Treffen jeden ersten Samstag im Monat

"Löschstrolche": Neue Kinderfeuerwehr in Baumbach gegründet 

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Die Löschstrolche: Seit Oktober gibt es die Kinderfeuerwehr in Baumbach. Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren lernen spielerisch, wie Brandschutz funktioniert. Betreut werden sie unter anderem von Martin Heusner (rechts).

Feuerwehren haben bekanntermaßen ebenso wie Vereine Probleme, noch genügend Nachwuchs zu finden. Die Baumbacher Feuerwehr beginnt deswegen damit nun schon bei den Jüngsten. 

Baumbach. „Im Notfall muss man immer ruhig bleiben und dann die Feuerwehr rufen.“ Lennard Greif kennt auch die dazugehörige Telefonnummer 112. Der Achtjährige macht mit bei der neuen Kinderfeuerwehr „Löschstrolche“ in Baumbach und weiß schon ziemlich genau, worauf es im Ernstfall ankommt.

Seit Oktober gibt es die Kinderfeuerwehr im Alheimer Ortsteil. 13 Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren hören jeden ersten Samstag im Monat genau hin, wenn um zehn Minuten nach elf Uhr die Sirene für den Probealarm in Baumbach losgeht. Das ist der Tag, an dem sie sich treffen. 90 Minuten etwa verbringen sie gemeinsam, um spielerisch zu üben, was im Notfall zu tun ist. Sie lernen technische Geräte kennen, bestaunen das Feuerwehrfahrzeug, basteln, experimentieren, machen Sport und spielen.

Die Gründung einer Kinderfeuerwehr war in Baumbach zwingend notwendig, denn der Nachwuchs werde gebraucht, sagt Wehrführer Frank Moog. Er war selbst neun Jahre lang Jugendwart in den Zeiten, als eine Mitgliedschaft bei der Feuerwehr „vielleicht noch attraktiver war“. Heute gebe es vielerlei Hobbys, Ablenkungen und attraktive Freizeitangebote für die Kinder.

„Da müssen wir auch etwas anbieten und die Mädchen und Jungen so früh wie möglich für die Feuerwehr begeistern, damit wir sie halten können. Später ist es schwierig, noch Quer-Einsteiger zu gewinnen“, sagt Moog. Denn der nächste Schritt heißt Jugendfeuerwehr, und da hat die Baumbacher Wehr – wie viele andere Feuerwehren landauf, landab – dringenden Nachholbedarf.

Im August startete man eine Werbekampagne, die ein Neustart für die Jugendwehr sein sollte. Für das „brandheiße Hobby“ interessierten sich aber nur wenige, auch der Slogan „Wir sind die Retter von morgen“ zog nicht. Drei Mitglieder zwischen zehn und 17 Jahren sind derzeit dabei bei der „Hauptnachwuchsquelle“ der Feuerwehr. Das soll sich mit der Gründung der Löschstrolche künftig ändern. Und dieser starke Nachwuchs ist sehr engagiert und lernwillig.

Beeindruckend findet Lennard zum Beispiel das „Piepsgerät“, das die Feuerwehrleute immer mit sich tragen. „Cool sind auch die Masken und die Funkgeräte“, meint er. Adrian Schär kennt die Kinderfeuerwehr schon länger. Denn der Sechsjährige ist auch Mitglied der Rotenburger Nachwuchsgruppe, die von seinen Eltern, Michael und Nadine Schär, geleitet wird. „Wir machen Wasserspiele auf dem Schulhof und spritzen mit dem Schlauch“, erzählt er. Von den neuen rot-schwarzen Overalls der Löschstrolche sind alle begeistert, auch die Freundinnen Lucie Moog und Hanna Schneider.

Im Dezember wurden Plätzchen gebacken. Gemeinsam, im Team. Im Januar geht es weiter. Dann wird das Gerätehaus in Baumbach von den Löschstrolchen erkundet. 

Lehrgänge und Leitfäden

Die Löschstrolche Baumbach werden betreut von Martin Heusner (Feuerwehrmann) und Sarah Bechstein (Mitglied des Feuerwehrvereins). Unterstützung erhalten die beiden auch von David Häde, Felix Siemon und Mathias Häde. Die Männer im Team haben alle mal bei der Jugendfeuerwehr angefangen, sagt Martin Heusner, und verstehen es, den Nachwuchs zu motivieren. Das pädagogische Fachwissen wird den Betreuern bei Lehrgängen und anhand von pädagogischen Leitfäden vermittelt. Kinderfeuerwehren in der Gemeinde Alheim gibt es bereits in Sterkelshausen und in Oberellenbach

www.feuerwehr-baumbach.de

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