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Großeinsatz für Feuerwehren: Mehr als 500 Rundballen in Philippsthal abgebrannt

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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In der Nacht zu Montag sind in Philippsthal 500 Rundballen in Brand geraten.
In der Nacht zu Montag sind in Philippsthal 500 Rundballen in Brand geraten. © Eisenberg, Jan-Christoph

Etwa 500 Rundballen Heu und Stroh sind in der Nacht zum Montag in Philippsthal in Brand geraten. Die Einsatzkräfte kämpften über Stunden gegen die Flammen.

Mehr als 500 Rundballen Heu und Stroh sind am frühen Montagmorgen auf einem Lagerplatz neben einem Aussiedlerhof an der Philippsthaler Laraustraße in Brand geraten.

Trotz des massiven Aufgebots der Feuerwehr ist einer der beiden Rundballenstapel nicht mehr zu retten.
Die Feuerwehr kämpfte über Stunden gegen die Flammen. © Eisenberg, Jan-Christoph

Als die ersten Einsatzkräfte der Philippsthaler Feuerwehr um kurz nach drei Uhr ausrückten, standen die aufgestapelten Rundballen bereits lichterloh in Flammen. Rund 80 Einsatzkräfte der Philippsthaler Feuerwehren waren über Stunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sie wurden am Nachmittag von der Feuerwehr aus der Nachbarstadt Heringen abgelöst. Was das Feuer ausgelöst hat, steht noch nicht fest. Allerdings gibt es offenbar konkrete Hinweise auf Brandstiftung. 

Die Bereitschaft des Roten Kreuzes versorgte die Einsatzkräfte am Vormittag mit Kaffee und Getränken. Die Phillippstaler Feuerwehrleute, die seit der Nacht im Einsatz sind, sollen nach dem Mittag von der Feuerwehr aus Heringen abgelöst werden.

Futtervorrat wird Raub der Flammen

Für rund 80 Aktive der Philippsthaler Feuerwehren endet die Nacht am frühen Montagmorgen jäh: Gegen 3 Uhr heulen die Sirenen in der Werragemeinde.

Die Feuerwehr lässt ihn derzeit kontrolliert abbrennen.
Fast der gesamte Futtervorrat des Hofs ist vernichtet worden. © Eisenberg, Jan-Christoph

Als wenig später die ersten Einsatzkräfte unter dem Stichwort „unklare Rauchentwicklung im Freien“ in Richtung Laraustraße ausrücken, sehen sie bei der Fahrt über die Werrabrücke bereits meterhohe Flammen und lösen Vollalarm aus, wie Gemeindebrandinspektor Carsten Wenig später an der Einsatzstelle berichtet. Mehr als 500 Rundballen, die auf einem Lagerplatz neben einem Aussiedlerhof zu zwei Stapeln aufgeschichtet sind, brennen beim Eintreffen der Feuerwehr bereits lichterloh.

Neben den Brandschützern der Marktgemeinde rücken in der Nacht auch die Technische Einsatzleitung des Kreises, ein Schlauchwagen der Feuerwehr Bad Hersfeld, die Drohnenstaffel des DRK Rotenburg und das Technische Hilfswerk aus Bad Hersfeld mit zwei Radladern aus, die allerdings nicht eingesetzt werden können. Die Rotkreuzbereitschaften aus Philippsthal und Hohenroda stehen nicht nur als Sanitäter bereit, um den Feuerwehrleuten bei Bedarf schnelle Hilfe leisten zu können, sie versorgen die Einsatzkräfte auch mit Kaffee, belegten Brötchen und Getränken.

Diese Stärkung können die Feuerwehrmänner und -frauen auch gut gebrauchen, denn der Kampf gegen die Flammen zieht sich über Stunden hin. Am Vormittag wird damit begonnen, einen der Rundballenstapel per Frontlader umzusetzen. Im Laufe des Tages geht die Feuerwehr dazu über, das qualmende Heu und Stroh per Bagger auf einen Muldenkipper zu verladen, auf eine nahegelegene Wiese zu transportieren, die Ballen dort auseinanderzuziehen und die Glutnester abzulöschen. Die Polizei bittet die Anwohner per Rundfunkmeldung, die Fenster und Türen geschlossen zu halten und weist auf mögliche Eintrübungen im Trinkwasser durch die Löschwassernentnahme hin. Die Höhe des Sachschadens beziffern die Beamten in einer ersten Schätzung auf rund 22 000 Euro.

Am frühen Nachmittag werden die Philippsthaler Feuerwehrleute von Kräften aus der Nachbarstadt Heringen abgelöst. Weitere Unterstützung soll im Laufe des Abends aus Hohenroda und Schenklengsfeld eintreffen.

Zwar zeigt sich Gemeindebrandinspektor Carsten Wenig am späten Montagnachmittag zuversichtlich, dass der Einsatz im Laufe des Abends vorerst enden wird – die Nachlösch- und Aufräumarbeiten werden die Feuerwehr aber wohl auch in den kommenden Tagen noch beschäftigen.

Für die betroffene Landwirtsfamilie kommt der Brand einer Katastrophe gleich: Ende Juni war bereits eine zum Hof gehörende Feldscheune niedergebrannt. Damals wurden 140 Rundballen sowie rund 700 kleine Hochdruckballen Raub der Flammen. Durch das neuerliche Feuer sind nun fast die gesamten Futtervorräte des Pferdebetriebs vernichtet.

Weil die Scheune damals bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, konnte die Brandursache nie zweifelsfrei geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Fulda ging letztlich von einer biologischen Selbstentzündung aus und stellte die Ermittlungen ein.

Was das neuerliche Feuer ausgelöst hat, ist ebenfalls noch unklar. Allerdings gibt es im aktuellen Fall offenbar konkrete Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung, welche auch von der Polizei als mögliche Ursache ausdrücklich nicht ausgeschlossen wird.

Zeugen werden deshalb gebeten, sich bei der Polizeistation Bad Hersfeld, Telefon 0 66 21/93 20, zu melden.

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