Pflegeheim-Leiter war 35 Jahre im Dienst

Abschied vom Haus Kreuzberg: Hans-Joachim Keßler geht in den Ruhestand

Das Bild zeigt Hans-Joachim Keßler auf einer Schaukel. Der Kinderspielplatz im Garten war eine seiner Ideen, um das Alten- und Pflegeheim ins Gemeinschaftsleben der Werragemeinde einzubinden und so die sozialen Kontakte der Bewohner zu fördern.
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Lässt seine langjährige Wirkungsstätte hinter sich: Hans-Joachim Keßler geht nach 35 Jahren als Leiter der evangelischen Pflegedienste „Haus Keuzberg“ in Philippsthal in den Ruhestand. Der Kinderspielplatz im Garten war eine seiner Ideen, um das Alten- und Pflegeheim ins Gemeinschaftsleben der Werragemeinde einzubinden und so die sozialen Kontakte der Bewohner zu fördern.

Nach 35 Jahren geht Hans-Joachim Keßler als Leiter des Alten- und Pflegeheims „Haus Kreuzberg“ in Philippsthal in den Ruhestand. Den Pflegeberuf hat er von der Pike auf gelernt.

Philippsthal - Seine Verabschiedungsfeier mit zahlreichen emotionalen Momenten hat Hans-Joachim Keßler bereits hinter sich. Nach 35 Jahren geht der Leiter der evangelischen Pflegedienste „Haus Kreuzberg“ in Philippsthal Ende des Monats in den Ruhestand. Ein wenig aufgeregt blicke er diesem Schritt schon entgegen, gesteht der 65-Jährige – schließlich ende ein Lebensabschnitt und ein neuer beginne. „Aber zum Glück bin ich weder der Erste noch der Letzte, dem es so geht“, sagt der Einrichtungsleiter schmunzelnd.

Seit 1977 ist Keßler, der in Schenklengsfeld aufwuchs, in der Altenpflege tätig, hat vor seinem Sozialarbeitsstudium mit Schwerpunkt Gerontologie den praktischen Teil des Pflegeberufs von der Pike auf hautnah kennengelernt – vom Zivildienst über die Ausbildung bis zur Arbeit als Altenpfleger, darunter vier Jahre in der Dauernachtwache. Diese Praxiserfahrungen lägen inzwischen allerdings schon einige Jahre zurück und vieles habe sich seit seinem Wechsel in den administrativen Bereich im Berufsalltag der Pflegekräfte verändert, räumt der scheidende Einrichtungsleiter ein.

Verändert hat sich seit Kesslers Amtsantritt in Philippsthal im Jahr 1986 auch das Haus Kreuzberg: Aus dem stationären Pflegeheim mit 35 Mitarbeitern ist eine Einrichtung mit 150 Beschäftigten und rund 600 betreuten Patienten geworden – mit Standorten in Philippsthal, Vacha und Heringen sowie eigenem therapeutischen Streichelzoo. Das Leistungsspektrum reicht inzwischen von niedrigschwelligen ambulanten Pflege-, Betreuungs- und Hauswirtschaftsangeboten über Essen auf Rädern, zwei Tagespflegen, betreute Seniorenwohnungen und Kurzzeitpflege bis hin zu klassischen vollstationären Pflegeplätzen.

Sich selbst will Hans-Joachim Keßler diese Entwicklung jedoch keinesfalls allein auf die Fahnen schreiben, unterstreicht vielmehr die Teamleistung: „So etwas geht nur, wenn von der Pflegekraft über die Verwaltung bis zum Hausmeister alle an einem Strang ziehen“, betont der 65-Jährige, der allen Veränderungen zum Trotz eine Konstante sieht: „Jedes Konzept muss sich am persönlichen Verhältnis von Bewohnern und Mitarbeitern orientieren.“

Immer breiteren Raum hätten im Laufe seines Berufslebens allerdings Bürokratie und Dokumentationspflichten eingenommen. Im Arbeitsalltag gehe es zunehmend darum, neben den Bedürfnissen der Bewohner auch die der Behörden zufriedenzustellen, merkt Keßler an. Die Leitung des Hauses Kreuzberg wird künftig Meike Pieske übernehmen, die in gleicher Funktion bislang in einer Schwestereinrichtung der evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen im thüringischen Breitungen tätig war. Der Übergang werde fließend gestaltet.

Für den anstehenden Ruhestand hat sich der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder bereits mit dem Bilu-Konzept vertraut gemacht. Bilu stehe dabei für „bisschen Lust“, erklärt der 65-Jährige – beispielsweise auf Arbeit im Garten seines Hauses in Philippsthal, Lektüre oder den Gesang im Kantoreichor. (Jan-Christoph Eisenberg)

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