Typisierunsgaktion der Feuerwehr

Chance auf ein zweites Leben: 68 potenzielle Spender in Philippsthal

Jana Klotzbach (links im Bild) war eine der Ersten, Sarah Koch (rechts) half am Ausgang.
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Die Resonanz war gut: Zur Typisierung für einen an Leukämie erkrankten Kameraden hatte die Feuerwehr Philippsthal aufgerufen. Jana Klotzbach (links) war eine der Ersten, Sarah Koch (rechts) half am Ausgang.

68 Menschen haben am Wochenende an der von der Philippsthaler Feuerwehr organisierten Typisierungsaktion für einen an Leukämie erkrankten Kameraden teilgenommen.

Philippsthal – Zahlreiche Freiwillige wollten am Samstag etwas Gutes tun und haben sich für eine mögliche Stammzellenspende registrieren lassen. Organisiert worden war die Typisierungsaktion in der Philippsthaler Orangerie von der Philippsthaler Feuerwehr, die eine langjährige Partnerschaft zu der Feuerwehr in Glindenberg (Sachsen-Anhalt) hegt (wir berichteten bereits).

Der 57-jährige Heinz Klang, einer der Kameraden der Glindenberger Feuerwehr, ist an Leukämie erkrankt und braucht nun dringend eine Stammzellenspende. „Ab einem gewissen Krankheitsgrad kann man nicht mehr auf andere Weise helfen, da hilft nur noch die Spende“, sagt der stellvertretender Wehrführer Karsten Wiegand. „Für die Aktion arbeiten wir mit der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSSD) zusammen“, erklärt Wehrführer Thomas Schmidt. „Wir wurden heute früh um 10 Uhr von den ersten Freiwilligen etwas überrascht, aber nach wenigen Minuten war unser Team eingespielt.“

Aufgrund von Corona habe die Feuerwehr alles in die eigenen Hände genommen, die Aktion organisiert, Spenden von Privatpersonen und Unternehmen für die kostenaufwendige Typisierung eingesammelt und fand auch Unterstützung in der Gemeinde, die die Orangerie zur Verfügung stellte.

Die Freiwilligen durchliefen wenige Schritte vor Ort. Zuallererst maß Monika Wiegand Fieber an der Stirn, dann wurden die Daten vom Personalausweis in die Anwesenheitsliste übertragen. Im Saal ging es in Pfeilrichtung zu einem der sieben freien Plätze, die mit ausreichend Abstand und Trennwänden zueinander platziert waren. Dort wurde eins der 200 zur Verfügung stehenden Sets ausgepackt und den Anweisungen zur Speichelprobe gefolgt. Für eine spätere Kontaktaufnahme mussten auch persönliche Daten eingetragen werden. Am Ausgang konnte dann der Umschlag samt Probe abgegeben werden. Die Tische wurden nach jeder Person desinfiziert. Die Feuerwehr achtete zudem darauf, dass am Eingang wie am Ausgang jeweils zwei Personen aus einem Haushalt saßen, wie Markus und Sarah Koch, um auch hier die Kontakte mit weiteren Personen zu minimieren.

Großes Engagement zeigte sich schon in der ersten Stunde. Jana Klotzbach ließ sich als eine der ersten registrieren und meint: „Mein Mann ist durch K+S schon registriert und da dachte ich, das mache ich jetzt auch. Es geht auch wirklich ganz schnell und es sollten noch viel mehr machen.“ Wie Klotzbach kennt auch Stefanie Radig aus Philippsthal den Kameraden Heinz Klang nicht persönlich, hilft aber gerne: „Ich wollte schon öfter, aber habe mich nie richtig getraut. Wenn mir oder jemandem aus meiner Familie so etwas passiert, möchte ich auch, dass wir Hilfe finden.“

Thomas Schmidt zeigt sich realistisch: „Es ist zwar unwahrscheinlich heute einen passenden Spender zu finden, aber die Typisierung kann ja auch anderen Menschen helfen.“ Praktisch sei, dass sich die diversen Anbieter der Typisierungsaktionen untereinander vernetzten, wodurch eine einmalige Registrierung pro Person genügt. Der Rest funktioniert im Austausch zwischen DSSD und weiteren Organisationen. Da Menschen aber nur zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr spenden sollten, scheiden registrierte Spender irgendwann automatisch aus. Auch Krankheiten können zum vorzeitigen Ausschluss führen. Insgesamt kamen am Samstag 68 Freiwillige zur Typisierungsaktion, je zur Hälfte Frauen und Männer. Von der Feuerwehr waren zehn Personen vor Ort. „Wir sind soweit ganz zufrieden“, resümierte der Wehrführer. (Daniel Blöthner)

Fotos von der Typisierungsaktion der Philippsthaler Feuerwehr

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