Stillstand ist nichts für ihn: Horst Peschges erhält Bundesverdienstkreuz

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Ein gutes Herz und viel Energie: Das ist Horst Peschges. Für seinen Einsatz zum Wohle der Bürger erhält er das Verdienstkreuz am Bande. Für den VdK Heinebach ist er derzeit als Berater tätig und hilft bei Rentenfragen weiter.

Heinebach. Er liebt sie alle, Menschen wie Tiere. Und er ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Horst Peschges ist das, was Experten einen Philanthrop nennen: Er ist am Wohl der Menschen interessiert - und dafür ständig im Einsatz.

Als Anerkennung für seine Leistung erhält der 79-Jährige jetzt das Verdienstkreuz am Bande. Die Auszeichnung wird ihm beim Seniorennachmittag in Alheim am Donnerstag, 8. Dezember, überreicht.

Die Anfänge

Angefangen hat die Fürsorge für seine Mitmenschen während seiner Lehre zum Möbeltischler in dem Kasseler Waggon- und Rüstungsunternehmen Wegmann. Eines Tages spielte sein 15-jähriger Arbeitskamerad Fußball in der Werkstatt. Peschges erinnert sich noch gut daran, wie der Ball gegen eine Holzwand knallte. Doch es war nicht irgendeine Wand. Sie wurde für die Königin von England angefertigt - mit prachtvollen Intarsien, 20 000 DM teuer.

Durch den Aufprall ging die Wand zu Bruch. Die Vorgesetzten wollten den 15-Jährigen rausschmeißen, doch Peschges intervenierte. Er versprach, die Wand zu reparieren. Sein Glück: Er war gut in seinem Job. Der Vorgesetzte stimmte zu. „Das war der Startschuss für mein soziales Engagement“, erzählt der heute 79-Jährige.

Der Einsatz

Seitdem ist er in unzähligen Ausschüssen aktiv gewesen, war Betriebsrat und im Aufsichtsrat bei Wegmann - kämpfte für seine Kollegen. „Es ist schlimm für mich, wenn Menschen unglücklich sind“, erklärt Peschges den Beweggrund für sein Handeln. Seit bald 60 Jahren ist er SPD- und IG Metall-Mitglied. Vielen in Alheim ist der aufgeweckte Heinebacher aus den Gemeindevertretersitzungen bekannt. Als erster Beigeordneter beriet er Bürgermeister Georg Lüdtke in wichtigen kommunalen Fragen. Und auch mit Staatsminister Michael Roth verbindet Peschges eine enge Freundschaft. „Ich weiß noch, wie ich seine Wahlplakate aufgestellt habe“, erzählt der Rentner und lächelt bei der Erinnerung daran. Fernab der politischen Bühne fühlte sich Peschges aber ebenfalls zu Hause. „Wir haben auch gefeiert und gelebt“, merkt der 79-Jährige an. Bei der Kirmes marschierte er mit seiner Familie an vorderster Front mit, beim Fußballsportverein Heinebach war er 25 Jahre lang Kassierer bei den Alten Herren. Selbst im Gesangverein war er als passives Mitglied gelistet, um den Verein zu unterstützen. Passiv, weil singen nicht so seins sei.

Die Unterstützung

Dass er so viel leisten konnte, das habe Peschges seiner Frau Ursula zu verdanken: „Sie hielt mir immer den Rücken frei und kümmerte sich um unsere vier Kinder.“ Und auch wenn sich der leidenschaftliche Handwerker - nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner wurde Peschges Konstrukteur - ständig für andere Menschen einsetzte, seine eigene Familie war und ist sein Heiligtum.

Als seine Frau vor einigen Jahren an Demenz erkrankte, übernahm er wie selbstverständlich die Pflege. Mittlerweile hat Peschges seine Ambitionen in der Politik eingedämmt. Ehrenamtlich ist er aber nach wie vor noch aktiv. Als erster Vorsitzender und Berater des VdK Heinebach zum Beispiel. Stillstand sei nichts für den engagierten Senior. „Es macht einfach unendlich viel Spaß, anderen zu helfen“, erklärt Peschges das, was ihn antreibt.

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