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Die Sanierung der Ostmauer der Burg Herzberg geht weiter

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Von: Christine Zacharias

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Die Burg Herzberg ist eingerüstet: Die Ostmauer wird weiter saniert
Die Burg Herzberg ist eingerüstet: Die Ostmauer wird weiter saniert. Unser Bild zeigt Bauingenieurin Maike Jungermann mit dem Burgherrn Jürgen von Dörnberg. © Christine Zacharias

Wer ein historisches Gemäuer sein eigen nennt, der hat immer was zu tun. Das gilt umso mehr, wenn das Gemäuer eine mittelalterliche Burg ist.

Breitenbach/H. - Burg Herzberg ist seit Jahrhunderten Wind und Wetter und menschlichen Zerstörungen ausgesetzt. Niemand weiß das besser als Freiherr Jürgen von Dörnberg, ein Nachfahre von Hans von Dörnberg, der die Burg Herzberg im Jahr 1463 zum Lehen erhielt. Er und seine Nachfahren ließen die Burg von Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen in den folgenden Jahren auf dem 508 Meter hohen Basaltkegel des Herzbergs vergrößern und zur Festung ausbauen.

In ihrer wechselhaften Geschichte wurde die Burg immer wieder angegriffen und belagert, aber nie erobert. Erst im siebenjährigen Krieg wurde die Burg 1762 bis 1763 von den Franzosen besetzt. Seit dem späten 15. Jahrhundert ist sie ununterbrochen im Besitz der Freiherren von Dörnberg, deren Familienstiftung sich um das imposante Bauwerk kümmert.

Eine so große Burg zu erhalten und zu sanieren, ist jedoch Privatleuten nicht möglich. Deshalb ist die Stiftung auf Zuwendungen von Bund und Land angewiesen.

Seit dem Jahr 2000 laufen die aktuellen Sanierungsarbeiten. In diesem Jahr wird weiter an der Ostmauer gearbeitet. Eine 450 Quadratmeter große Außenfläche, dazu 100 Quadratmeter auf der Innenseite und 35 Quadratmeter Mauer neben der Kapelle stehen auf dem Programm, erläutert Bauingenieurin Maike Jungermann vom Büro Weppler Jungermann, die seit Jahren die Sanierung betreut. Die Burgmauern seien fünf Meter dick und bestünden aus drei Schalen, sagt Jungermann. Die Außen- und die Innenmauer seien aus Steinen gemauert und dann dazwischen mit losem Material, kleinen Steinen, Sand und Kalk, verfüllt worden. „In dem mittleren Teil bilden sich mit den Jahren kleine Hohlräume, diese werden durch eindringende Feuchtigkeit in Verbindung mit Frost immer größer und drücken mit der Zeit (die Burg ist ca. 737 Jahre alt) die Randsteine nach außen“, erklärt Jungermann.

Diese Hohlräume werden jetzt mit flüssigem Mörtel verfüllt. Zuvor werden der alte Mörtel entfernt und die Zwischenräume mit kleinen Steinen ausgefüllt, ausgezwickelt heißt das in Fachkreisen, und dann auch wieder neu verfugt. Insgesamt werden fast 40 Tonnen Mörtel verarbeitet. Nadeln aus Stabeisen, die durch die Mauern gebohrt werden, sollen die Stabilität weiter steigern. Damit nicht gleich wieder Wasser neu eindringen und Schäden anrichten kann, wird die Mauerkrone mit Natursteinplatten abgedichtet und extensiv begrünt. Neue Absturzsicherungen und Treppengeländer werden ebenfalls angebracht, erklärt Jürgen von Dörnberg. Bis Ende Oktober soll noch an den Burgmauern gearbeitet werden, dann sei es zu kalt für den Mörtel. Der würde dann nicht mehr fest.

Weitere Sanierungen seien erst einmal 2026 bis 2028 geplant, so von Dörnberg. Für die aktuelle Maßnahme habe die Stiftung 450 000 Euro von Land und Bund erhalten, erklärt der Burgherr. Ermittelt worden sei eine Gesamtschadenssumme von 3,5 Millionen Euro. Die Schäden seien tatsächlich aber viel umfangreicher, weil man oft erst während der Arbeiten feststelle, was noch getan werden müsse. Auch das ein Problem, das jeder Eigentümer eines alten Hauses kennt.

Für die von Dörnbergs ist die Burg Familienerbe und Tradition. „Wir lieben die Burg. Das ist unsere Aufgabe und Verpflichtung“, betont Trixie von Dörnberg. Die Stiftung, die jetzt einen neuen Vorstand habe, wolle sich stärker öffnen und die Burg für verschiedene Veranstaltungen anbieten. Auch Sponsoren sollen gesucht werden. „Wir können das nicht alleine stemmen“, betont Jürgen von Dörnberg.

Am ersten Oktoberwochenende soll die Burg mit historischen Aktivitäten zum Leben erweckt werden: Ritterkämpfe, Bogenschießen altes Handwerk und mehr werden zu sehen sein.

Von Christine Zacharias

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