihre Freude über das Zustandekommen des Zentrums aus. Eine Lücke im Landkreis sei nun gefüllt, sagte der Landrat und lobte: „In unserem Landkreis sind Menschen für Menschen da.“

Informationen:

www.trau-dich-netz.de

oder
Tel. 0 55 51-91 58 35 

Susanna Lenkewitz, Projektleiterin von Lutom, erklärte: „Wenn ein Elternteil stirbt, dann ist das eine große Belastung für die ganze Familie.“ Gehörten zu den Hinterbliebenen Kinder und Jugendliche, brauche es oft Hilfe von außen. Pastor Bernd Ranke, der auch Vorstandsvorsitzender der Diakonie Leine-Solling ist, sagte: „Unser Zentrum steht für jeden offen, unabhängig von seiner Konfession.“

Bevor die Räume in der 120 Quadratmeter großen Wohnung gestaltet wurden, habe man sich andere Trauerhäuser angesehen, erzählte eine Trauerbegleiterin. In einem Toberaum finde überschüssige Energie ein Ventil, im Ruheraum könne man zu sich selbst kommen, im Kreativraum habe man Platz, Gefühle künstlerisch umzusetzen und ein Gruppenraum biete Platz, um gemeinsam Trauer zu bewältigen. Mit Farben, Spielen und Gerüchen sollen alle Sinne angesprochen werden, damit der Weg des Abschiednehmens so leicht wie möglich fällt. Rund 16 000 Euro flossen in die Gestaltung des Zentrums. Zu den Förderern gehörten die Kreis-Sparkasse, der Lions Club und die Volksbank Göttingen sowie zahlreiche private Spender und ortsansässige Firmen.

Von Anna Lischper 

Hintergrund

Zentrum Lutom hilft Trauernden 

Die Kinder- und Jugentrauerarbeit ist ein eigener Bereich, der aus dem ambulanten Hospizdienst unter dem Dach der Diakonie des Kirchenkreises Leine-Solling erwachsen ist. Dessen Kernaufgabe ist die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen und die Betreuung von Angehörigen. Das neue Zentrum Lutom bietet Gruppen an für trauernde Kinder, Jugendliche und für Kinder mit einem krebskranken Elternteil. (sib/ali)

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