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Alheim: FDP-Fraktionsvorsitzender Aribert Kirch schmeißt hin

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Von: Carolin Eberth

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Statt sich in den Gemeindevertretersitzungen zu ärgern, wird Aribert Kirch wieder mehr Zeit für seine Hunde Bella und Brake (Deutsch Kurzhaar) haben.
Statt sich in den Gemeindevertretersitzungen zu ärgern, wird Aribert Kirch wieder mehr Zeit für seine Hunde Bella und Brake (Deutsch Kurzhaar) haben. © Carolin Eberth

Mit sofortiger Wirkung tritt Aribert Kirch von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der Alheimer FDP zurück.

Alheim – „Es geht in den Gremien schon lange nicht mehr um das Wohl von Alheim. Der Bürgerwille wird nicht mehr umgesetzt, Wahlergebnisse nicht anerkannt und akzeptiert, sodass man sie versucht in einer Weise zu korrigieren, die einen sprachlos macht“, sagt Aribert Kirch als Begründung dafür, weshalb er die Reißleine zieht.

Dafür entschieden habe er sich nach der jüngsten Gemeindevertretersitzung, bei der alle Alheimer Abgeordneten von SPD, CDU und Grünen für den Abwahl-Antrag gegen Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) gestimmt hatten. Kirch, Leonhard Häde – der auch sein Amt als FDP-Fraktionsmitglied niederlegt – und Heinz Schneider (fraktionslos) waren die einzigen, die gegen den Antrag stimmten. Astrid Storch (FDP) enthielt sich.

„Man muss sich ja als Mitglied dieses Parlaments mittlerweile fremdschämen“, sagt Kirch und bemängelt besonders den Umgang mit dem Bürgermeister. Offene Kritik an Schmidt hatte es von SPD, CDU und Grünen im Parlament ab Dezember vorigen Jahres gegeben. „Schmidt hat sich bei der Bürgermeisterwahl durchgesetzt, der Wähler hat entschieden. Als Fraktionsvorsitzender muss man mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten. Das habe ich gemacht und auch der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD, Heinz Schneider, sah es genauso“, erzählt Kirch und holt weiter aus.

„Die Alheimer SPD hat bei der Bürgermeisterwahl eine CDU-Kandidatin unterstützt, die Wunschkandidatin vom ehemaligen Rathauschef Georg Lüdtke. Dass eine gemeinsame Kandidatin von SPD und CDU nicht gewählt wurde, kann jedoch nicht dazu führen, dass das Wahlergebnis bis heute nicht akzeptiert wird.“ Die Alheimer SPD sei aus diesem Grund so weit gegangen, dass sie ihren Fraktionsvorsitzenden abgewählt und „zur Krönung“ auch noch aus ihrer Fraktion rausgeschmissen habe. „Und warum? Heinz Schneider hatte, ihrer Meinung nach, eine zu große Nähe zum Bürgermeister. Was für eine Farce. Gerade als Fraktionsvorsitzender muss man eine Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister anstreben“, sagt Kirch.

Er sei selber dabei gewesen, als Bürgermeister Schmidt angeboten habe, die Fraktionen zu besuchen. „Aber es war von CDU und SPD einfach nicht gewollt.“ In der letzten Zeit sei es in erster Linie darum gegangen, Gründe zu finden, um ihn aus dem Amt zu werfen. Dafür seien ihm einige Fettnäpfchen in den Weg gestellt worden. „Diese destruktive Politik, die Alheim in keiner Weise nach vorne bringt, möchte ich nicht länger mittragen.“ Außerdem sei ihm seine Freizeit mehr wert, als sich mit den Gemeindevertretern noch weiter zu streiten.

Ähnliches sei zudem beim Bürgerbegehren zum Niederellenbacher See passiert. „Die Wähler unterstützten mit mehr als 70 Prozent der Stimmen die Arge, die Monate dafür gekämpft hat, dass der See nicht verkauft wird. Dieser Verein möchte den See jetzt gerne pachten. Doch auch dieses Ergebnis wird wieder nicht akzeptiert und der Bürgerwille nicht umgesetzt.“ Stattdessen würden sich die Gemeindevertreter darauf berufen, dass es beim Bürgerentscheid ja nur darum ging, dass der See nicht verkauft werden soll. SPD, CDU und Grüne hatten am Dienstag betont, dass vor der Entscheidung über eine Verpachtung rechtliche Rahmenbedingungen geklärt werden müssen.

Nun werde, so Kirch, plötzlich auch der zweite Verein Niederellenbacher See wieder ins Spiel gebracht. Kirch vermutet, dass das mit dem Abwahlverfahren zu tun haben könnte. „Die Grünen haben sich dem Antrag gegen Schmidt angeschlossen, dafür kriegt Gerhard Wagner von den Grünen, der auch der Vorsitzende des zweiten Vereins Niederellenbacher See ist, nun vielleicht die Stimmen von SPD und CDU bei der Verpachtung? Anzunehmen wäre es.“ Statt sich mit den vielen Altlasten, die Georg Lüdtke hinterlassen habe, zu beschäftigen, hätte Kirch sich gewünscht, „wichtige politische Themen zu behandeln, um Alheim nach vorne zu bringen“.

Für Aribert Kirch wird Jörg Becker, Gesellschafter der BPA Biopower Alheim und Vorsitzender der Arge, als Fraktionsvorsitzender der FDP nachrücken. Für Leonhard Häde kommt Ingo Grebe, Lehrer, aus Oberellenbach. (Carolin Eberth)

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