Er ist für Eltern und Kinder da

Marcel Grau ist der neue Jugendpfleger in Alheim

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Ist gerne mit dem Skateboard unterwegs: Marcel Grau, hier vor dem Heinebacher Jugendraum, ist der neue Jugendpfleger in Alheim. 

Marcel Grau ist seit dem 1. Februar Jugendpfleger. Er will Ansprechpartner in allen Lebenslagen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern sein.

„Ich bin da für alle, die sich fragen: Nimmt mein Kind Drogen? Warum redet es nicht mehr mit mir? Warum hat es Probleme in der Schule? Was kann man gegen Mobbing tun?“, sagt der 34-Jährige. Seine Stelle hat die Gemeinde neu geschaffen.

Der gebürtige Bad Hersfelder hat ein aufmunterndes Lächeln, strahlt Ruhe aus und erweckt das Gefühl, das man auf der Suche nach Hilfe bei ihm richtig ist. Er hört genau zu, wenn man ihm etwas erzählt. Und das tut er derzeit oft: Er putzt Klinken in der Gemeinde, bei der Kirche und bei den Rotenburger Jugendpflegern, mit denen Alheim kooperiert. Auch die Vorstände der Jugendräume will er möglichst bald kennenlernen. Sein Büro im Familienzentrum in Heinebach richtet er gerade ein. Dort soll es bald regelmäßige Sprechzeiten für Jugendliche und Eltern geben – die werden rechtzeitig bekannt gegeben, sagt er.

Worauf können sich die Jugendlichen einstellen? „Ich will auf Augenhöhe mit ihnen sein. Das heißt: Ich werde keine Projekte aus dem Boden stampfen, die in irgendeinem Lehrbuch stehen. Ich will hören, worauf die Jugendlichen Lust haben.“ Der Austausch mit anderen Menschen war es, der dem jungen Marcel Grau vor rund 15 Jahren fehlte, als er seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker abgeschlossen hatte. Er zog von Oberaula nach Treysa und arbeite im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Behindertenhilfe. „Ich war bis dahin eher ruhig und introvertiert – der neue Job hat dann richtig was mit mir gemacht und mir war klar, dass ich in diesem Bereich gut aufgehoben bin“, erinnert er sich.

Ab 2014 war er Sozialarbeiter im Gefängnis von Ziegenhain. „Eine große Herausforderung und eine große Verantwortung – es geht darum, Menschen, die es verdient haben, eine zweite Chance zu geben“, sagt Marcel Grau. Im Gefängnis verbrachte er aber nur 25 Stunden wöchentlich – daneben übernahm er die Einzelbetreuung eines Jugendlichen und leitete eine Spiel- und Lerngruppe.

Nun hat er eine neue Herausforderung gesucht, und es war klar: Am liebsten arbeitet er mit Jugendlichen. „Die Ausschreibung für die Stelle in Alheim war wie maßgeschneidert“, sagt der 34-Jährige. Außerdem freut er sich, dass er nun wieder näher bei seinen Freunden von früher ist, mit denen er seit seiner Jugend und bis heute leidenschaftlich gerne Skateboard fährt, zum Beispiel im Hersfelder Jahnpark. Wäre da nicht eine Skateboard-Gruppe für Jugendliche eine naheliegende Idee? „Nur, wenn die Jugendlichen das wollen“, sagt er.

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