Bürgermeister-Projekt wird zumindest geprüft

Alheim: Konzept für Badesee am Schlachtschiff in Heinebach wird erstellt

Der See am Alheimer Schlachtschiff gehört zu den Lieblingsorten von Bürgermeister Jochen Schmidt in seiner Gemeinde Alheim. Er würde hier gerne eine Bademöglichkeit schaffen.
+
Bürgermeister Jochen Schmidt würde mit dem See am Alheimer Schlachtschiff gern eine Bademöglichkeit in seiner Gemeinde schaffen. Der Heinebacher Ortsbeirat ist dagegen, eine Mehrheit im Parlament will eine kleine Version des Projekts zumindest prüfen lassen.

Ist der Kiessee am Schlachtschiff in Heinebach als Bademöglichkeit geeignet? Der Vorschlag von Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) wird nun ernsthaft geprüft.

Alheim – Dafür hat sich die Alheimer Gemeindevertretung mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen ausgesprochen. Bei der SPD überwog die Skepsis. Einig waren sich die Abgeordneten darin, dass von vornherein nicht die Möglichkeit eines großen Badeparadieses geprüft werden soll – sondern nur, ob und wie es umsetzbar ist, den See in seiner derzeitigen Größe für Badegäste herzurichten.

Der Heinebacher Ortsbeirat hatte sich einstimmig dagegen ausgesprochen, auch nur ein Planungskonzept zu erstellen. Das berichtete Gemeindevertreter Lars Mark (SPD) als Mitglied des Ortsgremiums. Als Grund führte er die befürchteten Folgekosten und den Aufwand bei der Unterhaltung an. „Nach jedem Hochwasser muss man neu Sand aufschütten. Wir haben erst mal andere Löcher in unserer Gemeinde zu stopfen“, sagte Mark.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Schneider sieht in der Bevölkerung bislang „keine große Stimmung“ für das Projekt. CDU-Fraktionschef Dieter Schönborn meinte vorab, eigentlich habe seine Fraktion einem Planungskonzept zustimmen wollen – wegen der klaren Ablehnung des Ortsbeirates werde die CDU die Pläne allerdings nicht mittragen. Bei sechs der acht Abgeordneten der Christdemokraten überstand dieser Entschluss die Debatte im Parlament nicht – sie stimmten doch zu.

FDP und Grüne: Bevölkerung will den Badesee

Von vornherein andere Töne als seine Fraktion hatte Norbert Viereck angeschlagen, der auch in Heinebach lebt. „Wenn wir uns auf die kleine Lösung beschränken, liegen die Planungskosten lediglich bei 5000 und nicht bei 10 000 Euro. Dann hätten wir eine Machbarkeitsstudie und müssen nicht aus dem Bauch heraus entscheiden“, sagte der CDU-Mann.

Aribert Kirch (FDP) und Edith Gipper (Grüne) argumentierten, ein Großteil der Bevölkerung würde sich den Kiessee als Bademöglichkeit wünschen.

Bürgermeister Schmidt erklärte, in einer Gemeinde mit knapp 5000 Einwohnern ohne Schwimmbad sei eine solche Alternative für die Bürger wichtig. Den Stein ins Rollen gebracht hatte Schmidt auch vor dem Hintergrund der Debatte um den Niederellenbacher See, wo in den vergangenen Jahren illegal gebadet wurde. Wasserbau-Experte Heinrich Wacker habe ihm bestätigt, dass das Projekt in Heinebach umsetzbar ist.

Gemeinde beschränkt sich bei der Prüfung auf die „kleine Variante“

Letztlich schlug vor allem in der CDU die Meinung insoweit um, dass man das Projekt keinesfalls schon jetzt abschmettern solle. Leonhard Häde (FDP) wies darauf hin, dass die Gemeinde den See schon heute pflegen müsse. Gerhard Wagner (Grüne) legte Wert darauf, den Angelverein mit einzubeziehen.

Weite Teile der SPD blieben bei ihrer Meinung, dass der Planungsauftrag zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht käme. Die Fraktion scheiterte aber mit dem Antrag, die Entscheidung zu vertagen. Dieter Schönborn (CDU) war es, der eine konsensfähige Änderung formulierte: Die Gemeinde beschränkt sich bei der Prüfung auf die kleine Variante. Der See wird also nicht vergrößert.

Nun wird eine Planung erstellt. Ob der Kiessee wirklich zur Bademöglichkeit wird, wird erst entschieden, wenn das Konzept vorliegt. Dann können sich auch Bevölkerung und Ortsbeirat eine Meinung bilden. (Christopher Ziermann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.