Kabarett mit "Valschen Fögeln"

Bauchredner Peter Dietrich warf in Heinebach tierischen Blick aufs Leben

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Antworten auf die schwierigen Fragen des Lebens: Die hatte Bauchredner Peter Dietrich mit dem Charmebolzen Pascal (links) und der hühnerhaften Henriette (rechts) im Gepäck.

Heinebach. „Was machen wir eigentlich hier?“, fragte Urs seinen „Chef“ in der Kirche in Heinebach. Der Angesprochene war Bauchredner Peter Dietrich, der mit seinen „Valschen Fögeln“ am Freitagabend das Publikum zu spontanem Beifall herausforderte.

Der „Nachhilfeunterricht“ hatte – angepasst an den Ort – nur ein Thema: Theologie für Anfänger und Fortgeschrittene.

Das war ein mit Pointen gespicktes Programm mit bekannten und unerwarteten Ansichten und Erkenntnissen über das Leben. Musikalischer Begleiter war Michael Young mit Gesang und an der Gitarre.

„So ein großes Haus und keine Theke!“ – Urs konnte es nicht fassen. Der Besserwisser an der Hand von Peter Dietrich wollte Rotwein trinken. Er berief sich auf Jesus. Der habe doch auch Wasser in Wein verwandelt. Zum Alter stellte der Bauchredner laut Albert Schweitzer fest: „Mit 20 hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat, mit 40 das Gesicht, das ihm das Leben gegeben hat, und mit 60 das Gesicht, das er verdient.“ Die Frage von Urs: „Und welches Gesicht hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier?“ Die Frage blieb unbeantwortet.

Von William Somerset Maugham stammt die Erkenntnis: „Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.“ Für Frauen auf der Suche nach einem Mann gab’s dazu den Rat mit einem Lied von Otto Reuter: „Nehm’n se‘n Alten, nehm’n se‘n Alten! So ‘nen alten, wohlbestallten Beamten mit Pension. Hab’n Se ‘n etwas aufgefrischt, ist er besser oft wie’n Junger.“ Der Einwand der Frauen kam mit einen Zitat von Colette: „Was für ein herrliches Leben hatte ich! Ich wünschte nur, ich hätte es früher bemerkt.“

Frauen ticken halt anders als Männer, sagte Peter Dietrich beim Auftritt von „Henriette“. Das bunte Federtier versuchte mit einem „Hallöchen – schau mir tief in die Augen“ einige Besucher in seinen Bann zu ziehen. Schade, es hat nicht geklappt. Sie waren schon vergeben. Auch Henriette war gebunden an einem schillernden Vogel. Das war der Charmebolzen Pascal, der auf der anderen Hand des Bauchredners seinen Platz fand.

Mit einem Lied von Charles Aznavour setzte er sich mit dem Verhalten seiner Henriette auseinander: „Ich kann dich einfach nicht mehr seh’n, mit deiner schlampigen Figur gehst du mir gegen die Natur. Du lässt dich geh’n, du lässt dich geh’n.“

Reich und glücklich werden

Wie werde ich reich und glücklich? Das war das Thema beim Auftritt der naiven Rosa. Sie hatte den Wunsch: „Lieber Gott, schenk’ mit einen Mercedes Benz!“ Es geht auch eine Nummer kleiner. Das wurde deutlich beim Kraftakt von vier Personen, denen im Kreis plötzlich der Stuhl weggezogen wurde. Da war es gut, dass man sich gegenseitig stützte und hielt in der Gemeinschaft.

Auf die schwierigen Fragen des Lebens hatten die „Valschen Fögel“ fast immer eine Antwort parat. Bunt, schillernd und mit einem Lied auf den Lippen erlebten die Besucher in der gut besetzten Kirche einen unterhaltsamen Abend mit Anregungen für das Leben ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

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