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Diskussion in Alheim: Nahwärmenetz für ganz Heinebach?

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Von: Carolin Eberth

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Vor der Heinebacher Biogasanlage hängt seit Sommer dieses Banner: Es richtet sich laut Jörg Becker in erster Linie an die Regierung in Berlin, um möglichst schnell unabhängig vom russischen Erdgas zu werden.
Vor der Heinebacher Biogasanlage hängt seit Sommer dieses Banner: Es richtet sich laut Jörg Becker in erster Linie an die Regierung in Berlin, um möglichst schnell unabhängig vom russischen Erdgas zu werden. © Carolin Eberth

In Heinebach gibt es Überlegungen, dass das Dorf die Energieerzeugung selbst in die Hand nimmt. Die Erneuerung der B 83 bietet die Chance, Leitungen dafür preisgünstig einzubauen.

Heinebach – Soll das Nahwärmenetz in Heinebach entlang der B 83 erweitert werden? Könnte dann ganz Heinebach mit Nahwärme versorgt und dadurch zum Bioenergiedorf werden? Diese Fragen wurden jüngst im Heinebacher Haus der Generationen diskutiert. Eingeladen hatte die Firma BPA Biopower Alheim, die in Heinebach die Biogasanlage betreibt.

„Voraussetzungen sind gut“

Die Voraussetzungen dafür, dass Heinebach die Energieerzeugung von morgen selbst in die Hand nimmt, sind gut, sagt Jörg Becker als Vertreter des Unternehmens. Die geplante Erneuerung der B 83 biete die Chance, eine Nahwärmeleitung preisgünstig einbauen zu lassen. Allerdings müsse die erforderliche Kapazität der Leitung möglichst schnell ermittelt werden.

Befragung der Bürger geplant

Becker schlug dazu eine Befragung der Bürger im Ortsteil vor und nannte weitere Gründe, das Thema jetzt zügig anzugehen: „Viele Gebäude verfügen über ältere Heizungsanlagen, die aufgrund gesetzlicher Neuerungen in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen erfordern. Heinebach verfügt bereits über ein vier Kilometer langes Nahwärmenetz der Biogasanlage. Das versorgt viele Gewerbebetriebe und könnte in eine ortsweite Versorgung ebenso integriert werden wie die Firma Holstein, die in Heinebach Holzhackschnitzel produziert.“

Die äußeren Rahmenbedingungen seien aktuell gut. Die Bundesregierung habe die Förderung gerade neu geregelt. Zudem dürften die Energiepreise noch weiter steigen, so Jörg Becker.

Mengsberg als Vorbild

Nach ihm stellte Marco Ohme vom Heiztechnikhersteller Viessmann die neuen gesetzlichen Regelungen, aber auch das nordhessische Bioenergiedorf Mengsberg vor. Dort betreibt eine Bürgerenergiegenossenschaft ein Nahwärmenetz, welches auch mit Solarthermie und Holzhackschnitzeln beheizt wird.

150 Haushalte haben sich dafür in der Rechtsform einer Genossenschaft zusammengeschlossen und heizen seitdem gemeinschaftlich. Die Vorteile einer Genossenschaft liegen auf der Hand, so Ohme weiter. Die Nutzer bestimmen und kontrollieren den Betrieb und sie können sich finanziell beteiligen. Das sei, so ergänzte Jörg Becker, eine gute Grundlage für den nachhaltig erfolgreichen Betrieb eines Nahwärmenetzes. Es gebe natürlich auch andere Modelle.

Die anwesenden Vertreter der Alheimer Politik haben das Thema aufgegriffen. Bereits in der vergangenen Gemeindevertretersitzung am 13. September war die Diskussion im Parlament angelaufen.

Alheimer Bürgermeister Jochen Schmidt
Alheimer Bürgermeister Jochen Schmidt © Carolin Eberth

Bürgermeister Jochen Schmidt schlug abschließend vor, das Thema gemeinsam und entschlossen anzugehen und zunächst das Interesse der Bürger zu erkunden. „Wenn sich die Heinebacher eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung vorstellen können, wird die Gemeinde das nach Kräften fördern“, sagt Schmidt. Als Nächstes soll dazu ein Fragebogen auf der Internetseite der Gemeinde Alheim beantwortet werden können.

Weitere Infos: Ein Beispielvideo zum Solar- und Bioenergiedorf Mengsberg gibt es im Internet zu sehen unter viessmann.de/de/fachkunden/fachbranchen/kommunen.html

(Carolin Eberth)

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