„Nobelpreis“ für Alheim: Kommune erhält 35.000 Euro Fördersumme für Nachhaltigkeit

Daumen hoch: Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke zu sehen mit Bundesratspräsidentin Malu Dreyer. 4 Fotos: Darius Misztal/nh

Alheim. „Das ist unser Nobelpreis", freut sich Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke. Als erste hessische Kommune wurde der heimische Vertreter beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Die Gala

1200 Gäste waren am Freitag auf der festlichen Gala in Düsseldorf zugegen. Auf der Bühne, auf der auch der Deutsche Filmpreis verliehen wird. Vor Ort bekamen US-Schauspieler Nicolas Cage, Lyonchhen Tshering Tobgay, der Premierminister des südasiatischen Königreichs Bhutan, und die Fantastischen Vier Ehrenpreise verliehen für ihr soziales und umweltpolitisches Engagement.

Hatte gut lachen: Lyonchhen Tshering Tobgay.

In der Kategorie des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Städte und Gemeinden werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und in den wichtigen Themenfeldern der Verwaltung erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisiert haben, prämiert. Strahlender Sieger als „Deutschlands nachhaltigste Gemeinde 2016“ war Alheim. Bundesratspräsidentin Malu Dreyer verlieh den Preis an Bürgermeister Lüdtke.

Die Begründung

Alheim überzeugte mit einem breiten Nachhaltigkeitsspektrum, heißt es in einer Pressemitteilung. Die lebendige Gemeinde mit zehn Ortsteilen vollziehe erfolgreich die Transformation zu einer modernen nachhaltigen Kommune. Bei der Energiewende gehe Alheim mit gutem Beispiel voran und sei Vorbild für viele Kommunen.

Das Energie-Leitbild sieht vor, dass Gemeinden bis zum Jahre 2030 weitestgehend energieautark sind. Dieses Ziel wurde bereits erreicht, denn mit über 187 Prozent (Stand Dezember 2015) wird in Alheim schon heute annähernd doppelt so viel Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt, wie verbraucht wird. Die 5000-Einwohner-Gemeinde setzt auf einen Mix aus Photovoltaik und Solarthermie ergänzt durch Energiegewinnung aus Wasserkraft sowie Biomasse. Alheim leistet mit bisher 43.000 Tonnen CO²-Einsparungen seit 2006 einen großen Beitrag zum Klimaschutz - darüber hinaus konnten über 200 neue Arbeitsplätze und 25 Ausbildungsplätze gewonnen werden.

Starker Auftritt: Die Fantastischen Vier ließen die Halle in Düsseldorf nach ihrer Auszeichnung beben.

Alheim beweise zudem durch das Mitwirken am Stadtentwicklungsprogramm „ZuBRA - Zukunft Bebra, Rotenburg an der Fulda und Alheim - Gemeinsam Zukunft gestalten“ sowie im Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“, dass ein lokales Miteinander die Basis für eine zukunftsfähige Regionalpolitik darstellt.

Generell lege Alheim einen Schwerpunkt auf Teilhabemöglichkeiten aller Senioren. Für das „Mobile Alheimer Rathaus“ nutzt der Bürgerservice ein E-Mobil, um älteren oder pflegebedürftigen Menschen Leistungen an ihrem Wohnort zu ermöglichen. Auch aktuelle Themen werden mit Engagement gemeinsam angegangen. So ist im Bereich „Flüchtlingshilfe“ über eine Patenschaft der Familien ein erfolgreiches Modell entstanden.

Die Reaktion

„Nicht nur im Bundesgebiet, sondern weltweit haben wir Anerkennung erfahren. Es tut gut, dass unsere vielen Helfer und Macher so belohnt werden“, betont Georg Lüdtke. Der 64-Jährige ist seit 1997 im Amt und war der erste direkt gewählte Bürgermeister Alheims. Bereits 2012 war die Gemeinde beim Nachhaltigkeitspreis nominiert und hat etliche Preise eingeheimst. „Angefangen hat alles mit zwei Projekten bei der Expo 2000. Die Studenten von damals sind die Professoren von heute“, weiß Lüdtke.

Von der Allianz Umweltstiftung gab es zusätzlich eine Fördersumme von 35.000 Euro zur Umsetzung individueller Projekte.

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