Porträt

Julia Gottschalk ist Alheims neue Jugendpflegerin und Sparkie ihr Eisbrecher

Julia Gottschalk mit ihrem „Mini Australian Sheppard“ Sparkie: Sie ist seit 1. August die neue Jugendpflegerin der Gemeinde Alheim.
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Julia Gottschalk mit ihrem „Mini Australian Sheppard“ Sparkie: Sie ist seit 1. August die neue Jugendpflegerin der Gemeinde Alheim.

Julia Gottschalk, Alheims neue Jugendpflegerin, will auch eine Brücke zwischen den Generationen sein.

Alheim – „Jugendliche brauchen einen Rahmen, in dem sie jugendlich sein dürfen“, sagt Julia Gottschalk. Die 28-Jährige ist seit 1. August die neue Jugendpflegerin der Gemeinde Alheim.

Den nötigen Rahmen möchte Julia Gottschalk den Jugendlichen bieten, gleichzeitig aber auch für ein besseres Verständnis zwischen den Generationen sorgen. Das heiße zum einen, den Jugendlichen zu zeigen: „Die Erwachsenen nerven nicht nur.“ Zum anderen aber auch, den Erwachsenen die Stärken der jungen Leute aufzuzeigen.

Sie stammt selbst aus Alheim

Julia Gottschalk stammt selbst aus Alheim. Sie wohnt mit ihrer Familie im Ortsteil Heinebach, ist in einer Beziehung. Ihr ständiger Begleiter ist Sparkie, ein fünf Jahre alter „Mini Australian Sheppard“. Auf die Jugendlichen wirke er beruhigend. „Er ist ein Eisbrecher“, sagt sie. Selbst Jugendliche, die anfangs Angst vor ihm haben, kämen schnell gut mit ihm zurecht. „Zur Sicherheit habe ich immer seine Box am Arbeitsplatz“, sagt sie.

Wohngruppen betreut

Julia Gottschalk konnte Sparkie auch auf ihrer vorausgegangenen Karrierestation gut einsetzen. Bei der Stiftung Beiserhaus betreute sie in Oberellenbach und Ersrode Wohngruppen für Jugendliche. 2013/14 absolvierte sie dort auch ihre Anerkennungszeit zur Erzieherin. Die Ausbildung machte sie an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld.

Auch Trauma-Pädagogin

Nun ist Julia Gottschalk Jugendpflegerin. Sie arbeitet fortan mit dem „Sozialen Netzwerk“ (Hintergrund), den Schulen und dem Jugend- und Sozialausschuss der Gemeinde Alheim zusammen. „Ich wusste schon immer, dass ich in die Jugendarbeit möchte“, sagt die Heinebacherin. Schon mit 14 Jahren assistierte sie der damaligen Jugendarbeiterin Simone Wolf in Alheim. „Das hat einfach Spaß gemacht.“ Julia Gottschalk hat eine weitere Qualifikation: Sie ließ sich zur Trauma-Pädagogin ausbilden. „Ich habe dadurch ein Gefühl dafür, was die Jugendlichen schon in jungen Jahren mit sich herumtragen“, sagt sie. Julia Gottschalk ist zuversichtlich, die Jugendlichen auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben begleiten zu können. „Sie sollen merken, dass sie wichtig sind und man sie ernst nimmt“, sagt sie.

Die Stelle in Alheim komme daher wie gerufen. „Mir ist es ein Herzensanliegen, etwas für die jungen Leute im Ort zu machen“, sagt sie.

Keine leeren Versprechen

Den Wechsel von der Wohngruppe in die offene Jugendhilfe sieht sie als Ansporn. „Ich möchte authentisch, aber auch verlässlich sein.“ Und: „Ich möchte keine leeren Versprechen machen.“ Zuallererst schaut sie sich daher die Situation vor Ort an, um herauszufinden, was überhaupt die Wünsche der Jugendlichen sind. Erst auf Grundlage dieser Bedarfsanalyse plane sie Aktionen und mache der Gemeinde Vorschläge.

Seit 2015 keine Jugendarbeit mehr

Im Alheimer Rathaus ist man unterdessen hoffnungsvoll, dass die Jugendarbeit im Ort wieder gut anläuft. Seit Ende 2015 hatte es keine Jugendarbeit gegeben, die bis dahin von der Kirche betrieben wurde. Erst im vergangenen Jahr lief sie als kommunales Unterfangen wieder an.

Julia Gottschalk freut sich, bald die Auswirkungen ihrer eigenen Arbeit im Ort beobachten zu können. Corona schränke die Arbeit zwar ein, aber sie ist sicher, dass sie den Kontakt zu den Jugendlichen in den Sommerferien rasch herstellen kann.

Ab dem 16. August arbeitet sie im Familienzentrum in der Straße Am Minnstück 4. Vorher lernt sie ihre Kollegen im Rathaus kennen und unterstützt die Ferienspiele in Licherode. (Paul Bröker)

Netzwerk verknüpft Aktivitäten

Das „Soziale Netzwerk im Gemeinwesen Rotenburg/Alheim“ verknüpft die Aktivitäten der Kommunen Alheim und Rotenburg mit denen des Kirchenkreises Rotenburg, der Schulsozialarbeit der Jakob-Grimm-Schule, der vom Landkreis getragenen Schulsozialarbeit an den Grundschulen (auch in Heinebach) und der Kinderförderung Rotenburg. Das Netzwerk organisiert unter anderem das gemeinsame Ferienprogramm von Alheim und Rotenburg und die Jugger-Gruppe. Bei Präventionsarbeit wird eng mit der Polizei, der Drogenberatung, Pro Familia und weiteren Organisationen kooperiert. (czi)

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