Einsatz für Gemeinde und Heimatdorf

Alheimer CDU-Urgestein Volker Klöpfel mit Verdienstkreuz ausgezeichnet

Für sein Heimatdorf Hergershausen und die Gemeinde Alheim hat sich Volker Klöpfel über Jahrzehnte hinweg eingesetzt. Das Baugerüst an der Kirche auf dem neu gestalteten Kirchplatz stört auf dem Bild nur auf den ersten Blick – schließlich hat der 78-Jährige in seinem Leben selbst viel aufgebaut.
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Für sein Heimatdorf Hergershausen und die Gemeinde Alheim hat sich Volker Klöpfel über Jahrzehnte hinweg eingesetzt. Das Baugerüst an der Kirche auf dem neu gestalteten Kirchplatz stört auf dem Bild nur auf den ersten Blick – schließlich hat der 78-Jährige in seinem Leben selbst viel aufgebaut.

Streitbar und kollegial zugleich - das zeichnet Volker Klöpfel aus. Jetzt ist er für seinen besonderen Einsatz geehrt worden.

Hergershausen – Volker Klöpfel ist doppelt so alt wie die Gemeinde Alheim. Er hat sich addiert ganze 161 Jahre ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert – nicht nur, aber vor allem in der Kommunalpolitik. Dafür ist der 78-jährige Hergershäuser nun mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet worden.

Das CDU-Urgestein ist ein sprechendes Buch der Alheimer Geschichte. Er ist nach wie vor so nah dran am politischen Geschehen, dass er beim Gespräch mit dem Zeitungsredakteur immer wieder überlegt, was er jetzt sagen kann und was nicht. Klöpfel mischt sich ein, ist streitbar, vertritt klar seine Meinung. Nun hat er sich aber aus der Gemeindepolitik zurückgezogen. Nach 40 Jahren im Parlament war er in der vergangenen Legislaturperiode im Gemeindevorstand – allein dort fanden in fünf Jahren 113 Sitzungen statt. Dort arbeitete er auch kollegial mit SPD-Bürgermeister Georg Lüdtke zusammen, mit dem er früher so manche Schlacht geschlagen hatte.

Ex-Bürgermeister Lüdtke: „Absolut verdient“

Dabei bestand Klöpfel auch weiterhin auf das Sie. „Ich kann ‘Sie Arschloch’ sagen, aber nicht ‘Du Arschloch’“, erklärt Klöpfel. Das ist aber nur ein plakatives Beispiel. Die Chemie zwischen beiden stimmte, seit der letzten Vorstandssitzung sind sie auch beim Du. „Volker Klöpfel hat aus der Opposition heraus meine Amtsgeschäfte seit 1997 genau begutachtet. Er hat die Gemeinde Alheim immer in den Vordergrund gestellt. Man konnte sich streiten und dann vernünftig weiter zusammenarbeiten. Das ist eine Begabung, die nicht viele haben“, zollt der frühere Bürgermeister Lüdtke dem politischen Gegner von früher Respekt. „Diese Auszeichnung hat er sich absolut verdient“, sagt Lüdkte.

Von jungen Leuten kaltgestellt

Als die Gemeinde Alheim 1972 aus der Taufe gehoben wurde, gab es im ersten Parlament keine CDU-Fraktion. „Damals war die Vertretung des bürgerlichen Lagers nicht mehr gegeben. Es gab – auch in Nachbargemeinden – viele Wählergemeinschaften mit älteren Leuten, die von den jungen Leuten in der SPD kaltgestellt wurden. Die hatten zum Beispiel für die Landwirte nicht viel übrig“, erinnert sich der heute 78-Jährige. Deswegen initiierte er zusammen mit anderen die Gründung der CDU Alheim.

Aufregende Arbeit beim Amtsgericht

In Fraktion und Parlament bekleidete er seit 1977 zahlreiche Ämter, war unter anderem acht Jahre Vorsitzender der Gemeindevertretung. Sein Engagement geht aber weit darüber hinaus. Er saß im Abfallwirtschaftszweckverband, im Anhörungsausschuss des Landkreises, war 35 Jahre lang Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Erdpenhausen/Hergershausen, Wildschadenschätzer, Ortslandwirt und im Ortsbeirat – und damit ist die Aufzählung noch lange nicht vollständig. Er selbst hebt seine Zeit als Schöffe beim Amtsgericht in Kassel hervor. „Die sozialen Probleme einer Großstadt so hautnah mitzubekommen, war aufregend. Da lernt man mal die ganze Breite der Bevölkerung kennen“, meint Klöpfel.

Besondere Altersvorsorge

Wer sich die Auflistung mit Klöpfels Ehrenämtern anschaut, stellt sich schnell die Frage, wann der Vater von zwei Söhnen überhaupt Zeit zum Arbeiten hatte – als Selbstständiger im landwirtschaftlichen Betrieb, den er in achter Generation geführt hat. „Das ging oft bis nachts um 12 Uhr. Und es hat nur funktioniert, weil ich unglaublich viel Unterstützung und Rückendeckung von meiner mittlerweile verstorbenen Frau bekommen habe“, betont der 78-Jährige. Nebenbei hat er auch ein Sechsfamilienhaus gebaut. Und einen Photovoltaik-Park, gemeinsam mit seinen Söhnen. Als Altersvorsorge, weil der Landwirt früh wusste, dass seine Rente nicht üppig wird.

Beim Thema Schulden immer hellhörig

Die Leidenschaft für seinen Hof, den Sohn Markus im Nebenerwerb weiter führt, hat er noch heute. Und allein schon aus Interesse für seine vier Enkel wird der Opa die Kommunalpolitik auch weiterhin genau verfolgen. „Eins meiner großen Anliegen war immer, dass sich Kommunen nicht verschulden. Wenn Bürger über Steuern und Beiträge direkt zur Kasse gebeten werden, sind immer alle hellhörig. Aber die Schulden sind genauso eine Belastung für die Bevölkerung – eben für die künftigen Generationen“, sagt Volker Klöpfel.
(Christopher Ziermann)

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