Landesentwicklungsplan

Nicht nur Rotenburg und Bebra: Alheim fordert Zubra als gemeinsames Mittelzentrum

Kritik am Landesentwicklungsplan: Nicht nur Rotenburg und Bebra, die sich gemeinsam als „Starkes Doppel an der Fulda“ profilieren, sondern auch die übrigen Zubra-Kommunen wie Alheim sollen zu einem gemeinsamen Mittelzentrum gehören, fordert Bürgermeister Georg Lüdtke (links). Rechts sind Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald und Bebras Rathauschef Stefan Knoche zu sehen.
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Kritik am Landesentwicklungsplan: Nicht nur Rotenburg und Bebra, die sich gemeinsam als „Starkes Doppel an der Fulda“ profilieren, sondern auch die übrigen Zubra-Kommunen wie Alheim sollen zu einem gemeinsamen Mittelzentrum gehören, fordert Bürgermeister Georg Lüdtke (links). Rechts sind Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald und Bebras Rathauschef Stefan Knoche zu sehen.

Bebra und Rotenburg haben sich im November demonstrativ als „Starkes Doppel an der Fulda“ in einer Nordkreis-Allianz präsentiert. Darüber ist man nicht überall glücklich.

Alheim – „Grund ist der nun vorgelegte Landesentwicklungsplan, der bislang ebenfalls lediglich die Ziele einer Kooperation zwischen den beiden Städten vorsieht“, sagt Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke. Außen vor blieben dort alle weiteren Gemeinden, die teilweise seit Jahrzehnten mit den beiden Städten eng im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit zur Förderung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum – der sogenannten Zubra – verknüpft seien. „Zum Beispiel Alheim, Ronshausen und Wildeck sind dort bislang vollständig vergessen worden, obwohl sie ebenfalls für die zukünftigen Entwicklungen dringend mit einbezogen werden müssen“, fordert der noch amtierende Alheimer Rathauschef. Denn die Bildung von regionalen Wirtschafts- und abgestimmten Entwicklungsräumen sei das Gebot der Stunde und der Zukunft, um im Wettbewerb der Regionen zu bestehen.

Deshalb hat seine Gemeinde in einer Stellungnahme zum vierten Änderungsentwurf des Landesentwicklungsplans 2020, der jetzt vorliegt, nun ein gemeinsames Mittelzentrum für die Kommunen der gesamten Zubra-Region angemahnt.

„Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat den Kommunen noch mal die Möglichkeit eingeräumt, bis zum 12. Januar ihre Stellungnahmen abzugeben – das hat der Alheimer Gemeindevorstand nun getan“, so Lüdtke. In einer Sitzung am 16. Dezember habe man sich mit dem Entwurf erneut intensiv befasst und dabei festgestellt, „dass in dem Plan lediglich die beiden Städte Rotenburg und Bebra zu einem Mittelzentrum im ländlichen Raum erklärt werden – ohne die angrenzenden Nachbarkommunen des Zubra-Verbundes zu berücksichtigen“.

Dabei habe die Gemeinde Alheim bereits frühzeitig auf die besondere Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit hingewiesen. Aufbauend von der Zubra-Entwicklungs- und anschließenden „Zubra2030+“-Phase habe man in der Beantwortung der Gemeindebefragung zur Neuaufstellung des Regionalplanes Nordhessen 2020 im August 2018 gegenüber dem Regierungspräsidium Kassel und der Regionalversammlung Nordhessen sowie maßgeblichen Vertreten der Landesregierung ausdrücklich deren Bedeutung herausgestellt.

Auch der Kreistag Hersfeld-Rotenburg habe in einer Stellungnahme zum dritten Änderungsentwurf bereits darauf hingewiesen, „dass eine gewünschte und erarbeitete interkommunale Zusammenarbeit der Mittelzentren Rotenburg und Bebra zwar begrüßt wird, jedoch die Zusammenarbeit unter dem Arbeitstitel ,Zubra2030+’ mit den Kommunen Alheim, Ronshausen, Cornberg und Wildeck in die zukünftige Entwicklung mit einbezogen werde sollte“, berichtet Lüdtke. Leider sei dies in dem ersten Entwurf zum Landesentwicklungsplan nicht berücksichtigt worden.

Daher fordere seine Gemeinde das Hessische Wirtschaftsministerium nun auf, „auf Grundlage der Arbeitsziele des Zubra-Gedankens ein gemeinsames Mittelzentrum der Zubra-Kommunen in den Landesentwicklungsplan mit aufzunehmen“, betont Lüdtke. ArchivFoto: L. Konopka 

Von Peter Gottbehüt

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