Lücke zwischen Gemeindeeinnahmen und -ausgaben wird größer

Alheimer Haushaltsentwurf für 2017 vorgestellt: Kitas belasten immer mehr

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Große Belastung für die Gemeinde: Die Unterhaltung der Kindertagestätten, im Bild die Baumbacher Einrichtung. Denn der erhobene Kindergartenbeitrag deckt die in den Kitas entstehenden Personalkosten längst nicht. 

Alheim. Die gute Nachricht vorweg: Die Gemeinde Alheim rechnet mit einem Überschuss von knapp 5000 Euro für das Haushaltsjahr 2017.

Allerdings steigen die Kosten für die Kitas in Heinebach und Baumbach kontinuierlich weiter. In diesem Jahr geht Bürgermeister Georg Lüdtke von einem Fehlbetrag von 750.000 Euro aus. Das erklärte er den Gemeindevertretern in der Sitzung am Dienstag.

Der Haushalt

Vor der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für das laufende Jahr ging Bürgermeister Lüdtke auf das vergangene Jahr ein. Nach einer längeren finanziellen Durststrecke, wie der Bürgermeister es nannte, hat es 2016 endlich wieder einen ausgeglichenen Haushalt gegeben mit einem geplanten Überschuss von 70.555 Euro. Allerdings werde das Ergebnis vermutlich noch besser ausfallen, denn es wurden 395.000 Euro mehr an Gewerbesteuern eingenommen als im Haushaltsentwurf 2016 eingeplant waren.

Für 2017 rechnet der Bürgermeister mit einem Überschuss von 4847 Euro. Er geht aber davon aus, dass auch in diesem Jahr die Summe steigen wird. Der Kassenkredit für laufende Kosten beträgt derzeit 1,8 Millionen Euro.

Die Einnahmen

An Einnahmen rechnet Bürgermeister Lüdtke in diesem Jahr mit knapp neun Millionen Euro. Das sind etwa 500 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Große Posten machen dabei die Einkommenssteuer (1,9 Millionen Euro), die Gewerbesteuer (900.000 Euro) sowie Grundsteuer A und B (550.000 Euro) aus. Dazu kommen Gebühreneinnahmen in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro und Schlüsselzuweisungen vom Land in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Diese werden jedoch durch die Kreis- und Schulumlage (2,7 Millionen Euro) komplett aufgebraucht.

Die Ausgaben

Insgesamt wird die Gemeinde auch knapp neun Millionen Euro an Ausgaben haben. Den größten Posten machen die Personalaufwendungen in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus. Knapp eine Million Euro sind davon Personalkosten der Kindertagesstätten.

„Das sind 45,6 Prozent der gesamten Personalkosten, mit steigender Tendenz“, erklärte Lüdtke. Die von der Gemeinde erhobenen Kita-Gebühren decken die Kosten jedoch seiner Meinung nach nicht ansatzweise. Für die Kitas in Baumbach und Heinebach wird daher für 2017 mit einem Defizit von knapp 750.000 Euro gerechnet, pro Kind werden das monatlich 350 Euro sein. Ein Jahr zuvor waren es noch 332 Euro. Lüdtke schlägt daher einen Zusammenschluss von sechs Kommunen im mittleren Fuldatal zu einem Eigenbetrieb vor.

Die Schulden

Die Gemeinde rechnet in diesem Jahr mit einer Kreditaufnahme von 880 000 Euro.

Zu Beginn des Jahres hatte die Gemeinde insgesamt 8,9 Millionen Schulden, das sind etwa 1785 Euro pro Einwohner. 75 Prozent der Kredite wurden laut Lüdtke zur Erfüllung von Pflichtaufgaben wie Kanalbau und -sanierung sowie Kindergärten aufgenommen. Der Rest gliedert sich in Verbindlichkeiten zur Dorferneuerung sowie Instandsetzung von Rathaus, Bürgerhäusern, den Hochwasserschutz sowie Arbeiten zur Flurbereinigung.

Die Investitionen

Alheim plant Investitionen in Höhe von 1.157.100 Euro, darunter sind folgende Ausgaben:

 • Sanierung der Kanäle für 300.000 Euro. 

• Weil damit zu rechnen ist, dass die Feuerwehr Baumbach 2019 ein Löschgruppenfahrzeug erhält, werden für die Erweiterung des Gerätehauses 150.000 Euro eingeplant. 

• Bau einesMehrgenerationenhauses und Spielplatzes in Obergude (Dorferneuerung) für 143.000 Euro. • Allgemeine Instandsetzung von Dorfgemeinschaftshäusern in der Gemeinde für 100.000 Euro. • Energetische Sanierung des DHG in Sterkelshausen (mit Geld aus Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) für 50.000 Euro. 

• Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten (mit KIP) für 30.000 Euro. 

• Eventuell Erweiterung des Friedhofs in Heinebach für 15.000 Euro.

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