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50 Jahre Alheim: Gemeinde feiert Jubiläum mit Festprogramm

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Von: Carolin Eberth

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Dieser Hochbehälter versorgte Heinebach 1972 mit Wasser. Im Bild links: die Warnanlage mit roter Lampe und Sirene, die in Funktion traten, wenn 300 der 400 Kubikmeter des Wasserbehälters entleert waren.
Dieser Hochbehälter versorgte Heinebach 1972 mit Wasser. Im Bild links: die Warnanlage mit roter Lampe und Sirene, die in Funktion traten, wenn 300 der 400 Kubikmeter des Wasserbehälters entleert waren. © HNA-Archiv

50 Jahre Gemeinde Alheim, 50 Jahre Gemeindepatenschaft Pulle/Zandhoven – Heinebach und 50 Jahre Verschwisterung Ceciliakoor Pulle – Gesangverein Heinebach. Die Gemeinde hat einiges zu feiern in dieser Woche.

Alheim – Genau heute vor 50 Jahren schlug die Geburtsstunde von Alheim. Nicht der Storch, sondern das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg brachte die Gemeinde sozusagen auf die Welt. Denn sie besagte: „Baumbach, Erdpenhausen, Hergershausen, Licherode, Niederellenbach, Niedergude, Oberellenbach, Obergude und Sterkelshausen sowie Heinebach aus dem Landkreis Melsungen werden zu einer Gemeinde mit dem Namen Alheim zusammengeschlossen.“ Das Gesetz trat am 1. August 1972 in Kraft.

„Im Jahr 1971 suchte ein Gemeindevertreter zusammen mit seinem Sohn beim Abendbrot nach Ideen für den Namen der neu zu gründenden Gemeinde. Der Junge sah ein Bild mit dem Alheimer im Hintergrund und schlug vor, die Gemeinde Alheim zu nennen, denn auf dem Berg seien alle daheim. Am nächsten Morgen konnte der Vater verkünden, dass die Idee einstimmig angenommen wurde“, erzählt Dr. Andreas Brethauer, Erster Beigeordneter, die verbreitete Geschichte zur Namensfindung.

Gleiche Perspektive, nur 50 Jahre später: In Heinebach wurden in dieser Zeit einige neue Häuser gebaut und die Einwohnerzahl steig deutlich an.
Gleiche Perspektive, nur 50 Jahre später: In Heinebach wurden in dieser Zeit einige neue Häuser gebaut und die Einwohnerzahl steig deutlich an. © Manfred Eifert

Einer bestehenden freiwilligen Einigung der Orte sei im Vorfeld vom damaligen Kreis Melsungen widersprochen worden, da Heinebach zu diesem gehörte. Teil der Einigung sei daher auch die Festlegung Heinebachs als gewerbliches und schulisches Zentrum gewesen, während Baumbach der Sitz der Gemeindeverwaltung wurde. „Die damalige Gemeinde Altmorschen machte im Nachgang Gebietsansprüche gegen Alheim geltend, zu denen auch Licherode gehörte. Wie es ausgegangen ist, wissen wir ja aber heute“, sagt Brethauer.

Ab dem 1. August 1972 verloren dann alle Mandatsträger der bisherigen Gemeinden ihr Mandat. Es wurde ein kommissarischer Gemeindevorstand und eine Übergangsgemeindevertretung berufen, die bis zu den folgenden Kommunalwahlen die Geschicke der neugegründeten Gemeinde führte.

Heinebachs Kindergarten feiert dieses Jahr auch 50. Geburtstag. Er wurde 1972 eröffnet, bot damals bis zu 75 Kindern Platz und kostete 341 000 DM.
Heinebachs Kindergarten feiert dieses Jahr auch 50. Geburtstag. Er wurde 1972 eröffnet, bot damals bis zu 75 Kindern Platz und kostete 341 000 DM. © HNA-Archiv

Und was passierte in Alheim in den 50 Jahren danach? „Da gibt es einiges zu erwähnen! Die Expo 2000 mit den Ortsteilen Licherode und Oberellenbach, das Umweltbildungszentrum in Licherode wurde 1995 eröffnet, der vom Ort selbst betriebene Dorfladen in Oberellenbach wurde 1997 auf den Weg gebracht und die Einweihung des neuen Rathauses fand 2008 statt – um nur einen kleinen Teil zu erwähnen.“

Für mehr Geschichte und Geschichten wird man zur Jahrfeier eine Chronik erwerben können, sagt Brethauer. Er wird Bürgermeister Jochen Schmidt über die Festtage vertreten, da Schmidt weiterhin krankgeschrieben ist.

