Bundespolizei startet 2021

450 Anwärter zur Grundausbildung in Rotenburger Kaserne

Zwei Männer stehen vor einer Mauer.
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Bereiten die ehemalige Alheimer-Kaserne für 450 junge Polizeianwärter vor: Leiter Dr. Alexander Hofsommer (rechts) und sein Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Thorsten Ickler.

Mit 450 Anwärtern wird die Bundespolizei am 1. September 2021 die Ausbildung in der ehemaligen Alheimer-Kaserne beginnen. Die angehenden Polizeimeister absolvieren in Rotenburg die einjährige Grundausbildung – und leben in dieser Phase der insgesamt zweieinhalbjährigen Vorbereitung auf den Mittleren Dienst auf dem Ex-Kasernengelände.

Hersfeld-Rotenburg –„Die Anwärter verbringen einen großen Teil ihrer Ausbildung in Rotenburg“, sagt Polizeihauptkommissarin Sabine Börner-Kunkel vom Rotenburger Aufbaustab. Es sei der Bundespolizei daher ein Anliegen, dass der Standort auch zu einem Stück Heimat werde. Die Auszubildenden sind zwischen 16 und 27 Jahren alt und kommen aus der gesamten Bundesrepublik. Bei der Verteilung werde allerdings versucht, die Anwärter regional einzuziehen (siehe Hintergrund).

Auf dem ehemaligen Kasernengelände gebe es „in Teilen eine sehr gute Infrastruktur“, sagt Dr. Alexander Hofsommer. Der Polizeidirektor leitet das Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Eschwege und wird auch Chef von dessen Außenstelle am Standort Rotenburg. Hervorzuheben sei etwa der gute Zustand der Sporthalle, in einigen Unterkünften müsse nur „mit der Farbrolle“ ausgebessert werden. Dennoch muss die Bundespolizei bis zum Start des Ausbildungsbetriebs weitere Unterkünfte bauen.

Zudem sollen in der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft Trainingseinrichtungen für die Anwärter entstehen, etwa ein Zugabteil oder ein Grenzkontrollschalter für Übungen aus dem Bundespolizei-Alltag. „Das sind die Männer und Frauen, die später auf der Straße im Einsatz sein werden. Daher wollen wir so viel Praxis wie möglich“, so der Polizeidirektor.

Derzeit laufe die Personalakquise. Insgesamt sollen 298 Mitarbeiter die Anwärter betreuen, darunter 150 Uniformierte wie die Ausbilder, 30 Verwaltungsbeamte sowie 110 Beschäftigte, etwa Bürokräfte und Küchenpersonal. Eingestellt werden soll mit Start im Januar auch aus der Region, sagt der Leiter der Ausbildungsstätte. Es sei alles vorbereitet: „Ich muss nur noch auf den Startknopf drücken.“

Formal plant die Bundespolizei mit dem Standort Rotenburg zunächst für zehn Jahre. Es gibt allerdings bereits Signale, dass die Ausbildungsstätte in der Fuldastadt länger bestehen soll. „Ziel ist es, eine bürgernahe Dienststelle in Rotenburg aufzubauen, die sich aktiv in die Region integrieren will“, sagt Dr. Alexander Hofsommer dazu.

Von Clemens Herwig

Polizeianwärter aus ganz Deutschland

Nach einem bundesweiten Auswahlverfahren landen die Anwärter für den mittleren Polizeivollzugsdienst je nach erzielter Punktzahl auf einer Rangliste. Diese wird bei der Verteilung von oben nach unten abgearbeitet und dabei auch die Nähe von Wohn- und Ausbildungsort berücksichtigt. Die größte Ausbildungsstätte der Bundespolizei ist übrigens in Bamberg mit derzeit rund 3000 Anwärtern. 

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