1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

Nur einige Händler sind zufrieden

Erstellt:

Kommentare

Michael Rebohl, Inhaber von Mica Toys, mit dem Spiel des Jahres „Cascadia“.
Gesellschaftsspiele bleiben ein beliebtes Weihnachtsgeschenk: Michael Rebohl, Inhaber von Mica Toys, mit dem Spiel des Jahres „Cascadia“. © Hubert Jelinek

Northeim / Uslar – Der Handel spürt die Folgen der Krise: Nur einige Händler sind mit dem Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr zufrieden. Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage unter Geschäften im Landkreis Northeim.

Bei Expert Teichert ist der Umsatz deutlich geringer als sonst. Inhaber Ralf Teichert berichtet von einem deutlichen Minus im Vergleich zum Vorjahr. Bisher seien zu Weihnachten größere Anschaffungen gemacht worden, aber nicht so in diesem Jahr, sagt er. Es werde gespart. Darunter leide die gesamte Branche.

Ursache seien Fehlentscheidungen der Bundesregierung, die zu Unsicherheiten und Ängsten geführt hätten. „Ware ist da“, betont Teichert. Kurzentschlossene würden noch fündig.

Dagegen berichtet Michael Böhnert, Leiter der Northeimer Magnus-Filiale, von guten Geschäften: „Es ist vergleichbar mit den Jahren vor Corona.“

Das Modehaus hat nach seinen Worten dabei zum einen von der Nähe des Weihnachtsmarktes profitiert, der in diesem Jahr wieder ohne Beschränkungen stattfindet. Auch habe die Kältephase in der vergangenen Woche das Geschäft mit Winterbekleidung gefördert. Gekauft werde „quer durch die Bank“. Dabei achteten die Kunden bewusst auf Qualität.

„Wir sind ganz zufrieden“, zieht Michael Rebohl, Chef des Northeimer Spielwarengeschäfts Mica-Toys, ebenfalls ein positives Fazit des Weihnachtsgeschäftes. Es gingen zwar nicht so viele große und teure Dinge über den Ladentisch, dafür aber mehr kleinere Geschenke.

Neben Lego gehe alles aus dem Pokémon-Universum gut, darunter natürlich Sammelkarten und Figuren. Aber auch Karten- und Gesellschaftsspiele kauften viele Kunden, beispielsweise das aktuelle Spiel des Jahres, „Cascadia“ oder das Kartenspiel „Skyjo“.

„Ich lebe von den Kleinigkeiten“, sagt auch Tanja Steinhaus, Inhaberin von Spielwaren Menge in Bodenfelde. „Gut ist anders“, sagt sie zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts. „Alle wollen sparen.“ Erst in den vergangenen Tagen habe die Nachfrage angezogen. „Noch zufrieden“ äußert sich Axel Francke über das Weihnachtsgeschäft. „Es ist eine aber Zurückhaltung zu spüren“, sagt er.

In seinem Geschäft für Wohn- und Tischkultur kauften die Kunden in diesem Jahr mit Bedacht vor allem Praktisches, beispielsweise Kochgeschirr, Backformen und Schneidwerkzeuge. Dabei werde auf vor allem Langlebigkeit und Qualität geachtet.

Eher ruhig verläuft das Weihnachtsgeschäft in der Parfümerie Weber in Uslar. Es dürfte mehr los sein, sagt Mitarbeiterin Susanne Eichmann.

Neben der Konkurrenz aus dem Internet macht sie dafür aber auch verantwortlich, dass die Parfümerie in der Innenstadt von Uslar nahezu vollständig von Stammkunden lebe. Und diese haben sich nach ihren Worten vielfach bereits bei Rabattaktionen, die vor dem Weihnachtsgeschäft stattgefunden haben, auch mit Geschenken eingedeckt.

Das Weihnachtsgeschäft kenne sie anders, sagt Goldschmiedin Ute Pfaff, die in Northeim ihr Geschäft hat. Ihre Werkstatt laufe nach wie vor gut, aber der Umsatz im Laden sei im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren deutlich schlechter geworden. Es sei den Leuten aber nicht zu verdenken, dass sie in der gegenwärtigen Situation sparten, betont Pfaff. Niemand wisse ja, was noch auf einen zukomme.   (ows)

Auch interessant

Kommentare