35.508 Kreuzchen für SPD-Spitzenkandidat

Kreistagswahl Hersfeld-Rotenburg: Warnecke holt mit riesigem Abstand die meisten Stimmen

Kreistagswahl Hersfeld-Rotenburg 2021: Sitzverteilung, Gewinne und Verluste.
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Kreistagswahl Hersfeld-Rotenburg 2021: Sitzverteilung, Gewinne und Verluste.

69,5 Stunden hat es gedauert, am Mittwoch um Punkt 15.30 Uhr war es dann soweit: Das vorläufige Endergebnis der Kreistagswahl Hersfeld-Rotenburg stand fest.

Hersfeld-Rotenburg – Die Auffälligkeiten im Überblick:

CDU: 25,8 Prozent/16 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Andreas Börner (23.446 Einzelstimmen), Alexandra Weirich (21.316), Christian Grunwald (18.804)
  • Aus dieser Gemeinde kamen die meisten Stimmen: Neuenstein (45,31 Prozent)
  • Aus dieser Gemeinde kamen die wenigsten Stimmen: Hohenroda (17,71 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Andreas Börner: Es gibt verschiedene Gründe, warum unser Ergebnis schlechter ausgefallen ist als vor fünf Jahren. Von Rückenwind aus Berlin konnte keine Rede mehr sein. Wegen der HKZ-Geschichte mussten wir sicherlich Einbußen hinnehmen. Als ich das Landratsergebnis sah, dachte ich, dass es noch schwieriger für uns im Kreistag werden könnte. Wir sind als Team angetreten und haben es gemeinsam abbekommen. 

Grüne: 9,2 Prozent/6 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Kaya Kinkel (13.812), Christian Eimer (10.359), Victoria Uhrig (10.064)
  • Meiste Stimmen: Bad Hersfeld (13,53 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Philippsthal (4,04 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidatin Kaya Kinkel: Wir freuen uns sehr, dass wir zwei Sitze dazugewonnen haben und jetzt drittstärkste Fraktion im Kreistag sind. Dass wir die AfD überholt haben, freut uns ganz besonders. Wir haben einerseits von dem Grünen-Trend insgesamt profitiert, aber wir haben auch Themen im Kreis auf die Agenda gesetzt, um die sich andere Parteien nicht gekümmert haben. Zum Beispiel die Themen Klima, Frauen und Geflüchtete.

SPD: 37,2 Prozent/23 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Torsten Warnecke (35.508), Dirk Noll (26.727), Daniel Iliev (25.732)
  • Meiste Stimmen: Nentershausen (49,99 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Haunetal (26,84 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Torsten Warnecke: Wir sind in allen Kommunen mit guten Listen angetreten. Das wirkt sich auch auf Kreisebene aus. Die Stabilität der SPD hat sicherlich auch mit der Landratswahl zu tun, bei der Kandidaten direkt gegeneinander antreten, die immer auch polarisiert. Die Ergebnisse beeinflussen sich gegenseitig. Der CDU hat der Auftritt als gespaltene Partei nicht geholfen. Wir hatten diese hausgemachten Probleme nicht. 

AfD: 8,3 Prozent/5 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Gerhard Schenk (12.678), Birgit Eydt (12.001), Manfred Reinhard (11.982)
  • Meiste Stimmen: Cornberg (14,17 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Ronshausen (5,22 Prozent)

Das sagt Kurt Gloos (Listenplatz 2): Dass wir Stimmen und Sitze im Kreistag verloren haben, liegt auch an der Corona-Problematik. Wer an eine Pandemie glaubt und regierungsgläubig ist, wird nicht die AfD wählen. Vor fünf Jahren hatten wir von der Flüchtlingskrise profitiert. Wir wollen das Beste für den Landkreis. Finanziell steht er nicht gut da. Die anhaltenden Probleme in Klinikum und HKZ und natürlich Corona werden noch viel Geld verschlingen. 

