Alheimer macht Spendenlauf nach Gibraltar für Brunnen in Afrika

Am Ziel: Lukas Häde ist am 23. November in Gibraltar angekommen. Die nächsten Wochen nach dem Ende seines Spendenlaufs verbringt er mit seiner Familie in Heinebach. Foto: privat

Heinebach. Lukas Häde hat Ende November Gibraltar erreicht. Der Heinebacher ist am 1. Mai von zu Hause aus aufgebrochen, um mit einem Spendenlauf einen Brunnen im afrikanischen Staat Benin zu finanzieren. Und das hat geklappt.

Dieser wurde im Dorf Dannouhoue gebaut. Er ist 7500 Euro wert und versorgt über 1000 Menschen mit sauberem Trinkwasser. „Auch mit wenig finanziellen Mitteln kann man die Welt verbessern, man muss nur daran glauben und anfangen“, sagt Häde.

Im Februar 2015 hat der 24-Jährige seine BWL-Bachelorarbeit an der Universität in Kempten abgegeben. Dann stand die Frage im Raum: Was nun? „Ich bin jung, Single, kam noch nicht groß rum in der Welt. Ich brauchte eine neue Herausforderung nach dem Studium - aber keine für den Kopf, sondern eine sportliche“, erklärt Häde.

Daraus sei die Idee entstanden, die 4000 Kilometer nach Gibraltar zu laufen und spätestens Weihnachten zurückzukehren. „Doch wenn ich schon so etwas Krasses mache, sollte das einen Nutzen haben. Darum habe ich den Brunnen finanziert“, sagt Häde. Dabei arbeitete er mit dem christlichen Hilfswerk Global Aid Network zusammen. An die Organisation fließen Spenden, sie kümmert sich in Afrika um den Bau solcher Brunnen.

„Wenn man sich vor Augen führt, dass ich 3972 Kilometer gelaufen bin, ist das schon eine Menge. Dennoch fühlt es sich kurz an“, sagt Lukas Häde rückblickend. Er freut sich zwar, in den nächsten Wochen viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Aber er werde auch sein Leben als Wandervogel vermissen. „Mein Alltag bestand darin, aufzustehen, durch fremde Landschaften zu laufen, interessante Begegnungen zu haben und unvergessliche Momente zu erleben“, sagt Lukas Häde. Es sei eine geniale Zeit gewesen.

Während seiner Reise hat Lukas Häde viele interessante Menschen kennengelernt. Darunter war zum Beispiel Heike, eine 52-jährige Pilgerin aus dem Schwarzwald. Sie traf der Heinebacher auf dem Weg nach Santiago (Spanien). Heike konnte nur 15 Kilometer am Tag laufen. Das lag an ihrer siebenjährigen Begleiterin Nele - ein Pony. „Sie lief tatsächlich mit ihrem Pony nach Santiago“, schrieb Lukas Häde ungläubig in seinem Blog. Auf die Frage, wie sie zurückkommt, habe sie keine Antwort parat gehabt. „Heike und eine andere Frau haben mich auch davon überzeugt, dass es besser ist, Glaskocher und Topf heimzuschicken, da ich mich ohnehin nur von Baguette und Käse ernährt habe“, berichtet Lukas Häde.

„Ich möchte mich bei meiner Familie für die Unterstützung bedanken“, sagt Häde. Ein Eintrag in seinem Internet-Blog erinnert ihn an harte Zeiten. Er schrieb am 100. Tag: „Ich bin erschöpft, müde und hätte am liebsten mein eigenes Bett wieder, meine altbekannten Freunde um mich herum und würde gerne einfach das Leben wie bisher genießen.“ Er kam derweil durchnässt in Cahors (Frankreich) an und baute sein Zelt im Regen auf. „Ich bin mindestens genauso müde wie entnervt ins Bett gegangen“, hieß es in seinen Ausführungen. Doch ein Abbruch der Reise sei nie in Frage gekommen.

„Ich blicke auf alles mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Ich bin mega glücklich, zufrieden, stolz und vor allem Spendern und Helfern dankbar“, sagt Häde. Und: Für einen zweiten Brunnen fehlen „nur noch“ zirka 3000 Euro an Spenden. Wer etwas beitragen möchte, schaut im Internet nach unter: www.betterplace.org/de/fundraising-events/lukesletter.  

Hintergrund:

Lukas Häde hat im Mai seinen Lauf begonnen. Einen Aufruf zum Spenden hat er auf seiner eigenen Internetseite www.lukesletter.de und über die Presse publik gemacht, mit Unterstützung des christlichen Hilfswerks Globail Aid Network. Dieses kümmert sich regelmäßig um Bunnenbauprojekte in Afrika. Als Spendenplattform diente die Internetseite www.betterplace.org/de/fundraising-events/lukesletter. Über diesen Link kann man online Spenden über verschiedene Zahlungsmethoden beitragen. Diese werden dann an Globel Aid Network (www.gain-germany.org) weitergeleitet.

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