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Affenpocken sind noch nicht im Landkreis Hersfeld-Rotenburg angekommen

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Von: Sebastian Schaffner

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Es bestehe kein Grund zur Panik, sagt das Gesundheitsamt: Unser Foto zeigt eine Krankenschwester in Madrid, die PCR-Tests zur Erkennung des Affenpockenvirus vorbereitet.
Es bestehe kein Grund zur Panik, sagt das Gesundheitsamt: Unser Foto zeigt eine Krankenschwester in Madrid, die PCR-Tests zur Erkennung des Affenpockenvirus vorbereitet. © Carlos Luján/Europa Presse/dpa-Bildfunk

Rund 700 Menschen haben sich bundesweit bislang mit dem Affenpockenvirus infiziert. Wie groß ist die Gefahr für die Bevölkerung im Kreis Hersfeld-Rotenburg?

Hersfeld-Rotenburg – Und was empfiehlt das Gesundheitsamt? Dazu Fragen und Antworten.

Gab es bereits einen bestätigten Fall von Affenpocken im Kreis Hersfeld-Rotenburg?

Die Antwort aus dem Gesundheitsamt ist kurz und knapp: Nein. Auch Verdachtsfälle seien bislang nicht bekannt. „Wenn wir über das Thema Affenpocken sprechen, ist es mir wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht verrückt machen“, betont Adelheid Merle, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Wie sollten sich Menschen verhalten, die meinen, sich mit dem Virus angesteckt zu haben?

Wer Symptome hat und vorher sexuelle Kontakte oder engen körperlichen Kontakt zu einer Person mit Affenpocken hatte, sollte sich zunächst beim Hausarzt melden und unbedingt Kontakt zu anderen Menschen vermeiden. „Die Ärztin oder der Arzt nimmt dann bei Verdacht einen Abstrich – zum Beispiel von nässenden Hautveränderungen – und wird im Labor klären lassen, ob es sich um Affenpocken handelt“, erklärt Merle. Dann folge das, was Corona-Infizierte schon kennen: häusliche Isolation. Bestätigt sich der Abstrich, teilen dies der Arzt und das Labor dem Gesundheitsamt mit. Affenpocken sind meldepflichtig. Das Gesundheitsamt kontaktiert dann den oder die Betroffenen und erläutert das weitere Vorgehen. Beispielsweise werde geklärt, ob eine Impfung in Frage kommt. Infizierte, die mit anderen Menschen zusammenleben, sollten sich, solange der Ausschlag anhält, in einem separaten Zimmer isolieren. „Auch das Bettzeug und andere Gegenstände der Körperhygiene sollten nicht mit anderen Personen geteilt werden, da das Affenpockenvirus wahrscheinlich auf Oberflächen kurzzeitig überleben kann“, sagt Merle.

Was sind typische Symptome?

„Erste Anzeichen der Ansteckung sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten“, erklärt Adelheid Merle. „Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich dann Hautveränderungen in Form von Flecken zu Pusteln, die mit der Zeit verkrusten und abfallen. Der Ausschlag tritt vor allem an Gesicht, Handflächen und Fußsohlen auf.“ Es könne aber auch passieren, dass sich die Haut- und Schleimhautveränderungen an Mund, Genitalien und Augen bemerkbar machten. „Die Symptome halten in der Regel zwischen zwei und vier Wochen an und verschwinden ohne Behandlung von selbst“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Das Risiko, an Affenpocken zu erkranken, schätzt das Robert-Koch-Institut derzeit als gering ein. Darauf beruft sich auch Adelheid Merle: „Was uns optimistisch stimmt, ist, dass bei den bisherigen Fällen in Deutschland milde Verläufe beobachtet wurden.“ Dass Affenpocken von Mensch zu Mensch übertragen werden, sei ohnehin selten und könne auch nur bei engem körperlichen Kontakt passieren, etwa durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Tröpfchen- oder Schmierinfektion sowie durch Kontakt zu typischen Hautveränderungen wie Läsionen, Pusteln, Krusten und Schorf bei Infizierten.

Wie lange sind Betroffene ansteckend?

Das kann nach Auskunft aus dem Gesundheitsamt im Einzelfall bis zu vier Wochen dauern. Amtsleiterin Adelheid Merle: „Erst wenn der Ausschlag abgeklungen ist und der letzte Schorf abgefallen ist, ist man nicht mehr ansteckend.“

Was geschieht, wenn der Hausarzt überfragt ist?

„Da Affenpocken meist milde Verläufe mit sich bringen, bedarf es meist keiner stationären Behandlung, sondern nur häuslicher Isolation“, sagt Merle. Hilft der Hausarzt oder die Hausärztin nicht weiter, stehe das Gesundheitsamt als Ansprechpartner zur Verfügung. (Sebastian Schaffner)

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