FDP: 5,5 Prozent/3 Sitze

  •  Erfolgreichste Kandidaten: Dr. Stefan Kirschbaum (6078), Bernd Böhle (5685), Rolf Malachowski (4250)
  • Meiste Stimmen: Bad Hersfeld (9,1 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Nentershausen (3,01 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Werner David:  Wir sind zufrieden. Drei Sitze wollten wir halten, das haben wir geschafft. Natürlich hätten wir gern noch einen vierten dazubekommen. Wir gehen jetzt optimistisch in die kommenden fünf Jahre und werden mit den Fraktionen stimmen, die vernünftige Vorschläge machen. Eine der großen Herausforderungen wird die Digitalisierung in den Schulen sein. Da setze ich große Hoffnungen in den neuen Landrat. 

Freie Wähler: 5,0 Prozent/3 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Kurt Modenbach (9603), Hans-Georg Vierheller (8273), Anja Zilch (7634)
  • Meiste Stimmen: Hauneck (12,64 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Alheim (1,69 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Jörg Brand: Wir waren darauf gefasst, einen Sitz abzugeben. Von Enttäuschung kann ich daher nicht sprechen. Wir haben eine starke neue Wählergruppe im Kreistag, die mit einem starken Thema angetreten ist. Da ist es ganz normal, dass der ein- oder andere etwas abgeben muss. Man merkt immer mehr, dass der Wählerwille weg geht von den alteingesessenen Parteistrukturen, hin zu den Wählergruppen. 

Linke: 2,2 Prozent/1 Sitz

  • Erfolgreichste Kandidaten: Johanna Klein (3887), Hartmut Thuleweit (3809), Horst Zanger (3580)
  • Meiste Stimmen: Breitenbach/H. (3,18 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Kirchheim (1,23 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Hartmut Thuleweit: Wir haben einen Sitz verloren, damit können wir nicht zufrieden sein. Es war schwierig, in Corona-Zeiten Wahlkampf zu machen. Sicher hat auch eine Rolle gespielt, dass UBL/Bürger-Herz Stimmen abgeholt hat, wenngleich auch wir uns für den Erhalt der medizinischen Versorgung und der Arbeitsplätze im Klinikum einsetzen. In Anbetracht der politischen Großwetterlage sind wir aber nicht überrascht. 

Die Partei: 0,5 Prozent/0 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Hendrik Groß (3029), Daniel Nowusch (2640), Patrick Leist (2625)
  • Meiste Stimmen: Schenklengsfeld (0,69 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Nentershausen (0,30 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Hendrik Groß: Fürs erste Mal ist unser Ergebnis nicht schlecht. Da wir die meisten Stimmen in Schenklengsfeld geholt haben, werden diejenigen, die dort bei der Gemeindewahl überzeugt haben, den nächsten Vorstand bilden. Bei der Bundestagswahl wollen wir besser abschneiden. Ich selbst trete nicht mehr an. Dass die AfD und die CDU verloren haben, freut uns. Insgesamt sind die geringeren Übel gewählt worden.

UBL/Bürger-Herz: 6,4 Prozent/4 Sitze

  • Erfolgreichste Kandidaten: Tim Schneider (11.628), Hans-Jürgen Schülbe (9345), Werner Kubetzko (8389)
  • Meiste Stimmen: Rotenburg (25,29 Prozent)
  • Wenigste Stimmen: Hohenroda (0,87 Prozent)

Das sagt Spitzenkandidat Tim Schneider: Wir sind sehr zufrieden, dass sich unser Engagement jetzt auch in Sitzen im Kreistag niederschlägt. Mit dem Ergebnis können wir auch eine echte Fraktion bilden. Unser Schwerpunkt liegt momentan noch auf der Gesundheitsversorgung, wir haben fast die Hälfte unserer Stimmen aus Rotenburg bekommen. Wir sind aber für fünf Jahre gewählt und werden uns natürlich auch um kreisweite Themen kümmern.

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