Behinderungen

A4 bei Friedewald: Verkehr rollt nun über Neubau

Friedewald. Im Verkehrsfunk heißt es gegen 13.30 Uhr lapidar: „An der Anschlussstelle Friedewald auf der A4 in Fahrtrichtung Bad Hersfeld kommt es wegen Markierungsarbeiten zu Behinderungen.“ Doch diese Meldung war längst überholt.

Für 15 Minuten war die Fahrbahn dort ab 13 Uhr gesperrt. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei haben neue Markierungen auf die Fahrbahn geklebt, um die Fahrzeuge künftig über die neue Kesselbachtal-Brücke zu führen. Die neue 290 Meter lange Brücke über den Großen Kessel ersetzt jetzt das bereits 75 Jahre alte Bauwerk, für das die Ausnahmegenehmigung des TÜV zur Befahrbarkeit im kommenden Monat ausläuft – Eile war geboten.

Der Verkehr wird in den kommenden Monaten in beide Richtungen auf der späteren dreispurigen Teilstrecke in Fahrtrichtung Thüringen geführt. Noch in diesem Jahr soll mit dem Rückbau der alten Trasse einschließlich der Talbrücken Siebenborn und Großer Kessel begonnen werden. „Von der knapp 5,7 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Talsenke Sorga und Nadelöhr sind mittlerweile 3,3 Kilometer befahrbar“, teilt Gerhard Bößling von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH aus Berlin (DEGES) mit.

Der Neubau der Teilstrecke ist notwendig geworden, da die alte Autobahn 4, die aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt, gehörig in die Jahre gekommen ist. Außerdem hat sich die A 4 nach dem Fall der innerdeutschen Grenze zu einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen in West-Ost-Richtung entwickelt. Mit der Grenzöffnung sind daher auch die Verkehrsmengen sehr stark angestiegen.

Alles entschärft

Innerhalb einer Viertelstunde haben gestern Mittag Mitarbeiter der Autobahnmeisterei die Verkehrsführung auf der Autobahn 4 bei Friedewald geändert. Die alte Fahrbahn wurde abgesperrt und der Verkehr aus Richtung Thüringen auf die neue Brücke über den Großen Kessel geführt. Foto: Reymond

„Die hohe Verkehrsbelastung und langsam fahrender Schwerverkehr an den Steigungsstrecken hatten zuvor die Sicherheit auch in diesem Teilabschnitt beeinträchtigt, sodass immer häufiger gefährliche Verkehrssituationen, Unfälle und Staus entstanden. Ein grundhafter Ausbau der Autobahn war daher zwingend erforderlich“, erläutert Ulrich Wieditz, Dezernatsleiter Bau Nordosthessen beim Straßen und Verkehrsmanagement Hessen Mobil.

Die Autobahn 4 hat auf dem neuen Teilstück einen frostsicheren Ausbau erhalten. Dabei wurden sämtliche Fahrbahnschichten bis zum Erdplanum neu gestaltet. Bisher wurden 400.000 Kubikmeter Boden bewegt. Insgesamt werden es 600.000 Kubikmeter sein. 50.000 von insgesamt 180.000 Quadratmetern Asphaltdecke sind bereits eingebaut.

Der gesamte Bauabschnitt „Friedewald“ soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf etwa 60 Millionen Euro. Die Brücke über den Großen Kessel – Teil des Gesamtprojekts – war mit 10,4 Millionen Euro ausgewiesen. Auftraggeberin des Autobahnausbaus ist die Bundesrepublik Deutschland.

Von Mario Reymond

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