Klohäuschen und Schuppen

"Schwarzbauten" in Alheim im Visier: Schuppen ohne Genehmigung in Gefahr

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Volker Klöpfel aus Hergershausen bekam Post vom Kreisbauamt: Weil der Unterstand auf seinem Land keine Baugenehmigung hat, musste er über die Nutzung Auskunft geben. Jetzt wird der Viehunterstand von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft.

Alheim. In Alheim sind derzeit Schwarzbauten im Visier des Kreisbauamts. Ein Klohäuschen musste schon dran glauben. Weitere Schuppen und Unterstände könnten die nächsten sein.

Die Hergershäuser sind fassungslos: Seit mehr als zehn Jahren stand ein Klohäuschen am Rande einer gern genutzten Grillhütte im Wald. Für Frauen war sie ein Segen, sie mussten sich bei gemütlichen Grillabenden nicht tief im Wald verstecken, um sich zu erleichtern. Und auch den Herren kam die „Bio-Toilette“ gelegen. Nun ist das von der Feuerwehr selbstgezimmerte Klohäuschen fort.

Die Kontrolle 

Dieses Schicksal wird in den nächsten Wochen vielen weiteren Hütten und Unterständen in Alheim blühen. Der Grund: Derzeit kontrolliert die Behörde bezirksweise den Landkreis auf Bauten, die außerhalb von Dorflagen und Städten stehen und einer Genehmigung bedürfen. Als letzter Bezirk war Niederaula dran. Jetzt hat es Alheim getroffen.

Die Schwarzbauten 

Getroffen ist laut Milchbauer Volker Klöpfel aus Hergershausen genau das richtige Wort. Plötzlich flatterte bei ihm ein Brief vom Kreisbauamt herein. Der Unterstand, der wahrscheinlich schon seit den 1950er-Jahren oder noch früher an demselben Fleck auf einer Weide steht, ist nicht genehmigt. Laut Schreiben des Bauamts ist es ein Schwarzbau. Den Briefen waren Fotos vom Unterstand und eine Karte beigefügt.

Die Verfügung 

„Als das Foto gemacht wurde, hatte ich gerade zwei landwirtschaftliche Geräte dort geparkt“, erzählt Klöpfel, der im Alheimer Gemeindevorstand aktiv ist. Daher wurde von der Behörde angenommen, dass Klöpfel den Unterstand auch für seine Arbeitsgeräte nutzt.

Der 74-Jährige gab Bescheid, dass die Geräte nur zeitlich dort platziert wurden. Der Unterstand sei in erster Linie für seine Milchkühe und deren Kälber gedacht. „Die Kälber kommen im Mai auf die Weide. Der Unterstand ist für die Kleinen lebenswichtig, um sie vor Regen zu schützen - sonst kriegen sie erst Husten und Schnupfen und dann eine Lugenentzündung“, berichtet Klöpfel.

Die Betroffenen 

Der Geräteunterstand und eine nachträgliche Baugenehmigung waren vom Tisch, als Klöpfel erklärte, dass er die Geräte entfernt. Doch damit war es noch immer nicht getan: Der Viehunterstand soll nun von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft werden. Für den gebürtigen Hergershäuser ist das ein Unding. Und es betrifft ihn nicht allein. Er weiß von vielen Hergershäusern, dass sie ebenfalls ein Schreiben vom Kreisbauamt bekommen haben. Viele von ihnen müssen die Hütten jetzt abreißen, so wie die Gemeinde Alheim es beim Klohäuschen getan hat. Das Groteske: Bei der Wald-Toilette muss die Gemeinde nun einen neuen Genehmigungsantrag stellen, um ein Klo gleichen Fabrikats erneut neben der Grillhütte errichten zu können.

Der Ärger 

„Da steht der eine oder andere Schuppen seit Jahrzehnten auf einer Wiese und jetzt ist es ganz wichtig, das überprüft wird, ob eine Baugenehmigung vorliegt“, kommentiert Aribert Kirch, Alheims FDP-Vorsitzender, die Anordnung vom Kreisbauamt.

Was Bürgermeister Georg Lüdtke und das Kreisbauamt zu dem Thema sagen, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe und im E-Paper unserer Zeitung.

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