Weiter Ärger mit der Post

Rund um Rotenburg kommen Briefe nur unregelmäßig an

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keine regelmäßige Zustellung: Nach mehreren Tagen Post-Abstinenz kam plötzlich dieser Stapel Briefe bei einem Rotenburger Unternehmer an.

Kreisteil Rotenburg. Das Rätselraten geht weiter: Wo ist die Post? Nachdem vor einigen Wochen viele Haushalte im Alheimer Ortsteil Baumbach über die fehlenden Briefe geklagt hatten, weitet sich das Problem nun auf den gesamten Kreisteil Rotenburg aus.

Die Post käme nur noch ein- bis zweimal die Woche oder seit Wochen gar nicht mehr.

Die Probleme

Der Pressesprecher der Deutschen Post, Thomas Kutsch, hatte die Zustellprobleme in Baumbach zu Jahresbeginn damit erklärt, dass der Postbote mit der Flut an Briefen überfordert gewesen sei. Neu in dem Bezirk, kam er mit der Verteilung nicht hinterher. Kutsch versprach eine Entschärfung der Situation durch einen zweiten Briefträger. Doch mittlerweile häufen sich die Meldungen aus dem gesamten Kreisteil. In Rotenburg werde die Post immer wieder mehrere Tage am Stück nicht zugestellt. 

Ein Rotenburger Geschäftsmann berichtet sogar und zeigt dazu das Foto, dass er die Post nach mehreren Tagen der Brief-Abstinenz schließlich stapelweise geliefert bekommt. Aus Braunhausen und Lispenhausen heißt es, dass es nur gelegentlich Briefe gebe. In Braach, Solz und Schwarzenhasel stelle die Post nur noch ein- bis zweimal die Woche zu. Doch ein Mann aus dem Raum Alheim toppt das: Er wartet seit zwei Wochen auf Briefe.

Die Zustellpflicht

Den Vorwurf des Alheimers weist Thomas Kutschs Kollege Alexander Böhm, ebenfalls Pressesprecher der Deutschen Post, entschieden zurück. „Zwei Wochen lang keine Zustellung, das kann nicht sein“, erklärt er. Die Deutsche Post sei vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, 80 Prozent der Briefe und Postsendungen umgehend zuzustellen – und das befolge das Unternehmen. Die Quote liege sogar häufig bei 94 Prozent. 

Außerdem merkt Böhm an, dass bei Paketen eine Sendungsverfolgung darüber informieren kann, dass etwas unterwegs ist. Bei Briefen sei das meist nicht der Fall. Er gibt zu bedenken, dass vielleicht der Briefträger im Falle von Alheim durchaus seiner Arbeit nachgegangen sei, nur habe es für die betroffene Person zwei Wochen lang einfach keine Post gegeben.

Die Umstände

Dass aber in Rotenburg und Umland dennoch etwas schiefgelaufen ist, möchte auch Böhm nicht abstreiten: „Wir hatten in den vergangenen Wochen mit einem sehr hohen Krankenstand und der Witterung zu kämpfen.“ Dadurch sei es zu Abbrüchen der Zustellung gekommen. Das heißt: Ein Postbote darf nicht länger als 10 Stunden und 45 Minuten Briefe austragen. Wird er in dieser Zeit mit seinem Bezirk und/oder mit dem Bezirk, den er vertretungsweise übernommen hat, nicht fertig, muss er seine Tour abbrechen und dort am nächsten Tag weitermachen. 

Ähnlich sei es mit dem Wetter gewesen. „Der Schneefall, glatte oder schlecht geräumte Straßen haben es einigen Zustellern schwer gemacht, voranzukommen. Auch hier gab es Abbrüche“, erklärt der Pressesprecher. Meist seien die Briefe aber dann am nächsten Tag beim Adressaten eingegangen. Nur in wenigen Fällen habe es zwei Tage gedauert. Anders sei es mit der Infopost. Diese wurde tatsächlich zeitlich etwas zurückgestellt.

Das Versprechen

Den Ärger der Kunden nehme die Deutsche Post durchaus ernst, versichert Böhm: „Wir sind jetzt sensibilisiert und bemüht, im Kreisteil Rotenburg Herr der Lage zu werden.“

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