Entscheidung liegt beim Parlament

Neue Pläne für das Baumbacher Feuerwehrhaus: Neubau statt Anbau

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Hier soll das neue Baumbacher Feuerwehrhaus entstehen: Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand zeigt auf das Gelände, das derzeit von einem Baumbacher Betrieb genutzt wird.

Ein Anbau für das Baumbacher Feuerwehrhaus ist schon seit Jahren im Gespräch. Nun gibt es eine überraschende Wende: Gemeinde und Feuerwehr in Alheim ziehen jetzt einen Neubau vor.

Das hat logistische Gründe – ist aber mit Blick auf die Zukunft auch wirtschaftlicher, sagt Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema. 

Warum reicht das derzeitige Feuerwehrhaus künftig nicht mehr aus?

Die Baumbacher Feuerwehr soll 2020 ein neues Fahrzeug bekommen, dessen Anschaffung im Rahmen des Katastrophenschutzes gefördert wird. Es ist ein geländegängiges Löschfahrzeug (LF-KatS) und größer als das derzeitige – das Garagentor wäre dann 15 Zentimeter zu niedrig. 

Das liege auch daran, dass beim Neubau des Hauses 1995 die Normhöhe für Garagentore nicht eingehalten wurde, so Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand. Die Decke besteht aus Beton – deswegen ist eine Erhöhung nicht möglich.

Welche Rolle spielt die Kita, die im selben Gebäude untergebracht ist?

Ebenso wie der Feuerwehrstandort stößt auch die Kita bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. „Die Vorschulkinder müssen regelmäßig einen Raum im Feuerwehrhaus nutzen“, sagt Hildebrand. Außerdem befinden sich die Räume in der Kita auf zwei Etagen, was nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht, etwa wegen des Brandschutzes. Der Vorteil eines Neubaus: Die Kita könnte künftig die derzeitigen Feuerwehrräume nutzen.

Der Platz reicht nicht aus am derzeitigen Standort: Der ursprünglich geplante Anbau neben dem Feuerwehrhaus würde die Probleme noch verstärken. Hinten ist die Kita zu sehen.

Welche Rolle spielen Eltern, die ihre Kinder von der Kita abholen?

Das ist ein zweiter Aspekt. Eltern blockieren mit ihren Autos häufig die Feuerwehrausfahrt – ebenso wie die Parkplätze, die eigentlich für die Feuerwehrleute gedacht sind. Die müssen dann an der Straße parken, wodurch sich Einsätze verzögern können. 

„Das ist auch schon passiert“, sagt Bürgermeister Georg Lüdtke. „Da fehlt leider bei manchen Eltern das Verständnis.“ Die Problematik hat beim bisher geplanten Anbau bei Kindergarten-Fachaufsicht und beim Brandschutzaufsichtsdienst des Landkreises zum Hinweis geführt, man möge sich Gedanken machen. Ein weiterer Gebäudeteil würde die Situation verschärfen.

Wo soll nun stattdessen gebaut werden?

Die Gemeinde favorisiert ein nur wenige Meter entfernt auf der anderen Straßenseite gelegenes, gemeindeeigenes Grundstück neben dem Festplatz. Dem derzeitigen Pächter, einem Betrieb aus Baumbach, soll ein Grundstück direkt daneben angeboten werden.

Gibt es Hürden für den Bau?

Ja, denn das Grundstück liegt im Landschaftsschutzgebiet. Dort darf nur gebaut werden, wenn es keine Alternative gibt und das Vorhaben einen hohen Gemeinwohlvorrang hat. Zweiteres ist gegeben – Ersteres muss noch belegt werden, heißt es in Erläuterungen zur Gemeindevertretersitzung. Daher soll die Bauverwaltung nach einem alternativen Standort suchen. Um keine Zeit zu verlieren, sollen trotzdem bereits die genehmigungsrechtlichen Schritte eingeleitet werden – darüber stimmt das Parlament am heutigen Dienstag ab.

Die Gelder im Haushalt (inklusive der Fördermittel) sind bislang für einen Anbau eingeplant. Kann man sie auch für einen Neubau verwenden?

Ja, aber auch hierzu müssen die Gemeindevertreter heute erst ihre Zustimmung geben. Auch die Förderbescheide müssen umgewandelt werden – dafür hat Regierungspräsident Walter Lübcke laut Bürgermeister Lüdtke bereits seine Zustimmung signalisiert.

Was soll das Projekt kosten?

Der Umbau war bislang mit 510 000 Euro veranschlagt. Ein Neubau soll laut Kalkulation eines Architekten rund 550 000 Euro kosten. „Mit Blick auf die Zukunft würde sich das aber auch lohnen, wenn es noch 100 000 oder 200 000 Euro mehr würden“, sagt Gemeindebrandinspektor Hildebrand.

Welche Rolle spielen Zukunftsüberlegungen?

„Zu den Aufgabenfeldern der Feuerwehr ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr hinzugekommen – und das wird wohl auch künftig so weitergehen. Auch die gesetzlichen Vorgaben zu Ausrüstung und Fahrzeugen ändern sich immer wieder“, sagt Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand. Deswegen ist es wichtig, dass Feuerwehrstandorte potenziell noch erweitert werden können. Das wäre am derzeitigen Standort nicht gegeben, am nun geplanten aber schon. 

Das ist auch mit Blick auf die Zukunft wichtig. „Niemand von uns will Wehrzusammenlegungen. Aber wir wissen nicht, was in 20 oder 30 Jahren ist. Wenn das doch irgendwann nötig wird, wäre Baumbach wohl neben Heinebach der zweite große Standort in Alheim“, sagt Hildebrand.

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