Neue Technologie im Einsatz

3-D-Mapping hilft Kardiologen am HKZ bei Herzrhythmusstörungen

Rhythmusstörung sind Herzensangelegenheit: Kardiologin Stefanie Bergmann (von links), die Leiterin des Assistenzpersonals, Katharina Zinkan, und Rhythmologe Dr. Stefan Steiner arbeiten am HKZ mit der modernen 3D-Mapping-Technologie. Fotos: Deppe/HKZ

Rotenburg. Ruhige Hände und gute Nerven – das sind neben der Fachkenntnis wichtige Voraussetzungen bei einem operierenden Arzt, besonders wenn es ans Herz geht. Jede zusätzliche Hilfe ist daher auch erfahrenen Medizinern willkommen.

Das sehen auch der Rhythmologe Dr. Stefan Steiner und die Kardiologin Stefanie Bergmann so. An ihrem Arbeitsplatz am HKZ arbeiten sie seit kurzem mit der modernsten Technologie eines sogenannten 3D-Mappingsystems.

Hilfreich ist das System, wenn es darum geht, Herzrhythmusstörungen zu behandeln. Eine Krankheit, die sowohl bei älteren Menschen, häufig nach Herzinfarkten, wie auch bei jungen Menschen auftritt, bei denen die Fehler oft angeboren sind und regelmäßig erst im Jugendalter bemerkt werden. Die Ärzte müssen in diesen Fällen mithilfe eines Katheters die entsprechenden Stellen des Herzmuskels veröden.

Und so funktioniert’s: In ihrem Labor für elektrophysiologische Untersuchungen – kurz EPU – erstellen die Ärzte ein genaues Bild des Herzens. Dafür wird ein Katheter aus dem Leistenbereich durch eine Hohlvene ins Herz geschoben und scannt dort mithilfe leichter elektrischer Spannung den kompletten Herzmuskel. Was man als Ergebnis auf dem goßen Monitor neben dem OP-Tisch sehen kann, ähnelt dem Bild einer Wärmebildkamera. In bunten Farben entsteht eine exakte Abbildung des Patientenherzes. Verschiedene Farben beschreiben dabei den Gesundheitszustand des Muskelgewebes. Graue Bereiche weisen auf totes Gewebe hin, alles was lila angezeigt wird, ist gesund. Werden Stellen dazwischen in anderen bunten Farben markiert, müssen diese Stellen behandelt – eben verödet werden.

„Die Strahlenbelastung für den Patienten sinkt auf diese Weise ganz beträchtlich, weil wir weniger röntgen müssen“, sagt Steiner. Zudem sei noch exakteres Arbeiten möglich. Die Behandlung wird übrigens nicht unter Vollnarkose vollzogen. „Wir sedieren die Patienten nur leicht“, sagt Bergmann. Auch der Patient braucht also gute Nerven.

Von Lasse Deppe

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