Und wie sieht die Zukunft von Alheim aus? „Persönlich stelle ich mir vor, dass wir die Digitalisierung vorantreiben, um Politik und Verwaltung transparenter und effizienter für alle zu machen. Weiter müssen wir Einnahmen durch Ansiedlung von Gewerbe und Belebung von Tourismus steigern, denn unabhängig ist Alheim vor allem, wenn wir finanziell unabhängig sind. Was den Klimawandel und seine Gefahren durch mehr Naturkatastrophen angeht, so stelle ich mir ein Risikomanagement vor, das zusammen mit Feuerwehr und anderen beteiligten Stellen mögliche Risiken erörtert und Gegenmaßnahmen entwickelt.“

Gemeindepatenschaft

Doch Alheim hat in dieser Woche noch weitere Gründe zum Feiern: Per Beschluss der Gemeinde Pulle im Jahr 1971 wurde eine Verschwisterung auf Gemeindeebene mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Heinebach eingegangen und damit ein Beitrag zu einem Näherrücken der Europäischen Staaten geleistet. Das 30-jährige Patenschafts-Jubiläum im Oktober 2001 nahmen die Gemeindevorstände der Gemeinde Alheim und der Großgemeinde Zandhoven als Anlass, die Verschwisterung zu erneuern und auf die jeweiligen Gesamtgemeinden auszuweiten. Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Gemeindepatenschaft konnten im vergangen Jahr coronabedingt nicht stattfinden und werden daher dieses Jahr nachgeholt.

Chorpatenschaft

Und auch die beiden Chöre aus Pulle und Heinebach sind 1972 eine Patenschaft eingegangen und pflegen diese nun schon seit 50 Jahren, in dem zum Beispiel gegenseitige Patenschafts-Besuche mit Chorabenden stattgefunden haben. Foto: christopher ziermann (3), gemeinde alheim (3)

Alheims Einwohnerzahl ist gestiegen

1972 zählte die frisch gegründete Gemeinde Alheim 4654 Einwohner. Heute sind es (Stand: Dezember 2021) 4853. Während die Einwohnerzahl in vielen Orten gesunken ist, stieg sie in Heinebach von 1511 (1972) auf 2215 (2021) deutlich an. Ansonsten stieg die Einwohnerzahl nur noch in Niederellenbach von 319 zu 344 an. Gesunken sind die Zahlen in Baumbach von 855 zu 676, Erdpenhausen von 128 zu 73, Hergershausen von 264 zu 252, Licherode von 213 zu 137, Niedergude von 293 zu 270, Oberellenbach von 455 zu 373, Obergude von 293 zu 205 und in Sterkelshausen von 323 zu 308. 

Festprogramm 

Der Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten zur offiziellen Geburtsstunde von Alheim findet am Montag, 1. August, ab 19 Uhr im Bürgerhaus in Baumbach statt.

Am Samstag, 6. August, wird es ab 11 Uhr ein buntes Programm rund um das Haus der Generationen geben mit den Alheimer Posaunenchören (11 Uhr), Kirchenchor Heinebach (12 Uhr), 50er-Jahre-Modenschau der Alheimer Landfrauen (13 Uhr), Gesangs- und Tanzbeitrag der Alheimer Flüchtlingshilfe (14 Uhr), Auftritt Christliche Gemeinde – Die neu Heimat in Alheim (15 Uhr), Piloxing Mädels Alheim (16 Uhr) und einer Siegerehrung des Alheimer Königshaus (17 Uhr).

Mit dabei sind am Samstag: FC 1928 Heinebach e.V. - Torwandschießen; Die neu Heimat in Alheim - Geschichte/Herkunft und Gegenwart; Landfrauen/Frauenkreis Alheim - Vorstellung der Aktivitäten; Umweltbildungszentrum Licherode - Information, Bildung, Spiele für Kinder; Evangelisches Kirchspiel Alheim-Braach - Kindergottesdienst mit Bastelaktion und Musik; Feuerwehr Alheim - Präsentation Großfahrzeug; Naturschutzgruppe „Wiesel“ e.V. im Gudetal - Nistkästen/-hilfen-Ausstellung; Förderverein Lindenschule - Kinderprogramm und Waffelbacken; Sparkasse Hef-Rof - Hüpfburg; VR-Bankverein Hef-Rof - Rollenrutsche für Kinder; Elternbeirat Martin-Luther-Schule - Infos, Riesenseifenblasen; DRK Kreisverband Rof - Sanitätsdienst; Becks Bastellädchen - Türschleifen u. Kränze, Zuckertüten; Schützenverein Heinebach 1924 e.V. - Lichtpunktschießen und Ermittung Alheimer Königshaus; Gemeinde Alheim - gemeinsamer Stand Rathaus/Bauhof/Kitas/Jugendpflege; Gemeente Zandhoven - Belgische Bierkostprobe. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Am Sonntag, 7. August, wird ab 10 Uhr, Spielplatz Eisfeldstraße, in Heinebach, weitergefeiert mit einem gemeinsamen Gottesdienst der Chrischona Gemeinde Heinebach und der evangelischen Kirche Heinebach.

(Carolin Eberth)

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