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41 Jahre alter Rotenburger wegen Besitzes von Rauschmitteln verurteilt

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Von: Mario Reymond

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Justitia Symbolbild
41 Jahre alter Rotenburger wegen Besitzes von Rauschmitteln verurteilt. © Peter Steffen/dpa

Ein 41 Jahre alter Rotenburger ist gestern wegen des Besitzes von Drogen in nicht geringer Menge vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden.

Bad Hersfeld – Da sich der Mann geständig zeigte und er das Marihuana sowie die Amphetamine wohl nur selbst konsumiert und nicht anderen zum Verkauf angeboten hatte, wurde die Strafe durch Richterin Christina Dern auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Die Polizei war dem Rotenburger nach Hinweisen aus dessen Wohnumfeld auf die Schliche gekommen. So hatten sich einige Personen aus dem Mehrfamilienhaus, in dem auch der Angeklagte wohnte, bei der Polizei gemeldet und über süßlichen Geruch geklagt, der aus der Wohnung des Mannes strömen würde. Daraufhin erwirkten Beamte der Kriminalpolizei einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung bei der Staatsanwaltschaft in Fulda. Und tatsächlich entdeckten die Polizisten Marihuana, Amphetamine sowie mehrere kleine Sortierboxen, in denen sich Morphintabletten befanden.

Der Besitz des Morphiums war ebenfalls Gegenstand der Verhandlung. Jedoch legte der Angeklagte dem Gericht einen Medikamentenplan seiner Apotheke vor, aus dem hervorging, dass er das Morphium als Schmerzmittel medizinisch verordnet bekommen hatte. Der Mann berichtete von zwei erlittenen Bandscheibenvorfällen sowie Arthrose in beiden Knien. Wegen dieser Erkrankungen befände er sich seit 2013 in einer Schmerztherapie. Mittlerweile sei er gut eingestellt und medikamentiert. Daher verzichtete er vor Gericht auch auf die Rückgabe der Morphintabletten. Und natürlich auch auf das bei ihm sichergestellte Marihuana und die Amphetamine.

Den Drogen, die er erstmals als Jugendlicher konsumierte, will er nun ein für allemal abschwören. Zumal ihm das Rauchen des Marihuanas hinsichtlich seiner Schmerzen keinerlei Linderung verschafft habe – allerdings viele Probleme in seinem beruflichen Umfeld. Als Mitarbeiter in der Küche eines öffentlichen Trägers sei er zu Beginn der Corona-Zeit wie alle seine anderen Kollegen nach Hause geschickt worden. Mit der plötzlich erlangten Freizeit wusste der Angeklagte dann nicht sonderlich gut umzugehen.

Im falschen Freundeskreis geriet er schnell wieder in den Drogensumpf. Nach der Hausdurchsuchung habe auch sein bisheriger Arbeitgeber von den Drogen Wind bekommen und ihn nicht weiter beschäftigen wollen. Mittlerweile hat er sogar Hartz IV beantragen müssen.

Nun will sich der 41-Jährige wieder ganz und gar seinem eigenen Wohlbefinden widmen. Aktuell hat er eine Rheumatherapie beantragt, die ihm wohl auch genehmigt werde. Auch eine ambulante Drogentherapie will er womöglich schon bald in Angriff nehmen. Einen ersten Schritt dahin hat ihm das Gericht bereits per Beschluss abgenommen. Laut Urteil muss er nämlich zehn Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen sowie sechzig gemeinnützige Arbeitsstunden absolvieren.

Für die drei Jahre Bewährungszeit bekommt der Angeklagte einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zudem hat der Rotenburger seinem künftigen Bewährungshelfer jeden Wohnsitzwechsel mitzuteilen.

Ein solcher Umzug könnte in gar nicht weiter Ferne bereits anstehen. Im Anschluss an seine Therapie könnte sich der 41-Jährige vorstellen, seiner Heimatstadt und den alten Freunden den Rücken zu kehren, ließ er das Gericht wissen.

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