Bahnhofstraße oder Kuttendelle?

Zwei Investoren haben ihr Konzept für eine Pflegeeinrichtung in Alheim präsentiert

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Drei Gebäude sind für den Standort Kuttendelle geplant: oben das Seniorenzentrum, links darunter der Komplex Betreutes Wohnen rechts die Tagespflege. Orange markiert sind potenzielle neue Wohngrundstücke. Links unten das Schützenhaus.

Soll die neue Pflegeeinrichtung unmittelbar im Ortskern an der Bahnhofstraße oberhalb des Schützenhauses am Ortsausgang Richtung Morschen, entstehen?

Diese Entscheidung werden die Alheimer Gemeindevertreter am 4. Juni treffen. Die beiden Investoren haben ihre Konzepte am Donnerstag vorgestellt.

Beide Standorte sind möglich – laut Bürgermeister Georg Lüdtke wurden bereits Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Der Gemeinde sei es wichtig gewesen, den Entscheidungsprozess transparent zu gestalten und nicht im Vorhinein „in geschlossenen Büroräumen auszuklüngeln“, wer den Zuschlag bekommt.

Standort Bahnhofstraße

Zunächst präsentierte die Schwetlick Bauträger GmbH (Offenburg) ihre Pläne – mit Unterstützung des Kommunalpolitikers Klaus Krug aus Grebenau bei Alsfeld, der dort den Bau einer ähnlichen Einrichtung begleitet hat. „Wir sind überzeugt, dass eine Senioreneinrichtung mitten im Ort sein sollte“, sagte Krug. Geplant ist ein Standort an der Ecke Bahnhofstraße/B 83. Das Gelände ist rund 5000 Quadratmeter groß. Krug sprach von einem Gebäude in Y-Form. Investor Udo Schwetlick sagte hingegen am Freitag unserer Zeitung, es sei ein zweiteiliges Gebäude geplant.

Ungefähr so soll das Gebäude am Standort Bahnhofstraße aussehen. Eine Skizze für das Heinebacher Projekt konnte der Investor nicht zur Verfügung stellen – diese zeigt ein vergleichbares Gebäude, das in Höpfingen (Baden-Württemberg) entsteht.

Der Trumpf des Unternehmens: Es setzt stets auf gleiche Gebäudetypen und sei dadurch günstiger, so Schwetlick. Von der Baugenehmigung bis zur Eröffnung soll es nur sechs Monate dauern. Schwetlick plant stets mit Wohngruppen für je zwölf Personen. In Heinebach sollen davon drei oder vier entstehen, zusätzlich etwa 15 Tagespflege-Plätze und zehn bis 15 Plätze für Betreutes Wohnen. Entgegen der Vorgabe der Gemeinde sagte Schwetlick am Donnerstag nicht, wer Pflegeheim-Betreiber werden soll. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte er, dass drei infrage kämen. Mit allen habe man schon zusammengearbeitet.

Die Präsentation fiel allgemein nicht so ausführlich aus wie die anschließende des Konkurrenten. „Wie die Ausgestaltung unseres Projektes aussieht, können wir erst nach einem ausführlichen Dialog mit der Bevölkerung vor Ort sagen“, sagt Schwetlick unserer Zeitung.

Standort Kuttendelle

Auch die WOB Immobilien GmbH (München) und der Seniorenheim-Betreiber Menetatis (Köln) haben sich mit dem Standort im Ortskern beschäftigt, sich aber aus Gründen der „städtebaulichen Nachhaltigkeit“ dagegen entschieden. Die Fläche sei zu klein, sagt Fred Schoberth (WOB). Im Gebiet Kuttendelle soll ohnehin ein modernes Wohngebiet entstehen – der interessierte Investor, die Firma Emmeluth, stellte sich in der Gemeindevertretersitzung ebenfalls vor. In dieses Wohngebiet würde das Pflegeheim integriert werden.

Das Konzept sieht 76 Einzelappartements vor, was auch Kurzzeitpflegeplätze beinhalten soll. Menetatis-Prokuristin Sandra Leps betonte, dass viele Aufenthaltsräume mit Küche und Backofen geplant seien, damit die Bewohner auch selbst kochen und backen können. Die Mahlzeiten werden von einer hauseigenen Großküche zubereitet, auch die Wäscherei will Menetatis selbst im Haus betreiben. Außerdem soll es eine Kapelle, einen hauseigenen Friseur und ein Restaurant oder Bistro auch für Gäste von auswärts geben.

In zwei separaten Häusern soll es 15 Tagespflege-Plätze und 15 Appartements für Betreutes Wohnen und Pflegenahes Wohnen geben. Zwischen den Gebäuden ist ein Platz der Begegnung geplant. Das Grundstück ist 7400 Quadratmeter groß.

Menetatis legte bei seiner Vorstellung großen Wert darauf, das Pflegekonzept ausführlich vorzustellen. Dazu gehöre auch, gute Arbeitsbedingungen für die Pflegerinnen und Pfleger zu schaffen.

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