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Pharmagroßhändler Sanacorp betreibt neue Niederlassung in Obergeis

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Von: Christine Zacharias

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Das Leitungsteam der neuen Sanacorp-Niederlassung in Obergeis: Vertriebsleiter Helge Kirschner, Betriebsleiter Marcus Naumann, Gebietsleiter Jan Heß und Gebietsleiter Jochen Ellrich (von links).
Das Leitungsteam der neuen Sanacorp-Niederlassung in Obergeis: Vertriebsleiter Helge Kirschner, Betriebsleiter Marcus Naumann, Gebietsleiter Jan Heß und Gebietsleiter Jochen Ellrich (von links). © Sanacorp

Apotheken im Umkreis von 150 Kilometern werden seit Kurzem von Sanacorp in Neuenstein beliefert. Jetzt gibt der Großhändler erste Einblicke in seine Lagerhallen.

Obergeis – Der genossenschaftliche Pharmagroßhändler Sanacorp aus Planegg bei München betreibt seit Februar seine größte Niederlassung in Obergeis. Sie wurde kürzlich Kunden und Geschäftspartnern bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt.

Auf 15 000 Quadratmetern hält Sanacorp für Apotheken im Umkreis von 150 Kilometern 130 000 Arzneimittel und andere Gesundheitsprodukte bereit und liefert mehrmals täglich aus, erläutert Betriebsleiter Marcus Naumann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Niederlassung in Obergeis sei gegründet worden, weil Sanacorp bisher in Hessen noch nicht mit einem eigenen Haus vertreten gewesen sei, sagt Naumann. Insgesamt hat der Pharmagroßhändler 19 Niederlassungen in Deutschland. Aufgrund der zentralen Lage übernehme Neuenstein auch zentrale Aufgaben, sagt Naumann. Praktisch jedes lieferbare Arzneimittel sei hier auf Lager, auch etwa 40 000 so genannte „Langsamdreher“, die vielleicht nur ein oder zweimal im Jahr nachgefragt würden.

Zudem fungiert die Niederlassung in Obergeis als Hub, also als zentraler Knotenpunkt, an dem Waren aus verschiedenen Niederlassungen über Nacht ausgetauscht werden.

Neueröffnung in Neuenstein: Sanacorp in Obergeis beliefert Kunden mit Medikamenten

Eine wichtige Aufgabe übernimmt Sanacorp auch bei der Lagerung und Verteilung von Corona-Impfstoffen. Die würden in Ultratiefkühlschränken bei bis zu minus 75 Grad aufbewahrt, bevor sie zu den Apotheken ausgeliefert würden, erklärt der Betriebsleiter.

Die ganze Anlage ist zudem mit besonderen, teilweise mehrfachen Sicherungssystemen ausgestattet, um zum Beispiel sicherzustellen, dass auch bei einem Stromausfall die Kühlung der Arzneimittel funktioniert. Die seien schließlich nicht irgendeine Ware, sondern für viele Menschen lebensnotwendig. Einige Produkte werden überdies im Tresorraum aufbewahrt.

Außenansicht der Sanacorp-Niederlassung in Obergeis.
Außenansicht der Sanacorp-Niederlassung in Obergeis. © Sanacorp

Etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Sanacorp in Obergeis beschäftigt. Die meisten kämen aus der Region, einige hätten aber auch aus anderen Niederlassungen gewechselt, weil sie die Aufgabe gereizt habe, etwas ganz Neues aufzubauen. Je nach Umsatzentwicklung werde das Personal auch noch aufgestockt. Gearbeitet wird in temperaturgesteuerten Hallen, in denen die Produkte in großen Regalen gelagert werden. Über Förderanlagen sind ständig Kisten mit Medikamenten unterwegs, die entweder neu angeliefert wurden und in die Regale einsortiert werden müssen oder die für die Auslieferung an die Apotheken gepackt werden. Bestellungen könnten innerhalb kürzester Zeit beim Kunden sein, erklärt Naumann.

Setzen auf Umweltschutz: Sanacorp plant Einsatz von Elektrofahrzeugen

Sanacorp ist eine Genossenschaft, das heißt, die meisten Kunden sind auch Mitglieder und haben damit unmittelbaren Einfluss auf das Firmengeschehen. „Wir liefern aber auch an Nichtmitglieder“, betont der Betriebsleiter.

Wichtig ist ihm zudem der Umweltschutz: „Wir haben eine große Fotovoltaikanlage auf dem Dach und wollen jetzt die Auslieferung mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen testen“, sagt Naumann. Geplant sei zudem, ein benachbartes Grundstück mit Bäumen zu bepflanzen und Bienenvölker anzusiedeln. „Wir wollen der Natur ein Stück von dem zurückgeben, was wir bebaut haben.“ (Christine Zacharias)

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